Bielefeld. Personalprobleme? Die habe er nicht, sagte Arminias Trainer Thomas Gerstner vor dem Spiel gegen den KSC. 90 Minuten und eine Niederlage später dachte er anders. Im schwachen Heimspiel gegen die Karlsruher zeigte sich, dass der Bielefelder Kader die Ausfälle von Stammkräften wie Rüdiger Kauf, Oliver Kirch und Michael Delura nicht so einfach zu kompensieren vermag.
"Risgaard hat gut gespielt auf der Sechs, aber Rüdiger Kauf ist als Kapitän eine Führungsperson. Wir haben es heute nicht geschafft, diesen Ausfall zu kompensieren", sagte Gerstner. Was für Boris Becker der Centre Court in Wimbledon war, ist für Rüdiger Kauf der Bereich vor Arminias Abwehr. Seit 2001 ackert "Rübe" in seinem Wohn-, respektive Arbeitszimmer. Lediglich ein Kreuzbandriss vermochte ihn zwischenzeitlich aus dem Rennen zu werfen. Der Schwabe ist im defensiven Mittelfeld der Bielefelder eine Institution, absolvierte fast 300 Punktspiele – ob als klassischer Doppelsechser oder wie zuletzt als Solo-Abräumer vor der Abwehr. Kasper Risgaard ist kein Neuling auf der Position im zentralen defensiven Mittelfeld. "Ich habe das schon in Aalborg gespielt", sagt der Däne, der sich fit für diese Aufgabe wähnte.
Risgaard fand in den ersten Minuten gut ins Spiel. Der 27-Jährige eroberte einige Bälle im Mittelfeld und versuchte, in Ballbesitz schnell umzuschalten. Danach passte er sich dem insgesamt sehr schwachen Niveau der Bielefelder Profis an.
Am Tor zum 0:1 in der 17. Spielminute traf Risgaard keine Schuld. Beinahe hätte er jedoch das 0:2 eingeleitet. Nach einem Fehlpass von Risgaard (38.) konterte der KSC – Chrisantus hatte den nächsten Treffer auf dem Fuß. Uwe Rapolder bezeichnete Risgaards Auftritt in der ersten Halbzeit als "diskret". Arminias Ex-Trainer vermisste den gesperrten DSC-Kapitän im defensiven Mittelfeld. "Rüdiger Kauf ist ein aggressiver Leader. Er ist einer, der die Ärmel aufkrempelt und draufgeht."
Der so gelobte Spieler war mit der ersten Halbzeit nicht zufrieden: "Wir haben im ersten Durchgang zu abwartend gespielt. Wir müssen mehr Druck machen und uns Chancen herausspielen." Doch im Gegensatz zum Heimspiel gegen Greuther Fürth, als Arminia ein 0:1 noch in einen Sieg verwandeln konnte, gelang dies gegen den Karlsruher SC nicht.