Sonnabend, 26.05.2012
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01.06.2010
Gerhard Weber: "Der Sanierungsplan steht"
INTERVIEW: Unternehmer über die Rettung von Arminia Bielefeld

Macht sich Gedanken um die Zukunft von Arminia | FOTO: DPA

Bielefeld. Im Ringen um die finanzielle Rettung von Arminia Bielefeld zeichnet sich eine überraschende Lösung ab. Im Gespräch mit Thomas Seim kündigt Gerhard Weber, Vorstandsvorsitzender des Lifestyle-Konzerns Gerry Weber International AG (Halle), prominente Hilfe für den angeschlagenen Verein an.

Herr Weber, die Stadt Bielefeld entzieht sich der Verantwortung für Arminia. Wie sehen Sie den Ratsbeschluss zu möglichen finanziellen Hilfen aus der letzten Woche?
GERHARD WEBER: Zunächst einmal ist nicht zu übersehen, dass auch Arminia viele Fehler gemacht hat. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass in dieser Angelegenheit auch auf kommunaler Ebene Parteipolitik entscheidend ist. Zumal Arminia ein enormer Werbeträger, nicht nur für die Stadt, sondern für Ostwestfalen insgesamt ist. Von daher hätte ich mir vom Bielefelder Rat mehr Unterstützung gewünscht.

Viele Fans - und nicht nur die - hoffen nun auf Sie. Wie sehen Sie Ihre Rolle bei der Rettung von Arminia?
WEBER: Erschrocken war ich am Samstag über Ihre Schlagzeile, dass ich die letzte Hoffnung der Arminia bin. Lassen Sie mich das einmal klarstellen: Gerhard Weber ist nicht der Retter und kann es auch mit dem Unternehmen Gerry Weber International AG nicht sein. Bin aber gerne dabei, Dirk U. Hindrichs, der bisher die meiste Arbeit geleistet hat, zu unterstützen. Von daher haben wir in den letzten Tagen zahlreiche Gespräche geführt, denn wir wollen uns für den Sport in Ostwestfalen einbringen. Das ist mein Teil, den ich zur Rettung beitragen kann.

Gibt es denn außer den bereits bekannten Unternehmungen, die Arminia helfen wollen, noch andere, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen?
WEBER: Erfreulicherweise ist das so. Von daher bin ich sehr erfreut, dass mir heute telefonisch seitens der Gauselmann AG die Zusage gegeben worden ist, dass man mit einem siebenstelligen Darlehen dabei ist. Daran erkennt man, dass es auch außerhalb von Bielefeld Unterstützer für Arminia gibt. Mit Paul Gauselmann bin ich seit Jahren freundschaftlich verbunden und er steht dem ostwestfälischen Sport sehr positiv gegenüber. Sein Engagement zeigt, dass er in unser Engagement Vertrauen hat.

Die Zeit für eine Rettung der Lizenz wird knapp. Glauben Sie, dass der Verein es mit der Hilfe der ostwestfälischen Wirtschaft schaffen wird, der Deutschen Fußball-Liga (DFL) bis zum 2. Juni ein Konzept für die Lizenzerteilung vorzulegen?
WEBER: Seit heute bin ich davon überzeugt, dass dies morgen der Fall sein wird. Auch wenn etliche ostwestfälische Unternehmen an diesem Finanzierungskonzept beteiligt sind, möchte ich eins erwähnen: Die finanzielle Hauptlast tragen Gauselmann, Schüco und Gerry Weber und es ist davon auszugehen, dass am Stichtag der Sanierungsplan steht. Um Arminia für die Zukunft richtig aufzustellen, müssen noch einige Partner mehr gewonnen werden. Umso einfacher wäre es dann für die Arminia, optimistischer in die Zukunft zu sehen.

Wenn die Rettung von Arminia gelingt: Sehen Sie Ihren Platz wieder auf der Fan-Tribüne?
WEBER: Nach wie vor werde ich dabei sein. Gemeinsam werden wir dann mit dem neuen möglichen Präsidenten, Wolfgang Brinkmann, versuchen, Arminia wieder sportlich nach vorne zu bringen.


