Bielefeld. Die führenden Torfabriken der 2. Fußball-Bundesliga stehen derzeit in Hamburg und Augsburg. Mit 46 Treffern verzeichnet St. Pauli den höchsten Umsatz, dicht gefolgt vom FC Augsburg mit 44 Treffern. Mit 37 Toren auf Rang drei folgt schon Greuther Fürth, heute um 18 Uhr Gast in der Bielefelder Schüco-Arena. Da wird eine Menge Arbeit auf Arminias Defensive zukommen. Im Mittelpunkt: Innenverteidiger Andre Mijatovic.
"Fürth hat eine gute Mannschaft, das hat sie nur in der Hinrunde nicht gezeigt", meint Mijatovic, der aktuelle Tabellenplatz acht gebe die Leistungsfähigkeit nicht wieder. Dazu komme die Serie mit drei Siegen in Folge: "Fürth hat neuen Wind, neue Ambitionen und neue Hoffnung. In so einer Phase wächst das Selbstvertrauen. Das ändert aber nichts daran, dass wir die drei Punkte brauchen." Auf das zuletzt problematische "Wie?" hat der 31-Jährige eine Antwort parat: "Bei uns hat zuletzt die Balance zwischen Angriff und Abwehr gefehlt. Entweder haben wir hinten sehr gut gestanden und waren vorne nicht effektiv genug, oder wir haben gut nach vorne gespielt, aber dafür defensiv nicht alles gebracht."
In die Kritik schließt Mijatovic sich ausdrücklich mit ein. Das dritte Gegentor beim 1:3 gegen Augsburg am vergangenen Samstag hat er mit einem unbedrängten Querschläger aus der Abwehr mehr oder weniger selbst fabriziert. Und seinen Kopf danach so offensichtlich unter dem Trikot verborgen, als ob er sagen wollte: "Sorry, das war meiner!" Er bezeichnet so etwas als "naive Tore" – die es jetzt unbedingt zu verhindern gelte: "Wenn wir ein Gegentor aus 40 Metern in den Winkel bekommen, gehört das auch dazu, das muss man dann so akzeptieren. Aber gerade die individuellen Fehler, die zu diesen einfachen Gegentoren führen, müssen wir unbedingt abstellen."
Die personelle Aufstockung durch Rechtsverteidiger Assimiou Touré findet Mijatovic "sehr gut". "Da hat der Trainer die Qual der Wahl. Außerdem ist ja auch Chris Katongo wieder da. Wir haben jetzt zwei Alternativen mehr. Alle Spieler müssen sich jetzt noch mehr konzentrieren und beweisen."
"Unser Anspruch ist ein Sieg"
Die Bekundungen, dass es nun alles besser werden müsse, sind allerdings seit Ende der Acht-Siege-Serie bekannt, von den Arminen sämtlicher hierarchischer Ebenen. Nach einem vergebenen Sieg oder einer Niederlage wurde grundsätzlich auf die Anzahl der noch ausstehenden Spiele verwiesen, gerne gepaart mit dem Hinweis, dass bis zum Saisonende noch viel Wasser der Rhein hinunter fließe. Doch langsam scheint diese Zeit vorbei. Mijatovic: "Wir spielen zuhause. Wir wollen aufsteigen. Das ist jetzt eine sehr wichtige Phase. Da müssen die Punkte her. Unser Anspruch darf jetzt kein schöner Fußball mehr sein, sondern ein Sieg gegen Greuther Fürth."
Und dafür rückt er sogar vom Selbstverständnis des Verteidigers ab, der am liebsten immer zu Null spielt. "Zu Null ist zwar immer gut, aber mir ganz persönlich ist das nicht das Wichtigste. Von mir aus können wir auch 5:3 oder 7:5 gewinnen. Wir müssen nur drei Punkte holen." Damit scheint alles gesagt.