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03.04.2011
Interview mit Ex-Arminia-Manager Heribert Bruchhagen
Frankfurts Vorstandschef: "Christoph Daum ist die richtige Wahl"

Neues Team | ARCHIVFOTO: DPA

Frankfurt. Mehr Eintracht Frankfurt war selten. Zuletzt lenkten die Hessen 1992 die Aufmerksamkeit so stark auf sich. Damals zelebrierte das Team von Dragoslav Stepanovic "Fußball 2000". 19 Jahre später elektrisiert der Name Christoph Daum. Mit dieser Trainer-Einstellung verblüffte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen auch Fußball-Insider. Auf den ersten Blick scheinen der schillernde Fast-Bundestrainer und der sachliche Bruchhagen nicht zu harmonieren. Bayerns Präsident Uli Hoeneß lästerte in Anspielung auf Daums Kokain-Affäre, Bruchhagen müsse bei der Verpflichtung "irgendein Pülverchen im Kaffee" gehabt haben. Torsten Ziegler sprach mit Bruchhagen.

Info

Arminia liegt "Heri" am Herzen

Drei Jahre lang war Heribert Bruchhagen Manager des DSC Arminia Bielefeld. Das Wohlergehen des Klubs liegt dem in Harsewinkel beheimateten 62-Jährigen seit dieser Zeit (1998 – 2001) am Herzen. "Was da im Internet zwischen 22 Uhr und halb eins von Halbakademikern betrieben wird, ist unsäglich und desaströs", moniert "Heri" die Einflussnahme gewisser Fan-Kreise. "Denen sollte man ein Kicker-Managerspiel schenken, aber aus dem Profifußball sollten sie sich raushalten. Davon haben sie keine Ahnung." Insgesamt empfiehlt er dem "überkritischen Umfeld" und spart dabei "die Medien" nicht aus, "den Vorständen mehr Vertrauen zu schenken". Dann könnte es nach seiner Überzeugung auch mit einer Rückkehr der Arminia in die Zweite oder gar Erste Liga klappen. "Arminia ist von der Struktur her ein Klub zwischen Platz 14 und 20 in Deutschland. Allerdings muss OWL das Stadion vollmachen", sagt Bruchhagen. (tzi)

Herr Bruchhagen, wie trinken Sie ihren Kaffee?
HERIBERT BRUCHHAGEN: Uli Hoeneß hat Recht. Mit Milch und Zucker, und mit viel Phantasie kann man sich Zucker ja als weißes Pülverchen vorstellen.

Uli Hoeneß wollte mit diesem Spruch wohl ausdrücken, dass Christoph Daum nicht zu Ihnen passt. Verstehen Sie die Skepsis?
BRUCHHAGEN: Nein, eigentlich nicht. Ich habe in der Vergangenheit sicher Trainer eingestellt wie Hermann Gerland, Willi Reimann und Friedhelm Funkel, die mehr für Stollenschuhe und Trainingsanzug standen. Christoph Daum ist facettenreicher, das stimmt. Es ist aber einfach ärgerlich und unnötig, dass Uli auf diese elf Jahre zurückliegende Kokain-Affäre anspielt. Er ist zu weit weg von Eintracht Frankfurt. Ich habe mir das Video des fraglichen Interviews angesehen und sage: Er hat es aus einer Weinlaune heraus geäußert.

Kollegialität steht derzeit hintenan, wenn Felix Magath seinen Vorgänger Steve McClaren kritisiert, Ralf Rangnick das Gleiche mit Magath macht und Hoeneß Eintracht Frankfurt ins Visier nimmt. Schadet es dem Fußball, wenn der Ton so rau ist oder macht es ihn im Gegenteil noch interessanter?
BRUCHHAGEN: Es schadet nicht. Es kommen immer mehr Zuschauer in die Stadien. Das fachspezifische öffentliche Interesse am Fußball hat nachgelassen. Heute stehen manchmal auch absurde Nebenschauplätze im Mittelpunkt der medialen Begleitung, früher haben die Leute mehr den Kicker gelesen. Ich zähle sicher mehr zur alten Schule, aber als Teil des Geschäfts kann ich die Entwicklung nicht beklagen.

Gehören diese Umgangsformen zur Normalität?
BRUCHHAGEN: Wir befinden uns in der Endphase der Saison, wo die enttäuschten Erwartungshaltungen vieler Klubs eine große Rolle spielen. Der Erfolg des einen bedingt jedoch den Misserfolg des anderen. Das Problem gibt es in jedem Jahr: Der Sieger der Relegation will mindestens Fünfzehnter, der Elfte Achter werden, der Fünfte will auf die Champions-League-Plätze, der Meister will seinen Titel verteidigen. Da diese Rechnungen nie ganz aufgehen können, kommen die üblichen Mechanismen wie Trainerentlassungen in Gang.

