Aachen. Der Weg zu den Fans war selten so schwer. Schon lange bevor die niederschmetternde 1:2-Niederlage in Aachen besiegelt war, war aus dem Bielefelder Block zu hören, dass die Fans "die Schnauze voll" hatten und nach dem Rauswurf von Thomas Gerstner nun auch den von Detlev Dammeier forderten.
Trotzdem führte Kapitän Rüdiger Kauf die Mannschaft zum Block der aufgebrachten Anhänger. Und es gelang den Profis, ihre Fans zu beruhigen. "Natürlich wollen wir auch aufsteigen und natürlich wollten wir auch in Aachen gewinnen. Aber es hat halt nicht geklappt", berichtete Kauf von seinem Gespräch am Zaun, um wenig später klar zu stellen: "Wir sollten jetzt überhaupt nicht an den Aufstieg denken, solange wir keine Spiele gewinnen." Beinahe gebetsmühlenartig versuchten zwar noch einige DSC-Profis, das Fünkchen Hoffnung zu bemühen, das die Tabelle selbst nach der neuerlichen Niederlage zumindest bis zu den Spielen der Konkurrenz noch hergibt.
Welcher Trainer kann Arminia noch zum Aufstieg führen?
Doch die spielerische Vorstellung der Arminen vermochte das absolut nicht. Das schnelle Tor, das verunsicherten Mannschaften, die zuletzt beste Möglichkeiten ausgelassen hatten, um in der Tabelle zu klettern und Selbstvertrauen zu sammeln, gelang wieder einmal Arminias Gegner.
Katongo für Janjic
Das passt perfekt in das Bild, welches die Bielefelder dieser Tage abgeben. Kaum waren zehn Minuten gespielt, düpierte Sturm-Routinier Benjamin Auer die Bielefelder Hintermannschaft und final Innenverteidiger Nils Fischer, als er den Ball auf Höhe der Fünfmeterlinie erst annahm, sich dann drehte und zur Führung einschoss. Fischer war trotz einer schwachen Vorstellung gegen Karlsruhe in der Mannschaft geblieben und für Markus Bollmann in der Innenverteidigung aufgelaufen. Auf dieser Position schien er besser aufgehoben als rechts außen, wo Michael Lamey sein Comeback feierte. Sein zaghaftes Eingreifen gegen Auer sorgte nicht gerade für Sicherheit in der Abwehr, zumal auch Andre Mijatovic beim Zuspiel von Nemeth auf Auer schlecht aussah.
Interimstrainer Detlev Dammeier hatte nicht viel gegenüber dem Spiel vom Montag geändert. Für den zuletzt enttäuschenden Zlatko Janjic auf der rechten Offensivposition lief Chris Katongo auf. Dessen Platz in der Zentrale nahm Daniel Halfar ein. Bemüht zeigte sich die leicht geänderte Elf. Leider viel zu selten sah man die "echten Kerle", die Detlev Dammeier gefordert hatte. Es fehlte der Mut und die Genauigkeit, um den in seinen Möglichkeiten begrenzten Gastgeber in Bedrängnis zu bringen. Hoffnung keimte auf, nachdem Pavel Fort in der 39. Spielminute der Ausgleich gelungen war.
Doch die Abwehr schlief ein weiteres Mal vor der Pause und verhalf Auer zu seinem zweiten Tor und der Alemannia zur erneuten Führung. Der Wille war auch nach der Pause zu erkennen, allein es mangelte an Kreativität und gefährlichen Chancen, um das Ergebnis noch einmal wenden zu können. Die größte vergaben Pavel Fort und Giovanni Federico in der 76. Spielminute.
"Wir haben ein engagiertes Spiel gezeigt, aber zu viele leichte Fehler in der Defensive gemacht", sagte der enttäuschte Dammeier nach der Partie. Letztlich habe das nötige Glück gefehlt. Ob er auch beim Derby in Paderborn auf der Trainerbank sitzen werden, sei offen, so Dammeier. "Es ging erst einmal um das Spiel in Aachen. Wir müssen uns jetzt zusammensetzen und neu entscheiden." Entscheidend sei ohnehin, dass die Mannschaft wieder punkte. "Darauf müssen wir uns konzentrieren." Den Arminen steht eine schwere Woche bevor.
Alemannia Aachen - Arminia Bielefeld 2:1 (2:1)
Alemannia Aachen: Stuckmann - Demai, Herzig, Olajengbesi, Jepsen - Höger, Fiel - Adlung (87. Burkhardt), Nemeth (79. Özgen), Uludag (74. Achenbach) - Auer
Arminia Bielefeld: Eilhoff - Lamey, Mijatovic, Fischer, Feick - Kauf - Katongo (84. Berisha), Federico, Halfar, Guela (63. Janjic) - Fort
Schiedsrichter: Willenborg (Osnabrück) -
Zuschauer: 19.123
Tore: 1:0 Auer (10.), 1:1 Fort (39.), 2:1 Auer (44.)
Gelbe Karten: - / Fischer (2)
Irgendwie habe ich das gefühl, dass die garnicht aufsteigen wollen.
Gegen Paderborn muss mit mindestens zwei Spitzen gespielt werden, ein Pavel Fort vorne allein zu lassen ist fahrlässig. Unter einem U.Rappolder wäre das ausgeschlossen.
Und noch was zu der Aufstellung gegen Aachen, ich bin fest davon überzeugt, dass Arminias Urgestein ( Hannes Scholz ) die Mannschaft besser eingestellt hätte als DD. Der weiß nämlich, dass Erfolg nur mit einer gewissen Power sicher ist.
In diesem Sinne,