Bielefeld. Im Ringen um die finanzielle Rettung von Arminia Bielefeld zeichnet sich eine überraschende Lösung ab. Im Gespräch mit Thomas Seim kündigt Gerhard Weber, Vorstandsvorsitzender des Lifestyle-Konzerns Gerry Weber International AG (Halle), prominente Hilfe für den angeschlagenen Verein an.
Herr Weber, die Stadt Bielefeld entzieht sich der Verantwortung für Arminia. Wie sehen Sie den Ratsbeschluss zu möglichen finanziellen Hilfen aus der letzten Woche?GERHARD WEBER: Zunächst einmal ist nicht zu übersehen, dass auch Arminia viele Fehler gemacht hat. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass in dieser Angelegenheit auch auf kommunaler Ebene Parteipolitik entscheidend ist. Zumal Arminia ein enormer Werbeträger, nicht nur für die Stadt, sondern für Ostwestfalen insgesamt ist. Von daher hätte ich mir vom Bielefelder Rat mehr Unterstützung gewünscht.
Viele Fans - und nicht nur die - hoffen nun auf Sie. Wie sehen Sie Ihre Rolle bei der Rettung von Arminia?WEBER: Erschrocken war ich am Samstag über Ihre Schlagzeile, dass ich die letzte Hoffnung der Arminia bin. Lassen Sie mich das einmal klarstellen: Gerhard Weber ist nicht der Retter und kann es auch mit dem Unternehmen Gerry Weber International AG nicht sein. Bin aber gerne dabei, Dirk U. Hindrichs, der bisher die meiste Arbeit geleistet hat, zu unterstützen. Von daher haben wir in den letzten Tagen zahlreiche Gespräche geführt, denn wir wollen uns für den Sport in Ostwestfalen einbringen. Das ist mein Teil, den ich zur Rettung beitragen kann.
Gibt es denn außer den bereits bekannten Unternehmungen, die Arminia helfen wollen, noch andere, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen?WEBER: Erfreulicherweise ist das so. Von daher bin ich sehr erfreut, dass mir heute telefonisch seitens der Gauselmann AG die Zusage gegeben worden ist, dass man mit einem siebenstelligen Darlehen dabei ist. Daran erkennt man, dass es auch außerhalb von Bielefeld Unterstützer für Arminia gibt. Mit Paul Gauselmann bin ich seit Jahren freundschaftlich verbunden und er steht dem ostwestfälischen Sport sehr positiv gegenüber. Sein Engagement zeigt, dass er in unser Engagement Vertrauen hat.
Die Zeit für eine Rettung der Lizenz wird knapp. Glauben Sie, dass der Verein es mit der Hilfe der ostwestfälischen Wirtschaft schaffen wird, der Deutschen Fußball-Liga (DFL) bis zum 2. Juni ein Konzept für die Lizenzerteilung vorzulegen?WEBER: Seit heute bin ich davon überzeugt, dass dies morgen der Fall sein wird. Auch wenn etliche ostwestfälische Unternehmen an diesem Finanzierungskonzept beteiligt sind, möchte ich eins erwähnen: Die finanzielle Hauptlast tragen Gauselmann, Schüco und Gerry Weber und es ist davon auszugehen, dass am Stichtag der Sanierungsplan steht. Um Arminia für die Zukunft richtig aufzustellen, müssen noch einige Partner mehr gewonnen werden. Umso einfacher wäre es dann für die Arminia, optimistischer in die Zukunft zu sehen.
Wenn die Rettung von Arminia gelingt: Sehen Sie Ihren Platz wieder auf der Fan-Tribüne?WEBER: Nach wie vor werde ich dabei sein. Gemeinsam werden wir dann mit dem neuen möglichen Präsidenten, Wolfgang Brinkmann, versuchen, Arminia wieder sportlich nach vorne zu bringen.