Bielefeld (rk). Wenn die Pluspunkte, die Christian Ziege gestern durch seinen Kurzauftritt bei der Jahresversammlung des DSC Arminia sammelte, auf das Konto der Zweitligamannschaft geschlagen werden könnten, wären die unteren Tabellenregionen bald verlassen. Der neue Cheftrainer erhielt für sein emotionales Statement langanhaltenden Applaus, hatte die schwarz-weiß-blaue Familie endgültig für sich begeistert, als er den zukünftigen Gegnern einen "Horrortrip" zur Alm wünschte.
Zieges Versprechen und Appelle waren dramaturgisch geschickt verbunden mit der Bekanntgabe einer wichtigen Personalie: Morike Sako, seit einiger Zeit umworbener Stürmer, hat einen Einjahresvertrag unterschrieben. Der Cheftrainer ist von den Qualitäten des 2,02-Meter-Mannes, der im Vorjahr für den FC St. Pauli aktiv und seit dem 1. Juli vereinslos war, überzeugt: "Mo kann den Ball halten und schafft so Freiräume für die anderen", beschrieb Ziege Sakos Spielweise.
Kaum war die Nachricht von der Verpflichtung des Franzosen mit Wurzeln in Mali beklatscht worden, öffnete sich eine Stadthallentür, und Sako setzte sich zu seinen neuen Teamkollegen.
Eine Mannschaft, die laut ihrem Chefcoach drei Qualitätsmerkmale hat, die sie (Ziege: "Das verspreche ich") in jedem Spiel einbringen wird: "Sie kann arbeiten, hat Charakter und Wille." Für den ehemaligen Bayern-Profi ist klar: "Gepaart mit der Leidenschaft auf der Tribüne, ist das der einzige Weg, der zum Ziel führt."
Mit 28 Jahren ist der Neu-Bielefelder Sako schon ein Routinier im "Haifischbecken Profifußball" (Ziege). Grundsätzlich aber hat es sich der Coach zur Aufgabe gemacht, "den jungen Spielern aus der Region und aus dem Verein eine Möglichkeit zu geben, ihren Weg zu gehen".