Bielefeld. Beim Krisentreffen des Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld haben sich am späten Freitagabend alle beteiligten Parteien das gegenseitige Vertrauen ausgesprochen.
Hauptthema auf der rund fünfstündigen Sitzung im VIP-Bereich der Schüco-Arena war der Misstrauens-Antrag des Verwaltungsrates gegen Präsident Wolfgang Brinkmann vom vergangenen Freitag. Ehrenrat, Präsidium und Verwaltungsrat des DSC verfassten auf dem Krisentreffen folgende Erklärung:
"Es entspricht dem Tagesgeschäft, dass es zwischen dem Präsidium als handelndem und dem Verwaltungsrat als kontrollierendem Organ unterschiedliche Auffassungen über die Aufgabenbewältigung geben kann. Als selbstverständlich muss aber gelten, dass Konflikte zwischen den Gremien intern behandelt werden.
Angriff des Verwaltungsrates auf den Präsidenten
Die wesentlichen Fragestellungen aus der Sitzung des Verwaltungsrates vom 13. Januar 2011 konnten nach intensiver Beratung so ausgeräumt werden, dass das Vertrauen in das Präsidium wiederhergestellt wurde. Vielmehr sind Ehrenrat, Präsidium und Verwaltungsrat zu der Überzeugung gekommen, dass zukünftig alle Kräfte zum Wohle Arminias gebündelt werden müssen. Alle Gremien sprechen sich gegenseitig ausdrücklich das Vertrauen aus."
"Wir schauen jetzt nach vorne und nach Cottbus", meinte Präsident Brinkmann, der auch weiterhin Chef des Vereins bleibt, nach der Krisensitzung. "Von Rücktritt war in dieser Runde nie die Rede", bekräftigte der zuletzt in der Kritik stehende Brinkmann. Sein Gegenspieler, Verwaltungsrats-Chef Alexander Geilhaupt, sprach gegenüber der
Neuen Westfälischen von einer konstruktiven Atmosphäre: "Ein Teil der offenen Fragen sind beantwortet worden."
Der Verwaltungsrat unter Geilhaupts Führung hatte mit seinem Misstrauensvotum gegen Brinkmann in der vergangenen Woche Aufsehen erregt. Darin sorgte sich Geilhaupt, die vom Präsidium noch nicht umgesetzte Stadionausgliederung könne "der Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA als Lizenznehmer im anstehenden Lizenzierungsverfahren erhebliche Schwierigkeiten" bereiten (
Link: Stellungnahme des Verwaltungsrates im Wortlaut). Im Klartext: Der Verwaltungsrat legte Präsident Brinkmann den Rücktritt nahe.
Ein Verwaltungsratsmitglied fehlte
Diese Forderung ist nun offenbar vom Tisch. Gegen Geilhaupt war zudem vor der Krisensitzung der Vereinsausschluss wegen vereinsschädigenden Verhaltens beantragt worden, hatte Brinkmann zuvor bestätigt. Auch davon ist in der offiziell veröffentlichten Krisensitzungs-Erklärung keine Rede mehr.
Stattdessen kündigen die Vereinsgremien die Gründung einer neuen Kommission an: "Es wurde Einigkeit darüber erzielt, dass neben weiteren Maßnahmen unter anderem eine Kommission eingerichtet wird, die sich mit Satzungs- und Strukturfragen beschäftigen soll. Ziel ist es, eine Empfehlung auszuarbeiten und diese rechtzeitig vor der nächsten Mitgliederversammlung vorzustellen. Alle Beteiligten rufen außerdem Mitglieder und Fans zu einem sachlichen und fairen Miteinander auf."
Zuvor hatte es noch Spekulationen gegeben, weil eines der vier Verwaltungsratsmitglieder nicht zur Krisensitzung gekommen war. Der stellvertretende Vorsitzende Thomas Lauritzen war nicht erschienen. Arminias Pressesprecher Marcus Uhlig: "Thomas Lauritzen ist in München."
Sportlich geht es Samstag weiter
Sportlich geht es für die Arminia am Samstag um 13 Uhr weiter. Dann treffen die Bielefelder auf den Sechstplatzierten der Zweiten Fußballbundesliga, FC Energie Cottbus.