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14.01.2011
Arminias Verwaltungsrat entzieht Präsident das Vertrauen
Präsidium stellt sich hinter Brinkmann
VON JÖRG FRITZ UND STEFAN GEROLD

Beim Neujahrsempfang | FOTO: ANDREAS FRÜCHT

Bielefeld. Paukenschlag beim Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld: Zwei Tage vor dem Rückrundenstart gegen den FSV Frankfurt steht der Präsident auf der Kippe. Laut Informationen der Neuen Westfälischen aus mehreren Quellen hat der Verwaltungsrat des Klubs der Ostwestfalen Wolfgang Brinkmann das Vertrauen in seine Person und in seine Handlungsfähigkeit entzogen.

Dieses Gremium bittet laut Satzung den Ehrenrat gemeinsam mit dem Präsidium und dem Verwaltungsrat, diese schwierige Situation zeitnah zu erörtern. Im Klartext: Der Verwaltungsrat legt Brinkmann den Rücktritt nahe. Dem Gremium gehören Alexander Geilhaupt (Vorsitzender), Thomas Lauritzen (Stellvertreter), Dr. Olaf Köster und Friedrich Straetmanns an.

Hieß es zunächst, dass die Entscheidung einstimmig getroffen worden sei, gab es am Nachmittag von Mitgliedern des Verwaltungsrates widersprüchliche Stellungnahmen.

Wolfgang Brinkmann (66) ist Chef der Bielefelder Stadtwerke und erst seit dem 7. Juni 2010 Präsident von Arminia Bielefeld. Laut der am 5. Mai 2010 beschlossenen Satzungsänderung des Vereins bestellen die Mitglieder des Verwaltungsrates, die auf der Jahreshauptversammlung gewählt worden sind, das Präsidium inklusive des Präsidenten.

Hindrichs kritisiert Präsidium und Verwaltungsrat

"Die Schlussfolgerung des Verwaltungsrates in der Konsequenz, den Präsidenten in Frage zu stellen, ist mindestens überzogen. Viel mehr geht es auch um die Frage unseres Umgangs miteinander bzw. mit den Mitgliedern und nicht zuletzt mit der Öffentlichkeit", erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Dirk U. Hindrichs am Nachmittag.

Auslöser der öffentlichen Auseinandersetzungen bei Arminia Bielefeld ist anscheinend die vom Präsidium des Clubs verschobene Mitgliederversammlung, die am gestrigen Donnerstag stattfinden sollte. Dabei sollte es um die geplante Ausgliederung der Schüco-Arena in eine externe Stadion-Gesellschaft gehen. Die Mitgliederversammlung soll nun nach der Saison stattfinden. Auch dazu äußerte sich Hindrichs: "Ich finde es nicht richtig, dass das Präsidium ohne Konsultation der anderen Gremien die politisch und emotional so wichtige Mitgliederversammlung verschoben hat. Die Gründe sind aber nachvollziehbar und insofern wären wahrscheinlich alle Beteiligten unter Hinzuziehung der gleichen Informationen, zum gleichen Schluss gekommen." (Link: Die Stellungnahme des Aufsichtsratsvorsitzenden im Wortlaut)

Präsidium stellt sich hinter Brinkmann

Am Abend äußerten sich Arminias Präsidium und der Sponsorenbeirat pro Präsident Brinkmann. "Alle Mitglieder des Präsidiums stellen sich uneingeschränkt hinter den Präsidenten Wolfgang Brinkmann. Unverständlich ist dem Präsidium insbesondere, dass ohne Angabe von sachlich bezogenen Gründen dem Präsidenten die Handlungsfähigkeit abgesprochen wird", hieß es in einer Stellungnahme des Präsidiums. (Link: Stellungnahme des Präsidiums im Wortlaut)

Der Machtkampf bei Arminia war natürlich auch das Thema beim Neujahrsempfang der Stadt Bielefeld. Zur Überraschung vieler erschien Brinkmann trotz der erneuten Querelen beim Zweitligisten gegen 17.15 Uhr im Rathaus. Er wirkte sehr ruhig und demonstrierte Handlungsfähigkeit.

Den großen Hintergrundbericht lesen Sie am Samstag in der Neuen Westfälischen.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Lieber Herr Vesper, ja, Sie haben Recht was die Außendarstellung des Vereins angeht. Sie haben Recht, wer auch immer die "Absicht" des VR der NW postwendend zugespielt hat, hat dem Verein einen Bärendienst erwiesen. Dennoch: es bleiben mehr Fragen als Antworten, die bisher zu erhalten waren. Allen voran: wie steht es mit der Lizenz für die 3. Liga?? . Erklärungen à la Brinkmann im Radio Bielefeld Stammtisch "damit beschäftigen wir uns nicht", sind da wenig hilfreich. Wir alle drücken Lienen und der Mannschaft die Daumen zum Klassenerhalt. Aber auch Sie wissen, dass dieses Unternehmen einem Himmelsfahrtskommando gleichkommt - und eventuell schon Ende Januar, nach den 3 Spielen, Makulatur sein kann. Was dann? Hier sind von den Gremein schlüssige Antworten zu erwarten. Spätestens beim Einreichen der Lizenzunterlagen kommt doch die Stunde der Wahrheit! Interessant auch die "Spielchen" um die "Meinungsbildung" im VR. Jeder, der schon einmal in solchen Gremien gesessen hat, weiß, wie das abläuft. Da werden "Meinungsbilder" erstellt und jeder Teilnehmer ist gebeten, seine Meinung zu äußern . Auch ohne förmliche Abstimmung. Alles klar, was da gelaufen ist? Mir schon. Aber jetzt geht es um das Überleben des DSC. Und da stimme ich Ihren Ausführungen zu. Die "Spielchen" der Gremien, geschenkt, es geht um den Verein!

