Berlin. So ganz freiwillig lief der Wechsel nach Berlin nicht ab. "Ich wollte nicht unbedingt weg, aber Arminia konnte sich mich nicht mehr leisten." Andre Mijatovic blickt schon ein wenig mit Wehmut zurück, wenn er an "die drei wunderschönen Jahre" in Bielefeld denkt.
43 Erstliga- und 31 Zweitligaspiele absolvierte der 30 Jahre alte Kroate für Arminia, ehe er aus finanziellen Gründen zum Bundesligaabsteiger Hertha BSC wechselte. Am Sonntag (13.30 Uhr) kommt es im Olympia-Stadion zum Wiedersehen mit seinen ehemaligen Teamkollegen. "Das wird ein besonderes Spiel für mich", sagt der Innenverteidiger.
Seine Kontakte nach Ostwestfalen sind trotz des Wohnortwechsels nicht abgerissen. "Ich telefoniere regelmäßig mit Markus Schuler", erzählt Mijatovic, "und bin bestens informiert". An seiner neuen Wirkungsstätte hat sich Andre Mijatovic schnell eingelebt. "Wir haben ein schönes Haus in ruhiger Citylage gefunden." Auch sportlich läuft es für ihn prächtig, obgleich er zunächst tief in die Tasche greifen musste. Als Neuzugang hatte er für die Mannschaftskasse gespendet. Wenig später folgte ein zweiter Griff ins Portemonnaie – zum Einstand als Mannschaftskapitän der Herthaner.
Nicht vollends zufrieden
Diese Ernennung durch Trainer Markus Babbel war eine große Überraschung. "Lewan Kobiaschwili war mein Favorit", sagt Mijatovic, der bereits zu Beginn seiner Karriere als 20-Jähriger beim FC Rijeka die Kapitänsbinde trug. "Andre verfügt über eine große Erfahrung. Er macht auf dem Platzt den Mund auf. Das ist mir wichtig", begründete Babbel seine Entscheidung.
Auch wenn Hertha mit zwei Siegen gegen Oberhausen und in Düsseldorf einen perfekten Start hinlegte, ist Mijatovic nicht vollends zufrieden. "Wir haben zu viele neue Leute im Team. Die Harmonie stimmt noch nicht und ist verbesserungswürdig." Diese Einschätzung gilt auch für die Abwehr, die mit Christian Lell, Roman Hubnik, Andre Mijatovic und Lewan Kobiaschwili schon erstligareif besetzt ist.
In Berlin ist der Aufstieg sein erklärtes Ziel. "Zum Saisonauftakt gegen Rot-Weiß Oberhausen sorgten 50.000 Fans für eine "überragende Stimmung. Diese Motivation wird uns auch am Sonntag gegen Arminia beflügeln", glaubt Mijatovic.
Berlins Kapitän rechnet natürlich mit einem Sieg gegen seine Freunde aus Bielefeld. "Ich bin jetzt Herthaner. Arminia Bielefeld muss und wird woanders punkten."
PS: Ich habe 20 Jahre im Ring gestanden