Bielefeld. Die eigene Mannschaft irgendwo im tabellarischen Niemandsland, der Gegner am Rande des Abstiegsabgrundes – da ließe sich vor der Zweitligapartie zwischen dem DSC Arminia und dem FSV Frankfurt (Ostersonntag, 13.30 Uhr) aus dem Fundus der Fußballfloskeln so manch passender Satz hervorkramen. Frank Eulberg tut es nicht, weil "das alles den Fan nullkommanichts interessiert. Der will einfach nur drei Punkte – genau wie ich", sagt der Bielefelder Interimstrainer. Mit Eulberg, in dieser Saison dritter Mann auf der Cheftrainerstelle nach Thomas Gerstner und Detlev Dammeier, ist ein neuer Ton eingezogen, ein etwas anderer Arbeitsansatz.
Er habe ganz bewusst "die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt", erklärt Eulberg. Zu den Lastenträgern gehört neben dem Co- (Jörg Böhme) und dem Torwart-Trainer (Thomas Schlieck) auch die Mannschaft. "Ich habe auch Führungsspieler wie Rüdiger Kauf und Giovanni Federico mit ins Boot genommen", sagt der Coach: "Das Ganze ist sehr kommunikativ, ohne dass es eine Diskussionsrunde gibt." Mit demMotto "Gemeinsam sind wir stark" lässt sich aus Eulbergs Sicht die Herangehensweise am besten beschreiben. Wie stark, wird sich am Sonntag in der Schüco-Arena zeigen.
Eulberg freut sich auf das Spiel
Der neue Chef gibt sich diesbezüglich "relativ entspannt" sowie "optimistisch" und meint lachend: "Es gibt tatsächlich auch in Bielefeld noch mindestens einen Menschen, der sich auf dieses Spiel freut – nämlich mich."Ein während der Trainingseinheiten entstandenes Gefühl, sagt Eulberg, das vom Team ähnlich empfunden wird und "klar auf das Ziel fixiert ist". Beleg für diese These sind für den Sechs-Spiele-Cheftrainer Kleinigkeiten des Alltags: So trainierte am Donnerstag der angeschlagene Assimiou Touré wieder mit. "Das sind Zeichen, dass die Spieler versuchen, auf den Platz zu kommen und bei den Spielen dabei zu sein", interpretiert Eulberg den Einsatz.
Für den Kader kommt Touré noch nicht wieder in Frage. Auch Jonas Kamper, den Eulberg "gerne dabei gehabt hätte", weil er ihn als "Superjoker" schätzt , spielt in den Planungen für das Frankfurt-Spiel keine Rolle. Oliver Kirch und Andre Mijatovic dagegen sind wieder voll belastbar und werden mit einiger Sicherheit in die Anfangsformation vorrücken. Die wahrscheinliche Aufstellung: Eilhoff - Lamey, Bollmann, Mijatovic, Feick - Kauf - Kirch, Federico, Guela - Fort, Berisha.