Bielefeld. Die Entscheidung, ob das Drittligaspiel zwischen Arminia Bielefeld und Spitzenreiter SV Sandhausen, das für Samstag um 14 Uhr angesetzt ist, auch tatsächlich stattfindet, ist noch nicht gefallen. "Der Rasen der Schüco-Arena ist hart gefroren, obgleich die Rasenheizung seit Montag auf Hochtouren läuft", charakterisiert Geschäftsführer Marcus Uhlig die aktuelle Situation.
"Fest steht nur, dass nichts fest steht", umschreibt Uhlig das Dilemma des Vereins. Möglicherweise wird die Platzkommission des DFB um Entscheidungshilfe gebeten. Der ehemalige Bielefelder Schiedsrichter-Obmann Reiner Koller als DFB-Beauftragter, ein Vertreter des Vereins sowie ein Bevollmächtigter der Arminia KGaA würden die Besichtigung des Platzes heute Vormittag vornehmen, ehe dann die Entscheidung über eine mögliche Verlegung fällt. Uhlig: "Wir setzen erst einmal auf die Rasenheizung und warten die Nacht ab."
Arminias sportlicher Leiter Samir Arabi tendiert zu einer Absage. "Ich befürchte bei diesem Boden ein Glücksspiel." Trainer Stefan Krämer würde sehr gerne spielen, "wenn reelle Bedingungen vorherrschen", so sein Einwand. "Deshalb tun wir auch bis zum Spieltag so, als wenn die Partie angepfiffen würde", lautete seine Strategie und deshalb ließ er gestern Nachmittag ein 70minütiges Training auf dem Rasen der Schüco-Arena absolvieren. Sein Eindruck: "Der Zufall regierte. Das Ganze hat mit Fußball nichts zu tun. Es ist wie auf der Autobahn."
Keine Angst
Obgleich seiner Einschätzung nach Arminias Spieler noch nicht die Stabilität von vor Weihnachten erreicht haben, "verspüren wir keine Angst vor Sandhausen. Wir haben die Hosen nicht voll." Personell muss Arminia nur den gelbgesperrten Kapitän Markus Schuler ersetzen. Bei der Aufstellung wird sich Krämer für die Akteure entscheiden, "die sich am besten auf diesem Boden bewegen." Die erschwerten Trainingsbedingungen sind auch der Grund dafür, weshalb Krämer sich noch keinen Eindruck vom Oberhausener Neuzugang Christopher Kullmann machen konnte.
Minustemperaturen am Samstag: Sollte Arminias Spiel besser abgesagt werden?
Ein Sandhausener freut sich besonders auf das Meisterschaftsspiel in Bielefeld. Tim Danneberg, im Mittelfeld des Tabellenführers eine feste Größe, trug von 2004 bis 2007 das Trikot der Blauen. "In meinem Herzen bin ich noch ein halber Armine, da ich dem Klub sehr viel zu verdanken habe", sagt der 25-Jährige. Sieben Erstligaspiele bestritt Danneberg für den DSC, ehe er im März 2007 vom neuen Trainer Ernst Middendorp auf die Tribüne verbannt wurde. "Ich bekam bei ihm nie eine Chance", erinnert sich der gebürtige Mindener.
Es folgte ein dreijähriges Engagement in Braunschweig, ehe er 2010 nach Sandhausen wechselte. Seine Zielsetzung ist klar: "Ich möchte in der kommenden Saison in der 2. Liga spielen." Sollte sich dieser Wunsch in Sandhausen erfüllen, verlängert sich sein Vertrag automatisch um ein Jahr.
Danneberg will in Sandhausen bleiben
Diese Lösung würde er zweifelsfrei favorisieren, zumal Freundin Karen Wassmann nach abgeschlossenem BWL-Studium gerade einen Job in Sandhausen gefunden hat. Mit einem Sieg in Bielefeld würde er diesen Plänen einen Schritt näher kommen.