Bielefeld. Die Anzeichen verdichten sich: Christian Ziege (38) wird neuer Trainer und sportlicher Leiter beim Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld. Er selbst verkündet das offensiv. Aber: Auch Ex-Arminia-Coach Benno Möhlmann ging am Freitagabend auf Nachfrage dieser Zeitung davon aus, dass er noch im Rennen ist.
Die Verantwortlichen des Zweitligisten hüllen sich diesbezüglich in Schweigen. Eine endgültige Entscheidung soll dem Vernehmen nach am Dienstag nach Pfingsten fallen. Dann ist Dirk U. Hindrichs vom Arminen-Hauptsponsor Schüco aus dem Urlaub zurückgekehrt. Natürlich ist die Stimme des wichtigsten Geldgebers aus der OWL-Wirtschaft in der Zeit größter finanzieller Not von großem Gewicht.
Der 72-malige Nationalspieler Ziege erklärte derweil dem Express in der Samstagausgabe: "Ich war Dienstag und Freitag in Bielefeld. Es sieht so aus, dass ich einen Vertrag bekomme. Aufsichtsrats-Vorsitzender Norbert Leopoldseder und Dr. Oetkers Neffe Paul von Schubert haben mir gesagt, dass sie sich für den jungen und dynamischen Weg entschieden haben." Der Zeitplan von Zieges Einstellung soll demnach stehen: "Dienstag haben mich die Vereinsgremien eingeladen, für Mittwoch ist die Vorstellung geplant.
Ich würde mich freuen, wenn alles wie besprochen klappt. Das wäre eine Super-Sache." Voraussetzung für seinen Einstieg ist die Lizenzerteilung. Ziege optimistisch: "Das war natürlich eine meine wichtigsten Fragen. Mir wurde erklärt, dass Arminia die Auflagen und Bedingungen mit Hilfe der Stadt und der Wirtschaft erfüllen kann."
Brinkmann nimmt Wirtschaft in die Pflicht
Zieges erfahrener Kollege Möhlmann beruft sich stattdessen auf die "am Freitag erhaltene Info seitens Arminias, dass nichts entschieden sei und ich bis Dienstag warten solle".
Unterdessen darf der Verein auf ein Darlehen in Höhe von 4,85 Millionen Euro durch die Stadt Bielefeld hoffen. Da Arminias Profiabteilung kein Geld oder eine Bürgschaft von der Stadt direkt bekommen darf, wurde nun ein Weg gefunden, die prekäre finanzielle Situation des DSC zu entschärfen. Die BBVG, eine 100-prozentige städtische Tochtergesellschaft, stellt dem Verein das Geld zu marktüblichen Zinsen zur Verfügung - wenn der Bielefelder Stadtrat am 28. Mai zustimmt.
Das ist ein ganz wichtiger Baustein, um die Lizenz zu erhalten", sagt der stellvertretende Aufsichtsratschef und designierte Präsident Wolfgang Brinkmann. "Wir erwarten jetzt von der Wirtschaft aber auch, dass sie ihren Beitrag von drei Millionen Euro bringt." Um von der Deutschen Fußball-Liga die Lizenz zu bekommen, muss der DSC Arminia aktuell eine Deckungslücke von 10,2 Millionen Euro schließen. Der Anteil der Stadt beträgt 5,1 Millionen Euro (4,85 Millionen plus 250.000 Euro aus einem von den städtischen Kliniken gewährtem Darlehen). Arminia müsste demnach noch knappe zwei Millionen Euro aufbringen, um die gesamte Summe zu stemmen. Um zwei Millionen Euro hat Arminia die Lücke von ursprünglich 12,2 Millionen Euro bereits verkleinert. "Gestern war ein guter und unglaublich wichtiger Tag", sagt Brinkmann. "Ich hoffe, dass ein weiterer guter Tag folgt - am Freitag mit der Ratssitzung."