Beim 2:1 gegen den abstiegsbedrohten FSV Frankfurt dreht der DSC einen 0:1-Rückstand
Bielefeld. Als die Fans "Oh, wie ist das schön" anstimmten, war das Spiel keineswegs vorbei und der DSC Arminia konnte noch keine drei Punkte auf der Habenseite verbuchen. Sarkasmus machte sich ob der dürftigen Leistung des heimischen Fußball-Zweitligisten in der 57. Minute breit. Denn kurz zuvor hatte Ex-Armine Alexander Klitzpera das 1:0 für den FSV Frankfurt erzielt – und die Anhänger des Gastgebers fürchteten, dass ihr Ostersonntags-Ausflug in die Schüco-Arena mit einer Niederlage enden würde.
Aber da hatten sie die Rechnung ohne Trainer Frank Eulberg und Stürmer Besart Berisha gemacht. Der neue Chefcoach des DSC Arminia stellte den 24-jährigen Angreifer in die Startelf – und das zum ersten Mal in dieser Saison. Als Vertreter für den gelbgesperrten Christopher Katongo durfte der Albaner ran und er machte seine Sache mehr als gut.
Vor allem zwei Minuten nach dem Rückstand. Auf der linken Seite dribbelte er den Frankfurter Alexander Voigt aus und passte den Ball exakt zu Michael Lamey. Der nahm den Ball an und spitzelte ihn aus 16 Metern mit der Fußspitze zum 1:1 ins Tor (59.). Mit dem schnellen Ausgleich nahm Arminia den Gästen gleich den Wind aus den Segeln.
Fort ganz lässig
Doch es wurde noch besser. Die Arminia war jetzt endlich wach und drehte das Spiel: Berisha stand nach einem Freistoß in den Strafraum genau richtig, schoss scharf auf das FSV-Tor, den Abpraller nahm Pavel Fort auf, der den Ball aus elf Metern lässig ins lange Ecke zum 2:1 für den DSC Arminia einschob (63.). "Oh, wie ist das schön", hallte es von der Südtribüne – diesmal wirklich vor Freude.
"Das Team hat eine tolle Moral bewiesen", sagt Trainer Eulberg, der eine gelungene Premiere als Chef auf der Bank feiern konnte. Er lobte den Teamspirit und freute sich einfach über drei Zähler: "Trotz der schwierigen Situation waren wir nicht bereit, dem Gegner die Punkte zu schenken." Man habe aber ein Quäntchen Glück in den richtigen Momenten gehabt, so Eulberg.
So sah es auch Frankfurts Trainer Hans-Jürgen Boysen: "Über die gesamte Spielzeit hat Arminia den besseren Fußball gespielt, aber wir hatten die besseren Chancen." Vor allem der eingewechselte FSV-Angreifer Cidimar vermieste seinem Trainer die Osterstimmung. Bei einem Kopfball des Brasilianers reagierte Dennis Eilhoff glänzend (74.), neun Minuten vor dem Ende wäre auch der Arminia-Keeper machtlos gewesen: Cidimar lief allein auf Eilhoff zu, schoss den Ball aber knapp am rechten Pfosten vorbei.
Aktionen dem Aprilwetter angepasst
Arminia musste bis zum Schlusspfiff um den Erfolg zittern – die letzten 20 Spielminuten waren ein Spiegelbild der gesamten DSC-Leistung am Ostersonntag. Die Aktionen der Arminen schienen sich ein wenig dem Aprilwetter angepasst zu haben: Licht und Schatten, Sonne und Regen wechselten sich regelmäßig ab.
Zur Abteilung Licht gehörte eindeutig Besart Berisha. Von Beginn an war er einer der Aktivposten im Bielefelder Spiel. Eulberg hatte ihm das Vertrauen geschenkt, und der 1,84 Meter große Stürmer wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. "Ich bin sehr froh, dass ich von Frank die Chance bekommen habe", sagte Berisha. "Im System mit zwei Spitzen ist Besart immer ein Kandidat", erklärte Coach Eulberg, der nun vor der nächsten Partie am Freitag bei 1860 München die Qual der Wahl hat. Katongo ist wieder spielberechtigt, aber an Berisha kommt der neue Cheftrainer des DSC Arminia erst einmal nicht mehr vorbei.
Arminia Bielefeld - FSV Frankfurt 2:1 (0:0)
Bielefeld: Eilhoff - Lamey, Bollmann, Mijatovic, Feick - Kauf - Kirch (76. Kerr), Federico, Risgard, Berisha (84. Halfar) - Fort (80. Janjic).
Frankfurt: Klandt - Müller, Klitzpera, Gledson, Voigt (71. Kujabi) - Ledgerwood (71. Junior Ross), Mehic - Gallego, Gjasula, Munteanu (71. Cidimar) - Mölders
Tore: 0:1 Klitzpera (57.), 1:1 Lamey (59.), 2:1 Fort (63.)
Zuschauer: 9.500
Schiedsrichter: Christian Bandurski (Essen)
Gelbe Karten: Berisha (2), Feick (4) - Cidimar (5)