Paderborn. Am Ende war es ein verdienter Sieg für die Heimmannschaft: Der SC Paderborn hat am Freitagabend das OWL-Zweitligaderby gegen Arminia Bielefeld mit 3:1 (1:0) gewonnen.
In der zweiten Halbzeit waren es zwei Tore innerhalb von einer Minute, die einem über weite Strecken lahmen Spiel Leben einhauchten. Nach der frühen Führung der Paderborner in der 2. Minute durch Edmond Kapllani trafen in der 69. zunächst Paderborns Jens Wemmer zum 2:0, wenige Sekunden später zog Sebastian Heidinger per Gewaltschuss aus 18 Metern nach. In der 81. Minute hätte Heidinger zum DSC-Helden werden können, doch nach einer verunglückten Paderborner Abwehraktion brachte er den Ball aus elf Metern freistehend nicht aufs Tor.
Auf der Gegenseite sorgte stattdessen in der 88. Minute Edmond Kapllani für die Entscheidung zugunsten der Gastgeber. Eine Heithölter-Hereingabe verwandelte der neue Torjäger der Domstädter souverän zum 3:1 und sorgte damit für Erleichterung in Paderborn und Tristesse bei Arminia.
Mit einem Paukenschlag hatte das Spiel begonnen. Neuzugang Kapllani erzielte bereits in der 2. Minute nach einer Ecke das 1:0 für die Gastgeber und damit den ersten Paderborner Treffer in der Derby-Neuzeit. Die beiden Zweitliga-Partien der vergangenen Saison hatte Arminia mit 2:0 und 3:0 für sich entschieden.
Arminia tat zu wenig
Nach der frühen Führung - erst Paderborns viertes Saisontor - skandierten die Fans prompt: "Die Nummer 1 in OWL sind wir." Arminia tat nach dem Rückstand über weite Strecken zu wenig, um diesen Umstand zu ändern und selber zum Torerfolg zu kommen. Nach einer schwachen ersten Halbzeit waren es auch zu Beginn des zweiten Spielabschnitts vor 12.710 Zuschauern die Paderborner, die im Spiel Akzente setzten.
Die Chance, das Spiel früh zu entscheiden, hatte in der 68. Minute Daniel Brückner, als er den Ball freistehend zwei Meter neben das Tor setzte. Beim Stand von 2:1 erkannte Schiedsrichter Peter Sippel ein Kapllani-Tor für den SCP wegen Abseitsstellung ab (74.). Bereits zwei Minuten nach Wiederanpfiff hatte sich Jens Wemmer auf dem Weg zum Tor einen Ball etwas zu weit vorgelegt, Arminia-Keeper Dennis Eilhoff konnte den Ball aufnehmen.
Um seiner Mannschaft neues Leben einzuhauchen, wechselte Arminia-Trainer Christian Ziege in der 58. Minute Orhan Mustafi für Alon Abelski ein. In der 65. Minute kam Kevin Kerr für Collin Quaner. Der 17-Jährige Onel Hernandez ersetzte in der 78. Minute Franck-Manga Guela. Doch auch die Wechsel sorgten nicht für mehr Esprit in einer ideenlosen Bielefelder Mannschaft.
"Wir wollen Euch kämpfen sehen"
Arminia schaffte es über die gesamte Spielzeit äußerst selten, die SCP-Defensive um die Innenverteidiger Strohdiek und Mohr in Verlegenheit zu bringen. Erst in der 30. Minute kamen die Bielefelder zu ihrer ersten Ecke, ehe eine Minute vor der Halbzeit DSC-Verteidiger Arne Feick Paderborns Torwart Daniel Masuch zu seiner ersten Parade zwang. Die Arminia-Fans riefen ihren in weiß gekleideten Profis kurz vor der Pause daher das unvermeidbare "Wir wollen Euch kämpfen sehen" zu.
Noch wütender wären die Gästefans gewesen, hätte SCP-Stürmer Kapllani nach einer Viertelstunde das 2:0 erzielt. Er verfehlte eine Hereingabe jedoch um wenige Zentimeter. In der Folgezeit erspielte sich das Heim-Team von Trainer Andre Schubert ein Übergewicht. Einen mächtigen Schuss von Rolf-Christel Guie-Mien fischte DSC-Torwart Dennis Eilhoff in der 27. Minute aus dem Winkel. In der 44. Minute zielte der Kongolese aus 20 Metern knapp über den Kasten.
Nach Abpfiff der Partie wollten sich die geschlagenen Bielefelder Spieler bei ihren mitgereisten Fans bedanken. Die Anhänger zeigten jedoch deutlich ihre Enttäuschung und bewarfen die Spieler mit Getränkebechern. Ganz anders die Gemütslage auf der anderen Stadionseite. Mit mächtig viel Jubel und Applaus schickten die Fans des SC Paderborn ihre Lieblinge nach der Partie in die Kabine.
SC Paderborn - Arminia Bielefeld 3:1 (1:0)
SC Paderborn: Masuch - Gonther, Mohr, Strohdiek, Raitala - Alushi, Krösche - Wemmer (89. Palionis), Guié-Mien, Brückner (81. Heithölter) - Kapllani (90. Daghfous)
Arminia Bielefeld: Eilhoff - Bölstler, Fischer, Bollmann, Feick - di Gregorio - Quaner (66. Kerr), Abelski (58. Mustafi), Guela (79. Hernandez), Heidinger - Neuville
Tore: 1:0 Kapllani (3.), 2:0 Wemmer (69.), 2:1 Heidinger (70.), 3:1 Kapllani (88.)
Zuschauer: 12.710
Schiedsrichter: Sippel (München)
Gelbe Karten: - / Feick (1), Neuville (1), di Gregorio (2)