Arminias 0:3-Pokal-Aus beim 1. FC Kaiserslautern
Kaiserslautern. Vor den drei Schicksalsspielen für Christian Ziege gegen Union Berlin, in Augsburg und gegen den VfL Osnabrück – nach dem Motto, zweimal siegen, sonst fliegen – steht für Arminia Bielefelds sorgengeplagten Trainer noch eine Menge Arbeit bevor. Dies ist die Erkenntnis, nach der 0:3 (0:2)-Zweitrundenniederlage im DFB-Pokal beim 1. FC Kaiserslautern.
Vor allem in der Abwehr gibt es arge Zuordnungsprobleme, wie die drei Treffer durch Lakic (11.), (42.) und (48.) bewiesen. Kaiserslauterns einzige Sturmspitze war zweimal nach Standardsituation mit dem Kopf zur Stelle. Seine Bewacher aus Ostwestfalen reagierten stets zu spät. Beim dritten Treffer reichte eine simple Körpertäuschung zum Erfolg.
Als Arminia zuletzt im DFB-Pokal-Wettbewerb auf den 1. FC Kaiserslautern traf, war Trainer Christian Ziege noch nicht einmal zwei Jahre alt. Im Achtelfinale der Saison 1973/74 endete die Partie nach Verlängerung 1:1. Da es damals noch kein Elfmeterschießen gab, traf man sich zur Wiederholung auf dem Betzenberg. Die Roten Teufel zogen mit einem klaren 3:0-Sieg ins Viertelfinale ein.
Geldstrafe für Rauchbombenwürfe
Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den DSC Arminia wegen "fortgesetzten unsportlichen Verhaltens" mit einer Geldstrafe in Höhe von 2.500 Euro belegt. Bei der 1:3-Niederlage im Ostwestfalenderby beim SC Paderborn am 1. Oktober waren im Bielefelder Zuschauerblock mehrfach Rauchbomben gezündet worden.
Zudem wurden Plastikbecher nach Spielern und dem Schiedsrichter-Assistenten geworfen.
Arminen überraschen mit aggressivem Forechecking
Gute 36 Jahre später vertraute der Bielefelder Trainer im Fritz-Walter-Stadion der Mannschaft, die am Samstag in München einen Punkt erkämpfte. Zunächst sah es für das Schlusslicht der 2. Bundesliga nicht einmal schlecht aus. Die Arminen waren hellwach und überraschten mit aggressivem Forechecking. Diese Herrlichkeit dauerte jedoch nur bis zur elften Minute. Tifferts Freistoß beförderte Lakic per Kopf zum 1:0 ins Netz der Bielefelder.
Nils Fischer, der direkt neben dem FCK-Stürmer stand, machte in dieser Szene nicht gerade den cleversten Eindruck. Christian Ziege und sein Co-Trainer Mario Himsl schauten sich nur ungläubig an. Es dauerte bis zur 25. Minute, ehe die in tiefe Depression verfallenen Bielefelder wieder zum fußballerischen Leben zurückfanden.
Arne Feick, der später mit einer Kapselverletzung im Sprunggelenk ausschied und für das Berlin-Spiel auszufallen droht, leitete mit einer Flanke, die Berisha aus Abseitsposition ins Lauterer Tor beförderte, eine kurzzeitige Offensivphase ein. Sie blieb ohne Belohnung. Statt dessen traf es Arminia knüppeldick. Eine von Tiffert getretene Ecke köpfte erneut Lakic zum 2:0 ein. Bielefelds Abwehr schnarchte.
Freud und Leid eines Pokalspiels | FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Ziege forderte stärkeres Engagement
Christian Zieges Pausenansprache, der ein stärkeres Engagement von seinen Spielern eingefordert hatte, verpuffte umgehend. Mit seinem dritten Treffer (48.) narrte Lakic erneut die völlig indisponierte Bielefelder Deckungsformation. Arminias Spieler, die für ihren Trainer durch dick und dünn gehen wollen und sich als eine verschworene Gemeinschaft ansehen, haben diese hohen Ansprüche ihrer Selbsteinschätzung in Kaiserslautern nicht erfüllt. Die kämpferische Einstellung stimmte, das spielerische Vermögen hielt sich in Grenzen, die Abwehr hingegen bewies vor allem in Standardsituationen kein Zweitligaformat.
"Wieder Zwei Gegentreffer nach Standards – es kotzt mich so langsam an", ärgerte sich drastisch Offensivspieler und Maskenmann Sebastian Heidinger. Fakt ist: Passieren diese Fehler auch am Freitag (18.00 Uhr), wird das erste Endspiel für Ziege gegen Union Berlin zu einem rasanten Ritt auf der Rasierklinge.
1. FC Kaiserslautern - Arminia Bielefeld 3:0 (2:0)
Kaiserslautern: Sippel - Kirch, Amedick, Simunek (8. Abel), Bugera - Bastian Schulz, Tiffert (80. Rivic) - Walch (62. Nemec), Moravek, Ilicevic - Lakic. - Trainer: Kurz
Bielefeld: Eilhoff - Schöneberg, Fischer, Di Gregorio, Schuler - Bölstler, Abelski (70. Kerr) - Heidinger, Guela, Feick (46. Sako) - Berisha (79. Quaner). - Trainer: Ziege
Zuschauer: 17.159
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)
Gelbe Karten: Walch, Moravek (2) - Berisha, Bölstler
Ja , Fischer hat Fehler gemacht ... Aber wer nicht in dieser Mannschaft ? Er hat z.B. in München ordentlich gespielt.
Wenn vorne jeder Ball innerhalb von Sekunden verloren wird steht die Abwehr sofort unter Druck (das wurde übrigens bei Sky schon zigmal in Bezug auf Arminia erwähnt).
Übrigens : schau unbedingt mal in das Forum von Eisern Union. Denen gehts in der Liga auch nicht besser als Arminia - aber die Union-Fans bleiben eine verschworene Gemeinschaft. Ich finde das sehr schön, sollte auch hier mal wieder möglich sein.