Bielefeld. Christian Ziege hat beim Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld den Hut auf. "Das heißt aber noch lange nicht, dass es beim DSC eine One-Man-Show gibt", erklärt der 38-jährige Ex-Nationalspieler, der zwar als Cheftrainer und Sportchef eingestellt wurde, aber als Teamplayer arbeiten möchte: "Arminia ist nicht Christian Ziege allein." Wichtigster Ansprechpartner ist der kaufmännische Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier, der den Finanzrahmen für Zieges Arbeit vorgibt.
Ziege über sein Trainerteam: "Vertrauen ist im Trainerteam ganz wichtig. Daher habe ich mich für Mario Himsl und Ralf Santelli als Co-Trainer entschieden. Mit den beiden Neuen werden wir ein hervorragendes Team haben, welches sich neben der Arbeit mit dem Profikader zukünftig auch um die Bereiche Scouting, Fitness, Reha-Training und Nachwuchs kümmern wird. Es ist gut, dass ich zwei Assistenten habe, dann kann ich mich auch um meinen Job als Sportchef kümmern", erklärt Ziege.
Himsl (37), zuletzt für den Fußballverband Mittelrhein tätig, und Santelli (42), bis vor einem Jahr Trainer und Co-Trainer bei Wacker Burghausen, haben gemeinsam mit Ziege im April den DFB-Trainerlehrgang abgeschlossen, Himsl gar als Lehrgangsbester. Torwarttrainer beim DSC bleibt Thomas Schlieck. "Jörg Böhme wird nicht mehr im Trainerteam sein. Er soll aber im Verein weiter arbeiten. Wir besprechen mit ihm derzeit eine Lösung, mit der sich sowohl der Klub als auch Jörg zu 100 Prozent identifizieren können", so Ziege.
Jörg Weber wird Teammanager
Ziege über einen Teammanager: "Jörg Weber wird diese Aufgabe übernehmen. Er kümmert sich um organisatorische Dinge, wie Testspiele und Trainingslager. Zudem soll er Ansprechpartner für die Spieler sein. Er bleibt auch Scout. Wir sind im Verein alle Scouts."
Ziege über die Arbeit im Verein: "Ich versuche mit jedem, der eine Mannschaft trainiert, über Fußball zu diskutieren. Man nimmt immer etwas mit, wenn man sich kontrovers mit einem Thema auseinandersetzt. Ein Austausch sollte immer stattfinden. Es gibt nicht nur die Profiabteilung, alles sollte miteinander verzahnt sein. Ich rede auch mit dem U-23-, U-19- oder U-17-Trainer."
Ziege über die lange Vorbereitung: Mit dem Auftakt am 20. Juni beginnt für die Profis des DSC Arminia eine achtwöchige Vorbereitung bis zum DFB-Pokalspiel bei Jahn Regensburg (13. bis 15. August). "Die ersten drei Wochen werden wir hart trainieren, danach gibt es ein Break. Die Spieler bekommen für fünf Tage ein Programm an die Hand, das sie umsetzen sollen, zum Beispiel mit Laufen. Dann kommt das Trainingslager, danach werden weitere drei Wochen konzentriert bis zum Saisonstart gearbeitet."
Ziege über das Trainingslager: "Vom 17. bis 24. Juli fahren wir für eine Woche nach Bad Füssing in Bayern. Im Hintergrund haben wir lange daran gearbeitet, wir wussten, dass es nicht viel Geld kosten kann. Ich bin überrascht, was alles geht, wenn man sich darum bemüht. Es ist uns gelungen, das Trainingslager für Arminia kostengünstig zu organisieren. Die Woche in Bad Füssing ist deshalb so wichtig, um sich in der Gruppe noch besser kennenzulernen."
Finanzen sind schwierig
Ziege über Arminias Geldsorgen: "Die Situation ist schwierig. Ralf Schnitzmeier steckt den finanziellen Plan ab. Er sagt mir: Bis hierher und nicht weiter. Und das ist auch gut so. Es ist gibt viel zu tun – im Sport- und Finanzbereich. Ich glaube, dass darin auch eine große Chance liegt: Man kann Dinge verändern und hoffentlich auf den richtigen Weg bringen."
Ziege über seine Spielphilosophie: "Die hängt davon ab, welche Spieler schließlich da sind. Ich habe grundsätzlich etwas im Kopf. Wenn man sich im Fußball Gedanken macht, geht viel über das Einstudieren mit dem Team. Man gibt der Mannschaft etwas an die Hand, wie sie es in der Defensive und wie sie es in der Offensive machen soll. Der offensive Teil ist immer ein Stück weit schwieriger. Aber es ist machbar, dass sich ein Team im Idealfall viele Torchancen erspielt. Das geht nicht von heute auf morgen, dafür ist eine Vielzahl von Wiederholungen nötig. Die Spieler müssen es verinnerlichen, ob es dann funktioniert, steht auf einem anderen Blatt."
Ziege über den Bundesliga-Aufstieg: "Ich werde mich nicht hinstellen und sagen: Wir spielen um den Aufstieg. Das ist nicht realistisch."
Ziege über seinen Wohnort: "Derzeit pendele ich jeden Tag zwischen Bielefeld und meinem Wohnort Düsseldorf hin und her. Ich bin zwar nicht sehr lange zu Hause, aber es ist mir unheimlich wichtig, wenigstens eine Stunde die Familie um mich zu haben. Die Zeit im Auto nutze ich, um über gewisse Dinge nachzudenken. Zudem ist es der einzige Ort, wo keiner etwas von mir will."
Ein echter Fabn ist auch, wer kritisiert, wnigstens das hast Du erkannt.