Bielefeld. Die exorbitant über den ersten Planungen gelegenen Kosten für die Osttribüne haben erheblichen Anteil an Arminias Krise. Jetzt könnte das Stadion selbst die Lösung der finanziellen Probleme liefern. Es ist mehr als ein Denkmodell: Arminia arbeitet am Verkauf der Arena.
Rund elf Millionen Euro könnten in die Kassen der Profiabteilung fließen, sollte die Abwicklung des Geschäfts gelingen. "Die Kosten für das Stadion belasten uns enorm. Wenn wir es verkaufen, würden wir Chancengleichheit mit unserer Konkurrenz herstellen", erklärt DSC-Schatzmeister Andreas Mamerow. Denn Arminia finanziert das Stadion ausschließlich mit eigenen Mitteln. So sind bis jetzt rund 20 Millionen Euro an Zinsen und Tilgung geflossen – Geld, was Profi- und Nachwuchsabteilung gut hätten gebrauchen können.
Aktuell leidet der DSC als Eigentümer des Stadions an der kurzfristigen Finanzierung der Osttribüne. In acht Jahren müssen 14 Millionen Euro zurückgezahlt werden. Nebenbei bedient der Klub einen 1,7-Millionen-Kredit für das Grundstück. Das kostet Liquidität. "Wir streben eine Finanzierungsdauer nicht unter 15 Jahren an", sagt Mamerow mit Blick auf das Projekt. Der Diplom-Volkswirt arbeitet mit dem Verwaltungsratsvorsitzenden Wolfgang Lohmeier, der sich beruflich mit Immobilien und Projektentwicklung befasst, seit längerem an der Idee des Stadionverkaufs.
Arminias Geschäftsführer Heinz Anders denkt auch über einen Verkauf des Stadions nach, um den Verein aus dem Millionenloch zu retten. Was meinen Sie dazu?
Geplant ist, eine Betreibergesellschaft als Käufer für das Stadion zu gründen. Dieser Gesellschaft könnten die Gläubigerbanken, Arminia selbst und Dritte angehören. "Zum Beispiel könnte es für Unternehmen interessant sein, die Arminia unterstützen möchten. Diese Art der Beteiligung bietet mit der Immobilie einen greifbaren Gegenwert", sagt Mamerow.
Die grundsätzliche Idee des Verkaufs beinhaltet verschiedene Ausführungsvarianten, die noch diskutiert werden. Zum Beispiel, ob der eingetragene Verein oder der neue Besitzer den Schuldendienst übernimmt. Am Ende soll auf jeden Fall stehen, dass der Verein das Stadion verkauft und langfristig zurückpachtet. Der Verkehrswert der Schüco-Arena liegt zwischen 25 und 30 Millionen Euro.
Einen Teil des Erlöses gibt der Verein an die KGaA weiter – geplant sind rund elf Millionen Euro. Die jährliche Pacht soll niedriger als die aktuelle Belastung von knapp drei Millionen Euro sein. Am Ende der Vereinbarung geht das Stadion wieder an den Klub zurück, eventuell durch Zahlung eines Restwerts. "Dieses Projekt wird sicher nicht übermorgen perfekt sein, aber wir arbeiten derzeit sehr intensiv daran", gibt sich Mamerow vorsichtig optimistisch.