Wie viele Zweifel mussten Sie als ruhiger, besonnener Vereinsführer selbst überwinden, um ausgerechnet den extrovertierten und stark polarisierenden Trainer Christoph Daum zu verpflichten?
BRUCHHAGEN: Darum geht es nicht. wir befinden uns mit Eintracht Frankfurt in einer sportlich sehr prekären Situation. Das hat alle sehr verunsichert, vom Platzwart bis zum Präsidenten. In dieser Situation müssen Antworten gefunden werden: Welche Individualität von Trainer passt in diesem Augenblick genau, um die Defizite abzustellen? Wer ist auf dem Markt? Es geht um die beste Entscheidung im Sinne von Eintracht Frankfurt, nicht um eine im Sinne von Heribert Bruchhagen. Da muss man auch mal seine Prinzipien über den Haufen werfen. Ich hatte mich ja vor dem Gespräch mit Christoph Daum im stillen Kämmerlein mit Bernd Hölzenbein und dem Vorstand Dr. Thomas Pröckl beraten. Dann habe ich mit zwei Kandidaten gesprochen. Und ich bin überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben.

Wie erleben Sie Daum, seit er am Mittwoch voriger Woche bei Eintracht die Arbeit aufgenommen hat?
BRUCHHAGEN: Es wäre verfrüht, ein Fazit zu ziehen noch bevor überhaupt ein erstes Punktspiel bestritten wurde. Er macht seine Arbeit total engagiert. Morgens ist er vor mir hier. Ich komme um neun. Er ist meist bis 17 Uhr da. Wir sprechen häufig miteinander. Noch näher dran werde ich heute sein, wenn ich mit der Mannschaft in den Zug steige, um sie zum Spiel am Sonntag in Wolfsburg zu begleiten. Das handhabe ich seit 25 Jahren so.

Hat er schon Maßnahmen ergriffen, die Sie in der Meinung bestärken, den Richtigen geholt zu haben?
BRUCHHAGEN: Jeder Trainer hat seinen eigenen Stil. Christoph Daum bestellt sich viele Spieler zum Gespräch. Von seiner Arbeit in der Türkei hat er die Ganztagesarbeit mitgebracht. An drei von fünf Tagen sind die Spieler ganztags hier. Bei Friedhelm Funkel war es nur der Dienstag.

Gefällt es Ihnen, wenn Daum Frankfurt mit seiner Zeit bei Leverkusen vergleicht und forsch von Europa als Ziel spricht?
BRUCHHAGEN: Die aktuelle Erwartungshaltung ist schlicht der Klassenerhalt. Mit 48.000 Zuschauern im Schnitt ist das Ziel Europa für Frankfurt naheliegend. Es ist allerdings Fakt, dass es acht, neun Vereine in der Liga mit höheren Etats gibt.

Im nächsten Jahr endet ihr Vertrag als Vorstandsvorsitzender bei der Eintracht. Sie werden dann fast 64 sein. Ist Ihnen nach Ruhestand in der Harsewinkeler Heimat zumute oder hat der Motivator Daum in Ihnen ein zusätzliches Feuer entfacht?
BRUCHHAGEN: Ich kann mir gut vorstellen, noch ein paar Jahre in der Bundesliga tätig zu sein. Es ist nicht auszuschließen, dass ich meinen Vertrag verlängere. Aber das habe ich ja nicht zu bestimmen.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
In seiner teilweise zutreffenden Aussage übersieht Herr Bruchhagen allerdings den absolut entscheidenden Faktor: Ursache und Wirkung!!! Ursache ist eine seit mehreren Jahren völlig unfähige Geschäftsführung bei Arminia. Die Wirkung, dass Sorgen und Zorn in Internetforen nun öffentlich gemacht werden, ist da nur zu gut verständlich. Ob alle Beiträge zielführend sind, das mag diskutabel sein, aber mit einer kompetenten Vereinsführung würde es diese hohe Zahl an Beiträgen nicht geben. Gute Nacht Herr Bruchhagen. Auch Ihnen stünde etwas weniger Arroganz ("Halbakademiker") gut zu Gesicht.

Was macht dieser BVB_Witzler hier eigentlich ?
Junge, kümmer dich um deine schwarz-gelben XXXX und bleib hier weg !

@BVB Möchtegernmeister 2011 außer Schalke
wäre jeder andere Verein in die Kreisklasse mit 250 Millionen abgescmiert.Wer dann noch die Traute hat hier den "Lauten" zu machen, kann bei mir nur noch Mitleid erwecken.Außerdem macht es
einen Unterschied, ob man in einen Verein hinein-
geboren wird oder ob man sich sein Verein aussucht.Hier bin ich immer noch froh genau dem richtigen Verein anzugehören.Ich freue mich noch mehr über den zukünftigen Meister Bayer Leverkusen.

@SWBerBlickausderFerne vielen Dank für den Hinweis.Erklären Sie mir doch wer und wie man den "negativen Bodengrund" noch mehr festigen kann als die Mannschaft mit Ihrer vereinsschädigenden Spielweise und den damit verbundenen Abstieg in die 3.Liga.Wer hier trotz allem, alle Spiele gesehen hat, muß sich auch nicht
von zweitklassigen Managern ins "Boxhorn jagen lassen".Ihre armselige Polemik ändert leider auch nichts an der "Faktenlage".Zumindest mußte ich herzhaft über Ihre Zeilen lachen.Danke nocheinmal
dafür!!!.

Der BVB Mensch schreibt hier, Herr Bruchhagen sei ein "integer" Mann ! Das ist rein inhaltlich falsch. Er mag integer sein. Wenn dem so ist, dann reden wir von einem integren Mann ! Also bitte....
Und dann ab ins BVB Traumland



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