München. Unvergessliche Aufstiegsschlachten haben sie sich geliefert, dazu Schicksalsspiele um den Klassenerhalt mit einem ebenso in der Erinnerung eingegrabenen 120-Sekunden-Happyend für Arminia beim 3:2 in der Serie 1980/81. Doch im April 2010, als Zweitligateams weit entfernt von glorreichen Zeiten, interessieren sich TSV 1860 München und DSC Arminia Bielefeld weniger für die aktuellen Ergebnisse, als vielmehr für die Gestaltung einer wieder erfolgreicheren Zukunft.
Die Löwen haben dabei ihr 5-Millionen-Euro-Problem mit der belastenden Miete für die ungeliebte Allianz-Arena zu lösen, die Vereins-Vizepräsident Franz Maget jüngst als "seelenlose Fußballmaschine" bezeichnete. Auch während der Partie gegen Arminia machten die Fans der Sechziger ihren Unmut deutlich, mit Schlachtrufen wie "Raus aus der Arena", wobei sie von den DSC-Anhängern in einer entsprechenden T-Shirt-Choreografie perfekt unterstützt wurden.
Da wirkt der Bielefelder Verdruss über den Osttribünen-Umbau in der Schüco-Arena vergleichsweise harmlos, zumal derzeit eher personelle Fragen zu beantworten sind. Und weil sich der DSC auf diesem Terrain schwer tut, gibt es auch um die Nachfolger der kürzlich freigestellten Trainer (Thomas Gerstner) und Sport-Geschäftsführer (Detlev Dammeier) neue Verwirrung. Ging kürzlich noch der Trend dahin, einen starken Teammanager mit Allein-Vollmacht zu installieren, ist nun wieder Ämtertrennung favorisiert.
Dammeier als Nachwuchskoordinator
Dabei gilt der Bielefelder Mario Ermisch, derzeit Trainer beim Westfalenligisten TuS Dornberg, als erster Anwärter auf den Teammanager-Posten. Er wäre damit auch Vorgesetzter des bisherigen Sportchefs Detlev Dammeier, dem die Position des Nachwuchskoordinators angeboten worden ist. Dammeier scheint sich nach anfänglichen Zögern mit dieser neuen Arbeitsplatzbeschreibung anfreunden zu können - vorausgesetzt, sein bis 2011 laufender Vertrag wird verlängert, um in dieser Zeit parallel die Ausbildung zum DFB-Lizenztrainer zu absolvieren.
Irgendwo dazwischen wird sich Frank Eulberg als Co-Trainer einordnen. Mit dem Wunsch, durch seine Arbeit "möglichst mal über einen längeren Zeitraum denselben Cheftrainer begleiten" zu dürfen. Wer dies sein wird, ließ Geschäftsführer Heinz Anders gestern offen: "Wir geben einen Trainer bekannt, wenn wir meinen, den richtigen gefunden zu haben."