Bielefeld. Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld ist so gut wie zahlungsunfähig. Die finanzielle Situation des Klubs ist hochbrisant. Konten waren gesperrt. Zahlreiche Gläubiger warten auf ihr Geld. "Das Wort Insolvenz möchte ich nicht in den Mund nehmen", sagte Aufsichtsratsvorsitzender Norbert Leopoldseder am Abend gegenüber der Neuen Westfälischen. Er bestätigte jedoch, dass der DSC diese Saison mit einem Fehlbetrag von 2,5 Millionen Euro abschließen wird, und sprach von einem "Nothaushalt 2010".
Die Stadt Bielefeld soll auf 90.000 Euro warten, die Deutsche Bahn auf 38.000 Euro für ihre Fanzüge. Diverse Lieferanten sitzen auf unbezahlten Rechnungen. "Es gibt durch die Bank Außenstände", räumt Heinz Anders ein. "Seit September befasse ich mich ausschließlich mit Finanzkrisen-Management", sagt Arminias Geschäftsführer, der seit dem 1. August für den DSC tätig ist.
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"Alle Kosten stehen auf dem Prüfstand"
Arminia befinde sich mit allen Gläubigern in "konstruktiven Gesprächen. Es sind Zahlungspläne vereinbart", sagte Anders. Steuern und Sozialabgaben seien unterdessen fristgerecht abgeführt worden. Anders räumte allerdings ein, dass das Finanzamt in Zusammenhang mit einer Umsatzsteuerzahlung DSC-Konten über ein Wochenende gesperrt hat: "Dabei hat es sich um ein terminliches Missverständnis gehandelt."
Arminias Reaktion auf die Finanzkrise: "Alle Kosten stehen auf dem Prüfstand. Es wird unpopuläre Maßnahmen geben", sagte Anders. So wird beispielsweise das Projekt "Arminia on Tour" nicht mehr fortgesetzt. Mitarbeiter in allen Bereichen des DSC sorgen sich um ihre Arbeitsplätze. Darüber hinaus habe es schon verspätete Gehaltszahlungen gegeben. "In Absprache mit den Betroffenen hat es Verzögerungen gegeben. Die Gehälter sind aber immer bezahlt worden", sagte Anders. "Wir arbeiten auf verschiedenen Ebenen an Lösungen, um uns zu konsolidieren, und es gibt einige Ideen", sagte Arminias Schatzmeister Andreas Mamerow, der zuversichtlich ist, die Probleme kurz- bis mittelfristig in den Griff zu bekommen.
Norbert Leopoldseder sieht zwei Ursachen für die Misere. "Die Kosten für die neue Haupttribüne sind aus mehreren Gründen um 6 von 12 auf 18 Millionen Euro gestiegen." Drei Millionen habe Arminia durch Barmittel aus dem laufenden Erstligageschäft genommen. Damit war die für die aktuelle Saison geplante Rücklage weg.
"Gelder sind uns verloren gegangen"
Die andere Hälfte sei "durch einen Kraftakt" (Anders) aufgebracht worden. Eine Maßnahme neben anderen: Das Inventar der VIP-Räume wurde an die Sparkasse Bielefeld verkauft und zurückgemietet.
Ein weiterer Grund für die aktuelle Krise sei, dass die Zweitligasaison "viel zu euphorisch geplant worden ist", sagt Anders. Dies geschah im März 2009 unter seinem Vorgänger Roland Kentsch. "Nach fünf Jahren Bundesliga hätte Arminia nie so dastehen dürfen wie jetzt", so Anders. Auch die turbulente Jahreshauptversammlung habe viel Geld gekostet, so Norbert Leopoldseder: "Dadurch sind uns einige eingeplante Sponsoreneinnahmen verlorengegangen."
Wichtigstes Ziel ist es laut Anders nun, "sicherzustellen, dass wir den Spielbetrieb aufrechterhalten". Er und Norbert Leopoldseder werben für einen "Bielefeld-Pakt", an dem sich Fans, Mannschaft, Partner und die heimische Wirtschaft beteiligen sollen. Dirk U. Hindrichs, Chef von Schüco und Sprecher der Unternehmen, die Arminia unterstützen wollen, setzt vor einer Hilfe allerdings voraus, dass Arminia eine professionelle Führung habe, und "das hat auch immer etwas mit Personen zu tun", sagte Hindrichs.
Fußball-Liga zeigt sich überrascht
Erst durch einen Anruf der Neuen Westfälischen erfuhr die Deutsche Fußball-Liga (DFL) von den finanziellen Schwierigkeiten des DSC Arminia Bielefeld. Nach einer einstündigen Recherche gab DFL-Sprecher Kay-Oliver Langendorff zu Insolvenzgerüchten folgendes Statement ab: "Wir haben Kontakt mit Arminia Bielefeld aufgenommen. Uns wurde gesagt, da sei nichts dran." Deshalb könne die DFL zum jetzigen Zeitpunkt auch keine offizielle Erklärung abgeben, erklärte Langendorff. DFB-Vizepräsident Hermann Korfmacher (Gütersloh) war auf dem Rückweg von einer DFB-Sitzung in Frankfurt, als er Kenntnis von den Nachrichten um Arminia Bielefelds prekäre Finanzlage erhielt. "Ich kann es nicht kommentieren. Ich bin sprachlos", sagte ein betroffener Korfmacher.(frz)
ODONKOR ??? Wann hat der das letzte Mal über 90 Minuten gespielt??? Vor der WM 2006 (noch nicht einmal während) . . . WAS SOLL ARMINIA (bzw. jeder andere Verein) MIT DEM DENN ????
schlaumeier schrieb am 05.02.2010 21:24 Uhr
Da hilft nur noch eines: Odonkor muss her, der Publikumsliebling. Das spült Geld in die Kassen.
bekearmine schrieb am 05.02.2010 17:35 Uhr
@ SCP-Fans: Eure Kommentare hier sind mindestens so überflüssig, wie Euer ganzer Verein. Seid ihr sicher, dass bei euch die Finanzen stimmen???? Träumt weiter . . . .@ Arminen-Fans: ein Neuanfang muss her, allein schon deshalb, weil die Neuen eigentlich nicht mehr falsch machen können, als die bisherigen Pattex`ler (Name gefällt mir). . ."schaun mer mal"!
ejaculada schrieb am 05.02.2010 17:04 Uhr
Sorry, lieber Arminiafan, du bist der Inbegriff des unmündigen Fans, der solche Krisen, wie die momentane mit zu verantworten hat. Immer nach vorne schauen, nichts aufarbeiten und vor allem: keine Verantwortlichkeiten aufzeigen, bzw. Konsequenzen ziehen. Sollen die Herren sich doch die Millionen in die Taschen stecken, wir singen auch weiterhin: Steht auf wenn ihr Arminen seid! Das ganze System ist Volksverdummung PUR!
BlueCrusader schrieb am 05.02.2010 16:44 Uhr
Meiner Meinung nach liegt das größte Problem darin, das es noch immer keine Transparenz gegenüber dritten gibt. Nicht jeder auf den Blöcken muss wissen wie´s finanziell um Arminia steht, aber möglichen Sponsoren und die DFL nicht zu informieren, ist eine grobe Fahrlässigkeit. Warum werden dann, bei einem Minus von 2,5 Mio., zusätzliche 250.000 € geliehen, für, meiner Meinung nach, fragwürdigen Verpflichtungen... Lamm lässt grüßen...
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