Ahlen. Michael Lamey ist Arminias Mann der Extreme. In den letzten fünf Partien spielte er entweder an oder saß auf der Tribüne. Und schon jetzt ist klar, dass auf die Startelf in Ahlen erneut ein Dasein als Zuschauer folgen wird: Beim 1:0 am Freitagabend sah Michael Lamey in der 47. Minute die Gelb-Rote Karte und ist für das nächste Spiel gesperrt.
Die Achterbahnfahrt des Niederländers begann Anfang des Jahres auf dem Platz in Rostock. Lamey spielte auf seiner angestammten Position als rechter Verteidiger. Einer ganz schwachen Vorstellung bei Hansa folgte im Heimspiel gegen Koblenz die Verbannung auf die Tribüne. Angeblich geläutert, bekam er eine neue Chance gegen Augsburg – wieder enttäuschte der ehemalige Duisburger.
Wohl auch aus disziplinarischen Gründen fand er sich gegen Fürth erneut auf der Tribüne wieder. Viele hatten ihn für die Partie in Ahlen nicht auf der Rechnung, doch Lamey bekam wieder eine Möglichkeit zur Bewährung – er nutzte sie nicht. "Wir hatten überlegt, dass er der richtige Mann ist und ihm das Vertrauen gegeben", sagte Thomas Gerstner. In der Pause habe er überlegt, Lamey auszuwechseln, "aber Michael ist 30 Jahre alt und routiniert", hoffte der Trainer, dass sein Verteidiger ohne weitere Karte auskommen würde. Es kam anders.
Katongo am Randes des Platzverweises
Arminias Rechtsverteidiger hatte von Beginn des Spiels an riesige Probleme mit Ahlens Ollé Ollé. Er wusste den Außenstürmer fast nur durch Fouls zu stoppen, so dass der Platzverweis fast die logische Konsequenz war. Lameys Rolle übernahm Chris Katongo. Den Sambier hatten viele als zweite Spitze erwartet, doch Katongo nahm zunächst Kirchs Platz an der Seite von Giovanni Federico ein.
Als Verteidiger versuchte Katongo, seinem Gegenspieler durch Schnelligkeit Paroli zu bieten, wandelte aber selbst am Rande eines Platzverweises. "Chris hat seine Sache ganz gut gemacht. Manchmal hebt er zwar noch das Abseits auf, aber das bringen wir ihm auch noch bei", sagte Innenverteidiger Markus Bollmann mit einem Augenzwinkern. Fast alle Arminen bewerteten den Platzverweis als Wende im Spiel. "Das war ein Reizpunkt für die Mannschaft", meinte Präsident Hans-Hermann Schwick. So hatte Lameys Gelb-Rote Karte wenigstens etwas Gutes.