Sponsoren und der Bielefelder Oberbürgermeister äußern sich zu den geplatzten Aufstiegsträumen
Bielefeld. Nach dem Punktabzug und der Geldstrafe ist aus Sicht der Wirtschaft und der Stadt der Weg für Arminia in den kommenden Wochen klar vorgezeichnet. Die Devise sollte lauten: Mund abputzen und den Blick nach vorne richten. Einige Sponsoren wollten sich allerdings auch nicht zur aktuellen Situation des Vereins äußern.
"Ich war bereits nach den letzten Spieltagen nicht mehr der größte Optimist", kommentierte Wolfgang Brinkmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld, die Entscheidung der Deutschen Fußball-Liga (DFL). "Jetzt muss der Blick schwerpunktmäßig auf die neue Saison gerichtet und ein Trainer mit Perspektive geholt werden."
Brinkmann sagte auch, dass Arminia an die ostwestfälische Wirtschaft herantreten und sie überzeugen müsse, dass der Verein die Unternehmen braucht. Vertrauen müsse wieder gewonnen werden. "Ich bin mir sicher, dass der Verein das schafft. Arminia ist zu wichtig für Ostwestfalen und für Bielefeld."
Arminia ist ein wichtiger Imageträger für die Stadt
Die Schüco International KG, ab der kommenden Saison neuer Hauptsponsor, der Arminia bei einer weiteren Saison in der 2. Liga geschätzt mehr als eine Million Euro überweisen wird, wollte den Punktabzug und eventuell daraus resultierende Konsequenzen nicht kommentieren. "Ich bitte um Verständnis, dass wir dazu keine Stellung nehmen", sagte Schüco-Pressesprecher Thomas Lauritzen.
Neben dem Vertrag als neuer Hauptsponsor laufen zwischen Unternehmen und Verein Gespräche über eine weitergehende Zusammenarbeit. Auch Gerhard Weber, Vorstandsvorsitzender der Gerry Weber International AG, äußerte sich nur kurz: "Das ist eine unangenehme Situation. Wir werden Gespräche führen. Aber das es so aussieht, konnte niemand ahnen."
"Ich denke nicht als Oberbürgermeister, sondern als Fan", sagte Bielefelds Stadtoberhaupt Pit Clausen. "Gerade jetzt muss man dem Verein zur Seite stehen und im Wortsinne Leidenschaft zeigen." Für die Stadt selbst sei die Entwicklung bedauerlich, sagte Clausen.
Der Aufstieg hätte eine große Bedeutung für den Standort Bielefeld gehabt, die Arminia sei ein wichtiger Imageträger. "Und ein Imageträger in der ersten Liga wirkt natürlich weiter als ein Imageträger in der zweiten Liga." Aber auch Clausen richtetete den Blick nach vorn. Für dieses Jahr müsse man die Aufstiegsträume vermutlich begraben, aber "wir haben jetzt ein Projekt 2011."
Fan- und Mitglieder-Gespräch
Heinz Anders und Norbert Leopoldseder werden sich am Mittwoch den Fragen der Fans und Mitglieder zu diesem Thema stellen, teilte Arminia Bielefeld am Dienstagabend mit. Das "Fan- und Mitglieder- Gespräch" findet von 19.30 Uhr an im alten VIP-Raum in der Westtribüne der SchücoArena statt. Einlass ist ab 19 Uhr.