@Michael Versper: Absolute Zustimmung für Ihren meiner Ansicht nach hervorragenden Beitrag! Sie bringen die Sache dezidiert auf den Punkt! Gruß!

Ich muss auch zugeben, dass ich total betroffen bin im Nachhinein von der Falschauszählung im Jahr 2009 und den daraus folgenden Konsequenzen. Dabei ist doch Demokratie eigentlich das Größte. Seltsam, dabei wollen wir doch alle immer nur das Beste. Auch meine Partei wollte das mal. Mittlerweile weiß ich aber nicht, welche das noch mal war. Egal! Wr müssen jetzt alle zusammen stehen hinter Brinkmann und dem Typen, der diese tollen Solaranlagen verkauft. Bitte!

Ich finde eine solche Nacht-und-Nebel-Aktion, wie sie der Verwaltungsrat mehrheitlich zwei Tage vor der Rückrunde gestartet hat, entsetzlich. Sie ist unerklärt und unerklärlich. Sie schadet unserem Verein, nimmt wieder die Konzentration vom Sport und lenkt sie auf das Innenleben, verschwendet die Kraft aller Beteiligten. Was soll das?

Vor allem ist es rein destruktiv, jetzt nach einem halben Jahr schon wieder die Führungsfrage zu stellen (und zwar ohne Alternative!!!), anstatt zum Wohl des Vereins zusammenzustehen. Da kann man als Armine doch wirklich nur traurig den Kopf schütteln - und ich sage es ganz klar: Das hätte ich den neu gewählten VR-Mitgliedern bei der letzten Mitgliederversammlung nicht im Traum zugetraut, denn ich war davon ausgegangen, dass alle, wirklich alle, die kandidierten und gewählt wurden, sich allein in den Dienst des Vereins stellen und ausdrücklich nicht die Scharmützel der Vergangenheit fortsetzen wollten. Sehr schade! Und attraktiv macht es unsere Arminia auch nicht gerade...

Wolfgang Brinkmann: ein Präsident, der mit Fußball so lebhaft assoziiert wird wie der Papst mit Tabledance.
- ein Präsident, der weder gewählt, noch satzungskonform eingesetzt wurde - ein Präsident, der dem alten Aufsichtsrat angehörte, dessen großartiger Arbeit wir den momentanen desolaten Zustand unseres Vererins verdanken - ein Präsident, der Sparauflagen erfüllte, inden er alle bundesligatauglichen Spieler ziehen ließ - ein Präsident, der einen Trainernovizen ermächtigte, auf dem Markt arbeitsloser Fußballer eine Combo zusammenzustellen, deren Tätigkeit nur im Ansatz an Fußball erinnert - ein Präsident, der bei chronischer Erfolgslosigkeit besagtem Traineranfänger ein blödsinniges peinliches Ultimatum "6 von 9 Punkten" stellte - ein Präsident, der anschließend einen neuen Bewerber "vortanzen" ließ, um ihm dann per Telefon sein Scheitern mitteilen zu lassen - ein Präsident, der eine längerfristig anberaumte Mitgliederversammlung eigenmächtig ein paar Tage vor dem Termin abbläst und angeblich wegen "Diskussionsbedarfs" um fast ein halbes Jahr verschiebt - ein Präsident, der in jedes erreichbare Micro und jeden Notizblock peinliche Statements absondert - ein Präsident, der ( bitte, bitte !!! ) bald zurücktritt!
Ich danke dem Verwaltungsrat und bin froh, 4 seiner damals 5 Mitglieder gewählt zu haben. Und keine Angst: geeignete neue Präsidentschaftskandidaten gab und gibt es ( z.B. Weber, Timmermann, Erdmann ). Und àpropos falscher Zeitpunkt: ich glaube kaum, daß es die Mannschaft morgen negativ beeinflußt. Ich jedenfalls freue mich seit Langem wieder auf den Besuch morgen auf der Alm. Die letzten Male waren eher zähneknirschend. Die für Wolfgang Brinkmann vergossenen Krokodilstränen in Gremien, Presse und z.B. auf dem Neujahrsempfang sortiere ich ein unter : "Ich liebe den Verrat, aber ich hasse den Verräter". Caesar



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