Bielefeld. Als erster der ausnahmsweise ganz in Rot gekleideten Schwarz-Weiß-Blauen schlich Patrick Schönfeld vom Feld, gesenkten Hauptes, 19 Minuten waren gespielt. Ihm folgte, nur 20 Minuten später, Onel Hernandez. Zwei Feldverweise bei einem 0:2-Rückstand, der bis zum Schluss zu einem 1:5 anwuchs.
Solch eine verheerende "Mischung aus Mut- und Disziplinlosigkeit" wie beim "Tiefpunkt unserer schlechten Phase", der demütigenden Pleite am 13. August 2011 beim Aufsteiger Darmstadt 98, möchte Stefan Krämer nie wieder erleben mit dem DSC Arminia. An diesem Samstag (Anstoß 14.00 Uhr) bietet sich die Gelegenheit zur Revanche.
Wenn der Bielefelder Coach sagt "Dann haben wir etwas gutzumachen", meint er damit nicht nur die Niederlage in Darmstadt, sondern auch den durch das 1:3 bei VfR Aalen missglückten Start ins neue Jahr. Krämer tut alles, die Niederlage herunterzuspielen.
Er habe nie erwartet, dass seine Mannschaft 17 von 17 ausstehenden Spielen gewinne. Er habe sich nicht davon beeindrucken lassen, dass sein Team zum sicheren Absteiger erklärt worden sei. So wie er auch nicht nachvollziehen konnte, dass viele aufgrund der herbstlichen Erfolgsserie schon wieder nach ganz oben geblickt hätten. Des Trainers Empfehlung an die Spieler: "Ihr müsst geradeaus gucken – dann seht ihr das nächste Spiel."
Und das geht gegen die traditionsreichen Lilien, die gerade erst den Tabellenzweiten SV Sandhausen in ähnlicher Deutlichkeit geknickt haben wie einst den DSC – 4:1. Fragen noch zur Qualität des Gegners?! "Das Ergebnis zeigt, in welch gutem Zustand die Darmstädter sind", sagt Krämer. Das Resultat ist zudem eine gern gesehene Argumentationshilfe für den Trainer bei dessen These: "Wir müssen ans Limit gehen, und zwar immer. Sobald das nicht geschieht, verlieren wir – wie in Aalen."
Extrem hartes Training
Große Sorgen, dass sich Negativerlebnisse der Darmstädter oder Aalener Art wiederholen oder gar häufen könnten, hat Krämer nicht. Er sieht das "extrem harte Training". Er beobachtet die Einstellung der Mannschaft, die "eine Reaktion zeigen wird". Er verspricht deshalb, dass die erwarteten 8.000 Fans am Samstag eine DSC-Elf sehen werden, die "so engagiert spielen wird, wie es die Zuschauer aus den letzten Heimspielen kennen."
Allein die praktischen Vorbereitungsmöglichkeiten auf den ersten Pflicht-Heimeinsatz in 2012 könnten besser sein. Die Rasenplätze am Trainingsgelände sind so hartgefroren, dass gestern auf Kunstrasen ausgewichen werden musste und die heutige Übungseinheit auf 14 Uhr verschoben wird. Zudem sind mit Tim Jerat, Philipp Heithölter und Fabian Klos drei Akteure angeschlagen. Alles nicht so gravierend, dass dadurch der Wiedergutmachungs-Plan grundsätzlich gefährdet wäre.
"Das ist der einzige Weg, um auf den DSC zu treffen."
Ach, ist das so...?
Bei einer Insolvenz geht‘s ab in Liga 6. und dorthin möchte auch Telgte hin…. aus der anderen Richtung.