Bielefeld. Solch ein leidenschaftliches Spiel hat man lange nicht mehr in der Bielefelder Schüco-Arena gesehen. Durch den Schuss des 17-jährigen Onel Hernandez gewann Arminia Bielefeld mit 2:1 gegen den VfL Osnabrück. Damit schoss er Arminia im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Ewald Lienen ins Glück.
"Wir liegen 0:1 zurück, wir halten einen Elfmeter, bei beiden Toren waren Osnabrücker Beine im Spiel - wir hatten verdammt viel Glück. Selbst bei einem Vulkanausbruch wäre heute die Lava an der Alm vorbeigeflossen", strahlte Lienen nach dem Derbysieg.
Überraschung vor dem Spiel: Der DSC hat Christian Müller verpflichtet. Den vereinslosen 26-Jährigen, zuletzt in Koblenz tätig, hatte Arminias Trainer Ewald Lienen als "äußerst interessanten" Spieler, "der aus der Hertha-Schule kommt" bezeichnet. Der offensive Mittefeldspieler hat Freitagabend einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben und stand bereits in der Startelf gegen Osnabrück.
Wie zu Erstligazeiten, berichteten die Korrespondenten von der Stimmung rund um die Bielefelder Schüco-Arena. 20.103 Menschen machten sich auf den Weg zum Zweitliga-Derby. Darunter mit Thomas Gerstner und Horst Franz auch zwei ehemalige Arminen-Trainer. Letzterer arbeitet übrigens derzeit als Scout des Zweitligisten FC Ingolstadt, der jetzt von Benno Möhlmann trainiert wird.
Der neue Hoffnungsträger der Arminen aber heißt Ewald Lienen, der den Tabellenletzten Anfang der Woche von Christian Ziege übernommen hat. Lautstark wurde er mit "Ewald, Ewald"-Rufen von den Bielefelder Fans begrüßt.
In der ersten Viertelstunde präsentierte sich Arminia gegenüber den letzten Partien wie verwandelt. Schon die Körpersprache der Spieler zeigte, dass sie etwas erreichen wollten. In den Spielen unter Ziege hatte der DSC in den ersten 15 Minuten 7 Gegentore kassiert - Saisonrekord in der 2. Liga. Marcel Appiah war aus der 2. Mannschaft in den Profikader befördert worden und hätte in der 5. Spielminute fast den Führungstreffer erzielt. Doch sein Kopfball nach Flanke von Markus Schuler strich über die Latte. Neben Appiah hatte Lienen Quaner, Mustafi und eben Müller neu in die Startelf berufen.
Nach kämpferischen Beginn der Bielefelder übernahmen die Osnabrücker zunehmend das Ruder. Und nach 35 Minuten war es soweit: 0:1 durch Niky Adler - wieder durch eine Standardsituation, die altbekannte DSC-Schwäche. Björn Lindemann hatte einen Freistoß auf den ersten Pfosten gezogen, Stang verlängerte und Adler brauchte mutterseelenallein mit der Fußspitze nur noch einzuschieben.
Ausgleich durch Eigentor
Psychologisch wichtig der Ausgleich mit dem Pausenpfiff. Der Osnabrücker Tobias Nickening brachte Arminia mit einem Eigentor wieder ins Spiel. Zunächst war Besart Berisha als Torschütze nach dem schönen Angriff über Quaner und Schöneberg angenommen worden, doch Nickening hatte zuletzt den Ball berührt, als er vor Berisha klären wollte.Horst Franz (70), der seine Trainerkarriere bei der DJK Gütersloh begonnen hatte und von 1980 bis 1982 bei Arminia tätig war, zum Spiel: "Eine zerfahrene Partie, die von beiden Mannschaften kämpferisch geführt wird. Ein typisches Kellerduell mit wenigen spielerischen Höhepunkten und wenig Torchancen. Das 1:1 zur Halbzeit war hochverdient für Arminia."
Kein Wechsel nach der Pause. Nach einer Stunde dann die heißesten Minuten dieser Saison in der Schüco-Arena. Nach einem Fehlpass von Appiah musste Arminias Keeper Dennis Eilhoff den Osnabrücker Sebastian Tyrala auf dem Weg zum 1:2 regelwidrig stoppen - Elfmeter. Adler trat gegen Eilhoff an, doch der hielt den doch recht gut geschossenen Strafstoß und auch noch den Nachschuss. Die Stimmung auf der Alm war wie früher.
Arminia stemmte sich gegen eine Niederlage, aber Osnabrück belagerte das Bielefelder Tor. Dabei hatte Lienen mit Sako und Neuville zwei Stürmer gebracht. Doch nach vorn lief nichts.
Bis zur 88. Minute: Onel Hernandez war gerade für den ausgepumpten Quaner eingewechselt worden, als er sein Glück einmal versuchte - 2:1 für Arminia durch den 17-Jährigen, was für eine glückliche Wendung. "Der Junge ist gut drauf, ein großes Talent", erkannte Mannschaftskamerad Markus Schuler an. Den Schuss hatte Niels Hansen abgefälscht, so dass der Treffer als Eigentor des Osnabrückers gewertet wurde.
Ex-Armine und Ex-Osnabrücker Ansgar Brinkmann: "Eine deutliche Steigerung und ein verdienter Sieg für Arminia. Das sah wieder nach Fußball aus."
Markus Schuler: "Es war einfach geil, das Derby zu spielen. Das war Ardenalin pur."
Arminia Bielefeld - VfL Osnabrück 2:1 (1:1)
Bielefeld: Eilhoff - Schöneberg, Appiah, Di Gregorio, Schuler - Bölstler - Quaner (86. Hernandez), Guela - Müller (66. Sako) - Mustafi (75. Neuville), Berisha.
Osnabrück: Berbig - Engel, Nickenig, Stang, Tauer - Tyrala (90.
Schmidt), Hansen (90. Diabang) - Siegert (72. Kotuljac), Lindemann, Lejan - Adler.
Schiedsrichter: Jochen Drees (Münster-Sarmsheim)
Tore: 0:1 Adler (35.), 1:1 Nickenig (45., Eigentor), 2:1 Hansen (88., Eigentor)
Zuschauer: 20.103
Gelbe Karten: Lejan, Tauer, Tyrala, Lindemann (2), Nickenig
Besondere Vorkommnisse: Eilhoff (Bielefeld) hält Foulelfmeter von Adler (60.)
Torschüsse: 11:17
Ecken: 5:4
Fouls: 10:13
wie kommt es eigentlich, das nach sachlich korrekten Aussagen dann so ein dummer (...) als antwort kommt wie "...Du Uwe, ich glaube die spielen noch um den Aufstieg mit. ..."?
Hier hat doch keiner übertrieben blauäugig/positiv gepostet,
dennoch wird so getan, als ob die Einschätzung mancher Arminiafans komplett neben der Kappe wäre und mit solch sarkastischen Kommentaren geantwortet.
Wieso wird versucht ein solch falsches Bild zu vermitteln?
Übertriebene, unrealistische Aussagen kommen doch schließlich so gut wie nur von den Miessmachern! Zumindest zu diesem Artikel ist es so.