Bielefeld. Wie eine Salami. Die Wahrheit über die Kooperation zwischen Klinikum Bielefeld und Arminia Bielefeld kommt scheibchenweise ans Licht. Gestern erklärte Klinik-Geschäftsführer Dr. Johannes Kramer, der Darlehens-Vertrag mit dem Profiverein laufe über drei Jahre, und die Verzinsung liege bei zwei Prozent. Wenn Arminia allerdings in der nächsten Saison in der ersten Bundesliga spiele, könne der Verein das Darlehen schon im August dieses Jahres zurückzahlen.
In der Pressekonferenz am Mittwoch hatte Kramer die Frage nach Laufzeit und Zinssatz des Arminia-Kredits nicht beantworten wollen. Wie berichtet, beträgt die Darlehenssumme 250.000 Euro. Der Vertrag sei inzwischen unterschrieben, ein Rückzieher sei nicht mehr möglich. Kramer: "Pacta sunt servanda", zu deutsch "Verträge müssen eingehalten werden". Der Geschäftsführer: "Ich habe schon häufiger kräftigen Gegenwind verspürt. Da muss man durch." Kramer will bei seiner Linie bleiben.
Der Bielefelder Rechtsanwalt Burkhard Zurheide will im Auftrag eines ungenannten Mandanten wissen, ob schon Geld geflossen oder die Summe nur zugesagt sei. Sollten die vertraglichen Vereinbarungen bereits rechtswirksam zustande gekommen sein, will er wissen ob und wann die Stadt Bielefeld davon erfahren hat und ob beziehungsweise wann sich der Aufsichtsrat mit dem Thema befasst hat und ob beziehungsweise wann er zugestimmt hat. Der Advokat beruft sich auf das Gesetz über die Freiheit des Zugangs zu Informationen des Landes Nordrhein-Westfalen (IFG NRW).
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Unterdessen beteuerte Rolf Tubbesing, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Städtischen Kliniken, die Arbeitnehmervertretung habe noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Diese kündigt er für heute an. Die Stimmen, die laut geworden seien, dass der Deal mit Arminia "ein Schlag für alle Beschäftigten sei", seien Einzelmeinungen von den Mitarbeitern und keine offizielle Stellungnahme des Betriebsrates.
Wolfgang Vater, Sekretär der Gewerkschaft Verdi, hält den Deal gerade in dieser Zeit für "absolut unverständlich". Vater ist unter anderem zuständig für den Gesundheitsbereich. Die meisten der mehr als 2.000 Krankenhausmitarbeiter seien bei Verdi organisiert.
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