Bielefeld. Fast sieben Stunden brauchte die Mitgliederversammlung, um einen weiteren wesentlichen Schritt zur Genesung des vor gut einem Jahr noch tot geglaubten Patienten DSC Arminia Bielefeld zu machen. Dann war der fünfköpfige neue Verwaltungsrat gewählt, jenes Gremium, das laut der neuen Vereinssatzung mit erheblich mehr Kompetenz ausgestattet ist.
Entsprechend der Bedeutung der Wahl – der Verwaltungsrat bestimmt das Präsidium, ist zudem zuständig für die wirtschaftliche Kontrolle der Vorstandsarbeit – hatten sich 20 Kandidaten um das Ehrenamt beworben. Nach dem Rückzug von Andreas Stühmeier vor und Michael Welscher während der Jahresversammlung in der Stadthalle mussten die 551 stimmberechtigten Mitglieder immerhin noch über die Qualitäten von 18 Interessanten befinden.
Das Wahlergebnis verdeutlicht, wie sehr sich fast alle Bewerber ins Zeug gelegt hatten, um die Schwarz-Weiß-Blauen von ihrer Kompetenz zu überzeugen. Nur Friedrich Straetmanns als "Kritischer Armine", der bisher schon als kooptiertes Aufsichtsratsmitglied an der Vereinsarbeit mitgewirkt hatte, mit 441 Stimmen und Schüco-Firmensprecher Thomas Lauritzen (367) schafften die 50-Prozent-Hürde bereits im ersten Wahlgang. In der notwendig gewordenen zweiten Abstimmung erreichte allein Dr. Andreas Erdmann (jetzt 266 von noch 468 Stimmen) das Ziel, immerhin sechs Kandidaten aber gingen ein drittes und damit letztes Mal an den Start. Alexander Geilhaupt und Dr. Olaf Köstererhielten die meisten Stimmen – das Team war komplett.
So spannend die Wahl auch verlief – Dissonanzen gab es im Gegensatz zur chaotischen Versammlung des Jahres diesmal nicht. Trotz der Befürchtung von Versammlungsleiter Michael Vesper, der ausdrücklich vor der ominösen sechsten Stunde gewarnt hatte: "Vor einem Jahr war das ein Spaß", meinte der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes süffisant: "Nur die sechste Stunde war nicht die schönste. Deshalb würde ich mich freuen, wenn wir diesmal auf den ganz großen Spaß verzichten dürften."
Zeitlich kam es anders, inhaltlich nicht. Weil sich der amtierende Vorstand transparenter und selbstkritischer zeigte als jemals ein DSC-Präsidium zuvor, weil die Verwaltungsrats-Kandidaten ihrerseits auf allzu harsche und persönliche Kritik verzichteten. Somit galt am Ende der Satz, den Präsident Wolfgang Brinkmann schon vorher als Fazit seiner dreimonatigen Tätigkeit gesagt hatte: "Die harte Zeit hat sich gelohnt."
Der Patient Arminia ist tot, wie man gesten gut sehen konnte. R.I.P.