Bielefeld. Spiele gegen den SV Sandhausen stehen für Manuel Hornig unter einem besonderen Vorzeichen. "Es ist die Mannschaft, die am nächsten zu meinem Heimatort Kandel liegt", erzählt Arminia Bielefelds Innenverteidiger im Vorfeld der Drittliga-Partie an diesem Samstag (Anstoß 14 Uhr;
Liveticker bei nw-news.de) in der Schüco-Arena.
Sandhausen war übrigens auch nach dem Wechsel von Koblenz nach Ostwestfalen der erste Meisterschaftsgegner für den 29 Jahre alten Blondschopf. "Ich wurde in der 84. Minute für Thomas Hübener eingewechselt", erinnert sich der Abwehrhüne. Die Partie endete 0:0.
Hornigs Start in Bielefeld verlief holprig. Während des Trainingslagers in Teistungen vor Saisonbeginn zog er sich einen Meniskuseinriss zu und musste operiert werden. Sechs Wochen fehlte die Neuerwerbung in der wichtigen Kennenlernphase und verpasste somit auch die Periode, in der die Grundlagen für die gesamte Spielzeit gelegt werden.
Frühzeitig ins kalte Wasser geworfen
Aufgrund dersportlichen Misserfolge wurde Hornig nach seiner Genesung frühzeitig ins kalte Wasser geworfen. "Ich wurde als Innenverteidiger aufgeboten, da auf dieser Position das Laufverhalten nicht so intensiv ist", sagt Hornig, der in Koblenz und beim 1. FC Kaiserslautern stets im defensiven Mittelfeld eingesetzt wurde. Der Neu-Bielefelder machte seinen Job auf der für ihn ungewohnten Position so gut, dass er sich gleich einen Stammplatz in der DSC-Defensive erkämpfte.
Dass er am zehnten Spieltag bei der 0:4-Heimpleite gegen den 1. FC Saarbrücken eine Rote Karte erhielt, sei für ihn äußerst unglücklich abgelaufen. "Ich bin ausgerutscht und im Strafraum mit der Hand auf den Ball gefallen", beschreibt Hornig diese Situation. "Nach dem Spiel hat mir Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus gesagt, der Platzverweis sei wohl ein Fehler gewesen."
Keinesfalls als Fehler stuft Hornig seinen Wechsel nach Bielefeld ein. Der Kontakt sei über Samir Arabi zustande gekommen, berichtet Hornig. Arminias sportlicher Leiter und Hornigs Berater einigten sich schnell über die Vertragsmodalitäten. Vor der Vertragsunterzeichnung unternahm er eine Stadtbesichtigung, "um mir meine neue Heimat ein wenig genauer anzuschauen." Die Eindrücke müssen prägnant gewesen sein. "Ich bin 450 Kilometer von meinem Heimatort entfernt – diese Entscheidung hätte ich nicht für jeden Verein getroffen", sagt Hornig.
Sesshaft im ländlichen Helpup
Sesshaft wurde Hornig im ländlichen Helpup (Kreis Lippe). Dort lebt er mit seiner Ehefrau Sarah , die er im Dezember 2011 standesamtlich heiratete ("Die kirchliche Hochzeit erfolgt im Mai"), und fühlt sich fast wie zu Hause in seinem südpfälzischem Dorf mit rund 5.000 Einwohnern.
Manuel Hornig hat sich nicht ausschließlich dem Fußball verschrieben. Parallel zu seiner sportlichen Karriere absolviert er ein Studium an der Uni Mainz (Lehramt Gymnasium mit den Fächern Sport und Geografie). Sein Ziel ist es, in diesem Jahr scheinfrei zu sein und sich dann dem Examen zu widmen. "Ich will mich nicht ausschließlich auf das Glück verlassen und sehe die Lehrer-Ausbildung als Absicherung an", verdeutlicht Hornig seine Karriereplanung.
Vorrangiges Ziel für ihn ist allerdings ein gutes Spiel gegen den Drittliga-Spitzenreiter SV Sandhausen. "Wir sind auf einem guten Weg", beschreibt er die derzeitige Situation bei Arminia und hofft natürlich auf einen Sieg.
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