Bielefeld. Bielefelds Stadtwerke-Chef Wolfgang Brinkmann kandidiert als Präsident des DSC Arminia Bielefeld. In diesem Amt müsste er allerdings noch größere finanzielle Probleme lösen, als zuletzt befürchtet wurde. Laut Deutscher Fußball-Liga (DFL) hat der Zweitligist für kommende Saison eine Finanzierungsloch von 12 Millionen Euro. Die Hälfte davon soll die Stadt Bielefeld stopfen.
Bei einer Pressekonferenz am Freitagmittag bei den Stadtwerken wurde die Dimension von Arminias finanziellen Schwierigkeiten erst richtig deutlich. Von den fehlenden 12 Millionen Euro, um die Lizenz für die kommende Saison zu erlangen, können laut Brinkmann und dem noch amtierenden Präsidenten Hans-Hermann Schwick 3 Millionen durch eigene Einsparungen reingeholt werden. Die OWL-Wirtschaft müsste ebenfalls 3 Millionen beisteuern. Bleiben 6 Millionen, die die Stadt Bielefeld trotz ihrer eigenen desolaten Finanzlage tragen soll. Das Geld muss laut DFL bis zum 2. Juni aufgetrieben werden. Nicht eingerechnet sind Transfererlöse, da der Klub mit Spielerverkäufen noch bis zum 31. August Geld einnehmen könnte.
Ob und wie die Kommune den Verein unterstützt, könnte schon am 6. Mai, einen Tag nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung, im Stadtrat entschieden werden. Ein solch zügiges Vorgehen wünscht sich jedenfalls Präsidentschaftskandidat Brinkmann. Vorstellen kann er sich beispielsweise eine Beteiligung der Stadt am Stadion des Vereins. Der 65-Jährige, seit 2005 stellvertretender Aufsichtsratchef, macht sein neues Engagement bei Arminia besonders von einer Bedingung abhängig: "Am 5. Mai muss in der Mitgliederversammlung die neue Vereinsstruktur beschlossen werden, sonst ist der Klub nicht professionell zu führen."
25 Millionen Euro Verbindlichkeiten
Freitagmittag hatte der DSC Arminia Bielefeld e.V. den Jahresabschluss für das Jahr 2009 vorgelegt. Demnach hat der Verein fast 25 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Zudem wurde ein Verlust von 757.000 Euro im vergangenen Geschäftsjahr eingefahren. In 2008 waren noch 465.000 Euro Gewinn erwirtschaftet worden.
Schatzmeister Andreas Mamerow ordnet die Zahlen ein: "Insgesamt ist der Abschluss unspektakulär. Der Verlust ist in erster Linie aus Einmaleffekten der Betriebsprüfung entstanden. Wichtig sind die Verbindlichkeiten gegenüber den Kreditinstituten, die wir ja sogar um 600.000 Euro auf 13,16 Millionen Euro reduzieren konnten." Die Verbindlichkeiten gegenüber der Tochtergesellschaft KGaA betragen 11,5 Millionen Euro, 2008 waren es noch 11 Millionen.
Die "Einmaleffekte" aus der Betriebsprüfung erklärt Arminia folgendermaßen: Es hat eine Steuernachzahlung in Höhe von 400.000 Euro für die Jahre 2005 bis 2007 sowie rund 350.000 Euro für anteilige Versand- und Produktionskosten für das Vereinsmagazin "Halbvier" gegeben, die nun im Verein gebucht werden müssen. Die Verluste werden weiterhin durch um 360.000 Euro höhere Abschreibungen erklärt.
Insgesamt hat sich die Bilanzsumme in 2009 um 200.000 Euro auf 27,6 Millionen erhöht. Um die gleiche Summe stieg das Sachanlagevermögen mit jetzt 24,9 Millionen Euro. Das Beteiligungsvermögen (Beteiligungen an den Tochtergesellschaften DSC Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA und DSC Arminia Bielefeld Management GmbH) bleibt den Angaben zufolge konstant bei 2,525 Millionen Euro. Das Eigenkapital beträgt nur noch 19.000 Euro, im Jahr zuvor waren es 776.000 Euro.
Das Präsidium des Fußball-Zweitligisten hatte einen neuen Steuerberater mit der Erstellung des Jahresabschlusses beauftragt, um eine weitere Entflechtung zwischen dem eingetragenen Verein und seiner Tochtergesellschaft KGaA zu erlangen. Die Wahl fiel auf die Steuerberatungssozietät "Nahmmacher - Mensendiek - Oestreich" aus Bielefeld. Den detaillierten Bericht wird Schatzmeister Andreas Mamerow, so die Pressemitteilung von Arminia, satzungsgemäß auf der ordentlichen Mitgliederversammlung am 6. Juni vorstellen.
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An allen Ecken und Enden wird gin Bielefeld gespart... aber für einen lokalen Fußballklub soll Geld da sein?! Da hat wohl jemand den Schuss nicht gehört. Wenn sie nicht fähig sind, ordentlich zu wirtschaften, gehen sie eben unter - das ist nur logisch und richtig so. Lieber ein Ende mit Schrecken, als Schwachsinn ohne Ende. Zwangsabstieg und Konsolidierung JETZT!!!