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07.09.2010
Wolfsburger Randale in Bielefeld: Polizisten bleiben unbehelligt
Verfahren wegen Körperverletzung im Amt eingestellt
VON PETER JOHNSEN

Zugriff | FOTO: ARCHIV

Bielefeld. Zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und VfL-Wolfsburg-Fans kam es am 21. März 2009 im Anschluss an das Bundesligaspiel der Arminia gegen Wolfsburg. Ein 16-jähriger Wolfsburger war damals auf dem Weg zum Hauptbahnhof von zwei Polizeibeamten der Einsatzhundertschaft Münster durch Hiebe mit einem Schlagstock und durch Fußtritte erheblich verletzt worden.

Anderthalb Jahre später stellte die Staatsanwaltschaft Bielefeld die Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt gegen die Beamten ein. Das teilte der Pressesprecher der Behörde, Oberstaatsanwalt Reinhard Baumgart, gestern mit. Zu den Ausschreitungen war es damals aus eher nichtigem Anlass gekommen: Ein Wolfsburger hatte das Rotlicht einer Fußgängerampel an der Jöllenbecker Straße missachtet, wurde daraufhin von Polizeibeamten angehalten.

Andere Fans, darunter der 16-Jährige, solidarisierten sich mit ihrem Kollegen, die Situation eskalierte. Wurfgeschosse flogen, es entstand ein Gerangel. Der Verletzte erlitt durch den Einsatz des Schlagstocks Gesichtsverletzungen. Die Tritte gegen die Beine des bereits am Boden Liegenden blieben ohne Folgen.

Verräterische Videos

Anhand von Videoaufzeichnungen konnten die Polizeibeamten ermittelt werden. Beide räumten das äußere Tatgeschehen ein. Im Fall des 47-jährigen Schlagstockbenutzers stellte der ermittelnde Oberstaatsanwalt das Verfahren gemäß Paragraph 170 der Strafprozessordnung (StPO) wegen mangelnden Tatverdachts ein. Begründung: Grundsätzlich sei der Einsatz des Schlagstocks gerechtfertigt gewesen.

Der Beamte habe zwar den Kopf des Opfers getroffen, dies sei aber nicht vorsätzlich geschehen. Vielmehr habe es sich um einen "unglücklichen Zufall" gehandelt, denn der 16-Jährige sei durch die in diesem Moment nach vorne drängende Menge der Fans in diese Position gebracht worden.

Nicht ganz so glimpflich ging das Verfahren für den Beamten aus, der den Wolfsburger gegen die Beine getreten hatte. Wegen dieses Übergriffs habe es zwar keine Strafanzeige gegeben, aber das Verhalten des Polizisten sei dennoch nicht korrekt gewesen, so Baumgart.

Geldbuße von 1.000 Euro

Zugunsten des Beschuldigten seien die Stresssituation und die Tatsache, dass durch die Tritte keine Verletzungen entstanden waren, berücksichtigt worden. Dieses Verfahren wurde gemäß Paragraph 153a der StPO gegen Zahlung einer Geldbuße von 1.000 Euro vorläufig eingestellt.


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Kommentare
@ Blutgrätsche: Ich werde die Diskosion mit ihnen beenden , da die ostwestfälische Berattungsresistens vorhanden ist . Z(...) Gruß stoewchen

@stoewchen: Ich bin weder Polizist noch war ich einer und nur weil ich der Meinung bin, dass hier seitens der Polzei richtig gehandelt wurde, haben sie noch lange nicht das recht, mich(...) in Bezug auf "Uniformhörigkeit" zu beleidigen. Dazu habe ich nie behauptet, dass die Wolfsburger Fans generell als gewaltätig gelten. Im Gegenteil, mir persönlich sind sie sogar sehr sympatisch. Ich bin mir schon darüber im klaren, dass die Ausschreitungen die Tat einiger weniger war und genau die verurteile ich. (...) Übrigens, die 1000 € bedeuten relativ wenig, im Vergleich zu geringeren Geldbußen die jeden Tag vielfach Zivilisten für viel schlimmere Taten auferlegt werden.(...)

@Blutgrätsche: Also wenn ein Polizist 1000 €uro Geldstrafe bekommt, das heißt schon was ! Zu Deutsch : Wenn das ein Zivilist gewesen wäre , Mindestens 6 Monate auf Bewährung & Prozesskosten & Anwaltskosten - Merkste was ? Außerdem sind die Fans aus Wolfsburg ja Europaweit als sehr gewalttätig bekannt ( vorsicht Ironie ) Entweder sind sie selber ein Polizist oder ehemaliger oder ihnen ist nach meiner Meinung nach nicht zu helfen. Dieße Uniformhörigkeit hatten wir wohl schon mal in unseren Lande.

@stoewchen: Ungewollt in so eine Situation kommen? Mit Flaschen und anderen Gegenständen werfen nur weil man ein Fan gemaßregelt hat? Das ist also ihre Auffassung von Ausgelassenheit und friedlichen Verhaltens? Werden sie mal wach!!! Die Polizisten haben ihren Job gemacht indem sie die betreffende Person abgesondert und ihn auf sein Fehlverhalten hingewiesen haben. Wo ist da das Problem uns was bitteschön ist daran unangemessen? Da haben die übrigen Fans einfach mal ihre Hände in den Taschen zu lassen. Ob die Maßnahme nun überzogen war oder nicht, darüber kann man sich sicherlich streiten aber nicht gleich randalieren. Wenn die Polizei Autofahrer anhält weil sie zu schnell waren oder bei rot über die Ampel gefahren sind, halten sie da auch aus Solidarität an und werfen mit Gegenständen? Doch wohl nicht! Ich bin ebenfalls Fußballer und Fußballfan seit meiner Kindheit aber für solche Randalierer und Chaoten kann man sich nur schämen. Wenn die Polizisten wirklich unangemessen gehandelt haben ist das selbstverständlich nicht zu tolerieren, haben sie aber nicht, auch wenn es einigen nicht in den Kram passt.

wie es sonst so ist und was Psychologen zum Thema Polizei, Fussball und Eskalation sagen, kann auch bei der taz nachgelesen werden, sehr schöner Artikel
taz.de/1/sport/artikel/1/manchmal-reicht-ein-bisschen-reden-1/



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