Bielefeld (-sg-). Wenn man denkt, schlimmer geht's nimmer, setzt Arminia Bielefeld noch einen drauf. Der Tabellenletzte der 2. Fußball-Bundesliga verlor am Montagabend 1:3 gegen den MSV Duisburg. Bereits nach einer Viertelstunde lagen die Arminen mit 0:3 zurück. Die Tage von Trainer Christian Ziege scheinen nach der siebten Saison-Niederlage im achten Spiel gezählt.
Ziege hatte sein Team vor dem wichtigen Spiel gegen den MSV Duisburg auf vier Positionen umgerissen. Überraschend sicherlich, dass Ex-Nationalspieler Oliver Neuville auf der Bank saß. Dafür spielte Besart Berisha im Sturm, der zuletzt in den Testspielen einen sehr guten Eindruck hinterließ.
Die kalte Dusche für Arminia schon nach fünf Minuten. Markus Schuler kam gegen Sefa Yilmaz einen Schritt zu spät und der Duisburger konnte einnetzen. Roland Kentsch, Arminias Ex-Geschäftsführer und nun in gleicher Position in Duisburg tätig, verfolgte den Treffer übrigens nicht live im Stadion. Nach neun Minuten dann ein weiterer Dolchstoß: Srdjan Baljak erhöhte auf 0:2. Die Vorentscheidung dann schon nach einer Viertelstunde, als Bruno Gabriel Soares zum 0:3 traf. Was nun, Arminia?
Vielleicht hätte es noch einen Hoffnungsschimmer für den Tabellenletzten Arminia Bielefeld gegeben, als Didi Guela in der 36. Spielminute frei vor Duisburgs Keeper Yelldell stand. Doch der Schuss mit seinem ansonsten starken linken Fuß entsprach ungefähr der Leistung seiner Abwehrkollegen an diesem Abend: kläglich.
Angst um die Arminia
Nach der Pause musste Ziege Risiko gehen und brachte für Ensar Baykan mit dem langen Morike Sako einen weiteren Stürmer. Und dann keimte doch so etwas wie Hoffnung auf. In der 51. eine lange Flanke von Neuzugang Kevin Schöneberg, die Arne Feick satt zum 1:3 einlochte. Sofort waren die "Bielefeld, Bielefeld"-Rufe des Publikums wieder da.
Zum Schluss wenigstens den Einwechselungen nach die totale Offenive. Oliver Neuville kam für Besart Berisha (68.) und Onel Hernandez für Markus Schuler (62.). Aber mehr als ein Fast-Eigentor von Soares sprang dabei nicht heraus.
"Was wir heute gesehen haben, war keine Zweitligamannschaft, sondern eine Schülermannschaft. Ich habe Angst um die Arminia", sprach DSC-Urgestein Ansgar Brinkmann nach der Partie gegenüber Radio Bielefeld vielen Arminia-Fans aus der Seele.
Für die Arminia ist es der schlechteste Saisonstart seit 1987. Damals stiegen die Ostwestfalen aus der 2. Liga ab. "Wir machen uns jeden Tag Gedanken, und die Mannschaft arbeitet auch gut. Dann kommt sie hier ins Stadion, und nach 15 Minuten ist alles für die Katz. Wenn die Spieler das nicht auf dem Platz umsetzen, tut es mir leid", sagte Bielefelds Trainer Christian Ziege. Torhüter Dennis Eilhoff ergänzte: "Wir haben uns vorgenommen, Druck zu machen, doch der Schuss ist nach hinten losgegangen. Die ersten 15 Minuten sind nicht zu entschuldigen."
Brinkmann steht hinter Ziege
Arminias Präsident Wolfgang Brinkmann ist dennoch von seinem Trainer und der Mannschaft überzeugt: "Wir müssen es schaffen, die Mannschaft hat das Zeug zu bestehen." Er habe keine desolate Vorstellung gesehen, nur die erste Viertelstunde sei eine schlechte Entwicklung. Danach habe die Mannschaft gekämpft und alles gegeben. Der Trainer steht für Brinkmann nicht zur Disposition.
Arminia Bielefeld - MSV Duisburg 1:3 (0:3)
Arminia Bielefeld: Eilhoff - Schöneberg, Bollmann, Fischer, Schuler (62. Hernandez) - Bölstler - Baykan (46. Sako), Abelski, Feick - Guela, Berisha (68. Neuville)
MSV Duisburg: Yelldell - Koch, Bruno Soares, Bajic, Veigneau - Sukalo, Grlic - Yilmaz (86. Kern), Sahan (64. Trojan), Baljak - Maierhofer (81. Schäffler)
Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden)
Zuschauer: 10.260
Tore: 0:1 Yilmaz (5.), 0:2 Baljak (9.), 0:3 Bruno Soares (15.), 1:3 Feick (51.)
Gelbe Karten: Eilhoff (2), Fischer (2), Guela (1), Hernandez (1), Schöneberg (1) / Grlic (2), Maierhofer (1)