Erneut gelingt gegen die SpVgg Greuther Fürth nach Halbzeitrückstand ein wichtiger Sieg
Bielefeld. Schlimmer hätte es kaum mehr kommen können. Mit 0:1 lagen die Arminen am Tag der Veröffentlichung ihrer Finanzmisere zur Halbzeit gegen Greuther Fürth zurück, schlichen begleitet von einem wahrhaft gellenden Pfeifkonzert in die Kabine und schienen endgültig auf dem Weg ins sportliche Mittelmaß. Am Ende stand ein 2:1-Erfolg, den sich die Bielefelder über eine beinahe ungeahnte Moral und Leidenschaft verdient hatten. Wie den finalen Applaus der Zuschauer.
DSC-Chefcoach Thomas Gerstner meinte nach den aufwühlenden 93 Minuten: "Als Trainer brauche ich so ein Spiel nicht. Aber die Mannschaft hat dieses Spiel gebraucht. Alle haben wie Kerle auf dem Platz gestanden, das Ding gedreht und sich für ihren Kampf belohnt. Das war heute ein dreckiger Arbeitssieg."
Nach einem kurzen schwarz-weiß-blauen Strohfeuer war zunächst wieder einmal alles gegen die Gastgeber gelaufen. Schon in der 12. Minute kam Nicolai Müller über links gegen Radim Kucera zur unbedrängten Flanke, die Sami Allagui – ebenso unbedrängt – zur Fürther Führung nutzte. Danach wirkte Gerstners Mannschaft wie geschockt.
Konterspiel blitzgescheit aufgezogen
Kaum ein Pass kam mehr an, von geordneter Offensive war nichts zu sehen.Stattdessen warteten die Fürther – ohne große Geduld aufbringen zu müssen – auf die Fehler der Hausherren. Diese kamen zuverlässig, sodass Fürth seine große Stärke, das Konterspiel, blitzgescheit aufziehen konnte.
Zum Glück für Arminia ohne weitere Konsequenzen. "Wir hätten zur Pause auch schon 1:3 oder 1:4 zurückliegen können. Da haben wir einfach viel Glück gehabt", meinte Spielmacher Giovanni Federico ehrlich. Gerstner gestand: "Mit einem 0:2, das verdient gewesen wäre, wären wir tot gewesen." Doch es fiel nicht. So kamen die Arminen ohne personelle Wechsel verändert aus der Kabine.
Nicht gleich von Beginn an, aber spätestens mit dem Ausgleich war Bielefeld die bessere Mannschaft. Michael Delura hatte ein Rechtsflanke zwar in die Arme von Fürths Torhüter Stephan Loboué gesetzt, der ließ den Ball jedoch fallen, was Pavel Fort zum Ausgleich nutzte (58.).
"Viel Sand im Getriebe"
Nun war die Wucht scheinbar vergangener Tage in den Bielefelder Offensivbemühungen. Auch wenn Federico später von "viel Sand im Getriebe" sprechen sollte. Frank Manga, genannt Diddy, Guela belohnte seine per Sprints und Dribblings angebotene Leistung mit dem Siegtor in der 71. Minute. Einem Schuss von Fort hatte sich die Fürther Abwehr noch in den Weg geworfen, bei Guelas Nachschuss aus linker Position hoch ins kurze Eck war Loboué machtlos. Die vorbereitende Flanke hatte wie beim 1:1 Delura geschlagen.
Der meinte nach dem Abpfiff: "Die Lage war allgemein nicht einfach. Aber wir wollten sportlich alles dafür tun, dass sich die Situation des Vereins bessert. Das ist uns nach der Pause gelungen. Nach dem 1:1 hatten wir wieder das alte Selbstvertrauen. Wir haben diesen Sieg erzwungen."
Wie schon im Hinspiel. Da drehte die Arminia ein 0:2 in ein 4:2 und siegte anschließend noch sieben Mal in Folge. Gerstner nahm darauf Bezug, als er sagte: "Heute haben wir drei Punkte geholt, die vielleicht wieder der Anfang von irgendetwas sind."
Arminia Bielefeld - SpVgg Greuther Fürth 2:1 (0:1)
Bielefeld: Eilhoff - Kucera, Mijatovic, Fischer, Feick - Kauf (73. Janjic) - Kirch, Delura (89. Halfar), Federico, Guela - Fort (90.+3 Rotter)
Fürth: Loboue - Falkenberg, Biliskov, Karaslawow (75. Haas), Rahn - Caligiuri, Pekovic - Nehrig (86. Sararer), Müller - Allagui, Nöthe (81. Schahin)
Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)
Tore: 0:1 Allagui (13.), 1:1 Fort (58.), 2:1 Guela (71.)
Zuschauer: 11.100
Gelbe Karten: Federico (2), Kauf (4) - Haas (3), Pekovic (2)