Bielefeld. Gestern Sitzung, heute Sitzung, morgen Sitzung – Arminias Verantwortliche, insbesondere die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat, arbeiten derzeit fieberhaft an Lösungen für die aktuellen Probleme und suchen eine Antwort auf die im Moment drängendste Frage: wer wird neuer Trainer?
Dabei gibt es drei Modelle. Erstens: Es kommt ein neuer Mann, Typ Motivator, nur für den Rest der Saison. Zweitens: Detlev Dammeier bringt die Serie mit Frank Eulberg und Jörg Böhme zu Ende. Drittens: Ein neuer Coach mit Perspektive über den 30. Juni hinaus betreut die Mannschaft ab sofort und beginnt schon mit dem Neuaufbau für die nächste Saison.
Sport-Geschäftsführer Detlev Dammeier und Aufsichtsratschef Norbert Leopoldseder neigen zur dritten Variante, aber in leicht abgewandelter Form. Sie würden gern zeitnah jemanden verpflichten, mit dem zusammen der Klub ein Konzept für die kommende Spielzeit erarbeitet. Dabei wägen sie ab, ob es nicht cleverer ist, den neuen Mann – anstatt ihn direkt an die Seitenlinie zu schicken – besser im Hintergrund die neue Saison vorbereiten zu lassen, um ihn nicht zu "verbrennen".
Finanzielle Situation macht Trainersuche nicht einfacher
Das wiederum könnte bedeuten, dass Dammeier als Interimstrainer weitermacht. So würde sich der Klub bei der Trainersuche nicht unter Zeitdruck setzen. "Detlev Dammeier steht zu Arminia, er hat viel bewegt und hat großes Verantwortungsgefühl für den DSC", sagt Norbert Leopoldseder. Die Meinung der Anhänger und der zahlenden Zuschauer werde keinesfalls ignoriert. Er könne die Enttäuschung der Fans verstehen, "wir dürfen uns aber auch nicht verrückt machen lassen", sagt Leopoldseder.
Die finanzielle Situation des Klubs macht die Trainersuche und die Zusammenstellung des Kaders für 2010/11 nicht einfacher. Zwar sei die Saison bis zum Ende durchfinanziert, versichert Norbert Leopoldseder, ob das Saisondefizit allerdings bei rund 2,5 Millionen Euro bleibt, hänge entscheidend von den Zuschauereinnahmen ab, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende. Bleiben die Fans der Schüco-Arena fern, erhöht sich der Finanzbedarf Arminias zwangsläufig. Leopoldseder hofft daher auf ein ausverkauftes Derby.
Detlev Dammeier reißt sich nicht um den Trainerposten. Er würde sich der Verantwortung aber nicht entziehen und den DSC im Derby betreuen. Leicht dürfte die Aufgabe nicht werden, steht der Sport-Geschäftsführer doch schon seit einiger Zeit stark in der Kritik. Dammeier versucht das auszublenden: "Ich fühle mich nicht als Buhmann, nur weil einige Fans in Aachen ihrem Unmut Luft gemacht haben." Obwohl voraussichtlich Oliver Kirch und Michael Delura auch gegen Paderborn fehlen, mag Dammeier die sportliche Situation nicht so schwarz wie viele Fans sehen. Im Hinblick auf Ballbesitz und Torchancen habe sein Team beim 1:2 in Aachen "ein ordentliches Auswärtsspiel" abgeliefert.
@celler: du hast recht ! gegen die Selbstzerfleischung!!!