Bielefeld. Die Lage bei Arminia ist nach wie vor ernst. Wie ernst, wurde vielen Mitgliedern und Fans gestern beim Finanzbericht von Schatzmeister Andreas Mamerow in der DSC-Jahreshauptversammlung klar. So muss beispielsweise die Fan-Anleihe "Bau auf Blau" verlängert werden. Das zumindest will Arminia bei denjenigen erreichen, die die Anleihe gezeichnet haben.
Um bei der Finanzierung der neuen Haupttribüne zu helfen, hatten fast 2.300 Fans insgesamt 2,9 Millionen Euro bereit gestellt. Die Anleihe hatte bei 6,5 Prozent Festzinsen eine Laufzeit von fünf Jahren. Zeichner mussten mindestens 100 Euro einzahlen. "Es gibt aber auch Fans, die haben bis zu 10.000 Euro bereitgestellt", sagte Mamerow am Rande der Versammlung. Die Rückzahlung wäre im September 2011 fällig und würde Arminia vor große Probleme stellen.
"Bei der Sanierung der Arminia müssen alle, bei denen Arminia Schulden hat, gleich behandelt werden", sagte Mamerow in seinem Finanzbericht. Deshalb müssten auch die Anleihe-Zeichner kompromissbereit sein. Der Schatzmeister kündigte an, dass der Verein in den nächsten Wochen Kontakt mit diesen Fans aufnehmen werde.
Vize-Präsident Wilfried Lütkemeier und Aufsichtsrat Friedrich Straetmanns (seit gestern Mitglied des neuen Verwaltungsrats) stellten das Ergebnis ihrer Prüfung der Akten zum Tribünen-Neubau vor. Es war vernichtend. Nirgendwo fanden sich in den Akten Aussagen über die Gesamtkosten der Tribüne, die von ursprünglich genannten 11 auf am Ende 19 Millionen Euro gestiegen war – einer der Hauptgründe für die Finanzkrise bei Arminia.
Offenbar wurden die Gremien des Vereins, der eigentliche Bauherr, vom damals Verantwortlichen für den Tribünen-Neubau, Ex-Schatzmeister Roland Kentsch, nur völlig unzureichend informiert. Straetmanns: "Wir stellen fest: Es gab weder eine gründliche Planung noch eine ordnungsgemäße Durchführung der Baumaßnahme."