Bielefeld. Gemeinsam mit Trainer Christian Ziege wurde Ralf Schnitzmeier am 26. Mai 2010 als neuer kaufmännischer Geschäftsführer beim Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld vorgestellt. Der 45 Jahre alte Diplom-Kaufmann aus Steinheim war zuvor bei der Unternehmensberatung Unity und von 2003 bis 2008 Geschäftsführer der AWD-Arena beim Bundesligisten Hannover 96. Davor war Schnitzmeier Geschäftsführer beim Sportrechtevermarkter Sportfive. Mit Schnitzmeier sprach Jörg Fritz.
Herr Schnitzmeier, Arminia hat sich von elf Spielern getrennt – zumeist aus finanziellen Gründen. Sind die Auflagen der DFL zur Reduzierung des Etats damit erfüllt?SCHNITZMEIER: Mit dem jetzigen Kader können wir in die Saison gehen. Die Finanzierung passt. Wir haben die Ziele erreicht. Das heißt aber nicht, dass es keine Veränderungen mehr geben wird.
Müssen weitere Spieler wie Pavel Fort, Rowen Fernandez oder Kaspar Risgaard Arminia verlassen?SCHNITZMEIER: Wir machen kein Geheimnis daraus, dass diese Drei wechseln können, wenn sie es wollen. Es gibt Gespräche mit ihren Beratern. Zudem kümmern auch wir uns um mögliche Interessenten.
Wie bewerten Sie momentan die Außendarstellung des Vereins?SCHNITZMEIER: Wir arbeiten beharrlich daran, ein klares Bild nach draußen abzugeben. Diese Politik verfolgt und kommuniziert auch Trainer Christian Ziege offen. Sein Name in Verbindung mit Arminia Bielefeld ist positiv besetzt.
Wichtige Stellen im Verein sind neu besetzt worden. Kehren diese neuen Besen schon gut?SCHNITZMEIER: Vorrangiges Ziel aller Neuen ist es, den Klub voranzubringen. Ich bin nur ein Rad am Wagen. Das Team ist das Entscheidende, wie auf dem Platz. Arminia muss den Weg gehen, der zu Arminia passt.
Wie steht es derzeit um Arminias Finanzen?SCHNITZMEIER: Wir befinden uns auf dem langen Weg der Konsolidierung. Auf dem Weg dorthin haben wir gerade einen Mosaikstein gesetzt. Es kann zu keinem Zeitpunkt Entwarnung gegeben werden. Unwägbarkeiten jeglicher Art während der Saison sind nicht berechenbar. Wir bemühen uns, sie planerisch zu erfassen.
Das Stadion ist ein hoher Kostenfaktor.SCHNITZMEIER: Ein wesentlicher Baustein für die Zukunft ist der Betrieb und die gesellschaftliche Einordnung der Schüco-Arena. Ausgliedern oder nicht – wir suchen die strategisch beste Form für Arminia. Das Präsidium präsentiert das Konzept, wenn es wasserdicht ist. Hat auch nur ein Partner leichte Zweifel, wird die Vorstellung später erfolgen.
Wie sieht die Hilfe der ostwestfälischen Unternehmen wie Schüco, Gerry Weber, Gauselmann oder Oetker aus?SCHNITZMEIER: Sie haben entscheidend mit dazu beigetragen, die Lizenz zu sichern. Oetkers Engagement ist im Nachwuchsbereich angesiedelt. Mit den beiden anderen Unternehmen sind wir bekanntlich seit Jahren in vielerlei Hinsicht partnerschaftlich verbunden. Dazu kommt nun auch die Unterstützung durch ihre Mitarbeit im Aufsichtsrat.
Mit welchem Zuschauerschnitt rechnen Sie für die zweite Zweitligasaison?SCHNITZMEIER: Wir kalkulieren mit 15.000 Besuchern. Hoffnungsfroh stimmt der Dauerkartenvorverkauf, der mit 4.500 auf Vorjahresniveau liegt.
>>>Als Meinungsschreiber muß man hier kein Profi sein, das darf man auch so, aber der Interviewgeber sollte es schon sein.