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Kommentare
Jetzt wo Arminia aus den Portokassen der großen Firmen die Gehälter der Sport-Millionäre finanziert kann mit der "Plazebosumme" -Aussage von Arminia-Funktionären- von 500.000 € die kleinen überaus wichtigen Sportvereine unterstützt werden. Hier wird ein wichtiger Beitrag im sozialen Bereich geleistet. Hut ab für die vielen Trainer und Betreuer hier.

Ich fänds eigentlich am schönsten, wenn gar keine Vereine in die Insolvenz gehen müssten.
Die Lizenzbedingungen sollten langsam angezogen werden, damit die Vereine gezwungen werden die Spielergehälter (dann im kompletten Profifussball, damit bleiben alle konkurrenzfähig) und sonstigen Aussgaben zu senken, aber nicht so abrupt, dass Clubs dadurch zerstört werden.
Ich hätte gar nichts dagegen, wenn die DFL Grenzen festlegt, dass maximal 10% der Einnahmen in Spielergehälter und Ablösesummen gezahlt werden, auch wenn das bei Arminia nichts geholfen hätte, da das Problem ja durch die Tribüne entstanden ist. Die Schulden eines Vereins müssten auf jedenfall auch mit in die Lizenzubedingungen aufgenommen werden, und das unter berücksichtigung des gesamten Konzerns, welcher hinter einem Club steht.
Kein Club dürfte soviel Schulden aufnehmen, auch nicht für einen Tribünenbau, dass er bei einmaligem Abstieg bereits gefährde ist. Viele Clubs sind ja trotz jahrelangem Klassenerhalts und relativ gutem
Abschneiden, teilweis sogar mit Aufstieg zwischendurch gefährdet.
Und wenn es dann Vereine gibt, die nicht mehr wohin wissen mit Ihrem Geld, führt das vielleicht mal endlich dazu, dass mehr Geld in Sportstätten und Jugendarbeit gesteckt wird.

@robber
Tatsächlich haben sie aber eine Menge Falschaussagen getroffen. Nur wenige , Wenn überhaupt welche sehen NUR Arminia, Arminia, Arminia.
Und das die Politiker sich wirklich nicht mit Ruhm beckleckert haben ist auch eine tatsache.
Es wurde hier immer wieder erklärt,warum es sich auch für die Stadt aus finanzieller Hinsicht gelohnt hätte, ein Darlehen zu vergeben, manche hat die aber nicht interessiert, und haben einfach nur verbale attacken geritten.
Wenn folglich aber Politiker zum Schaden der Stadt entschieden haben werde ich mich doch wohl noch darüber aufregen dürfen. Das der finanzielle Schaden jetzt vielleicht doch nicht entsteht, ist doch schließlich nicht Verdienst der Politiker
Das Herr Gauselmann sich engagiert und eine Kredit gibt finde ich bemerkenswert, der Mann muss sich schließlich mit Risiken und Gewinnwahrscheinlichkeiten auskennen, damit sein Geräte nicht für Ihn zum Glücksspiel werden.

Wartet allemal ab,was in der Zukunft alles passiert in Punkto lizensierung. Es wird Vereine treffen das glaubt man Link unterdrückt: Erstmal ein danke für die gratulation-aber wer im Glashaus sitzt.......ohne die Finanzspritze von 25Millionen von der Städtischen Tochtergesellschaft GEW wäre in der Winterpause schon schluß gewesen.Auch darfst du nicht vergessen das ihr noch 40 (Vierzig) Profis unter Vertrag habt,darunter zb. Albert Streit bis 2012 bei 2Millionen Jahresgehalt garantiert.Ich könnte noch mehr schreiben.........und ich weiß wovon ich rede,ich lebe hier ! Ach ja Rot Weiß Essen ist der nächste Traditionverein der weg vom Fenster ist. 2,5 Millionen bis Mittwoch bekomme die woll nicht zusammen. Wir sind jetzt schonmal auf den richtigen weg. LANG LEBE UNSER DSC ARMINIA. Ich bin ein ARMINE aber KEIN BIELEFELDER.

Verzweifelter (18.32) und Michelle(18.20): Ihr habt das aus meiner Sicht sehr treffend zum Ausdruck gebracht. Schön, dass Ihr die Realität noch wahrnehmt.



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