Bielefeld. In der Kältekammer der Schüco-Arena wurde es den 6.502 Zuschauern am Samstagnachmittag nur in ganz wenigen Situationen warm ums Herz. Spielerisches Feuer blieb nach 15 guten Anfangsminuten fast gänzlich aus, so dass der Spitzenreiter aus Sandhausen zu einem verdienten 3:1 (2:0)-Erfolg gegen enttäuschende und enttäuschte Arminen aus Bielefeld kam.
DSC-Trainer Stefan Krämer fasste das 90minütige Geschehen wie gewohnt ohne Schönfärberei zusammen: "Gegen Spitzenteams wie Aalen oder Sandhausen können wir nicht bestehen. Wir müssen noch viel arbeiten."
Erneut waren es individuelle Fehler, die Krämer mächtig ärgerten und den cleveren Gästen aus Sandhausen das Siegen erleichterten. Beim 1:0 in der 13. Minute erlaubte sich Mannschaftskapitän Thomas Hübener einen viel zu kurzen Rückpass auf Torhüter Stefan Ortega. Danny Blum erlief sich den immer langsamer werdenden Ball und schob zur Sandhausener Führung ein.
Abwehrproblem
- Acht Gegentore in drei Spielen – Arminia Bielefelds Abwehr ist nicht sattelfest. Diese Erkenntnis ist Trainer Stefan Krämer durchaus bewusst. "Uns fehlt noch die Stabilität aus den letzten Spielen des vergangenen Jahres.
- Beim Auswärtsspiel am Samstag in Wehen muss Krämer seine Abwehr erneut umstellen. Manuel Hornig sah gegen Sandhausen die fünfte Gelbe Karte und ist somit gesperrt. Dafür kehrt Markus Schuler wieder zurück.(frz)
Ausrutscher von Dennis Riemer
Dem 2:0 (22.) durch ein herrliches Freistoßtor von Julian Schauerte ging ein Ausrutscher von Dennis Riemer voraus. Manuel Hornig konnte den durchlaufenden David Ulm nur per Foul stoppen. "Danach war unser Spiel kaputt", meinte der DSC-Coach.
Noch größer war Krämers Frust beim0:3 (62.), dem erneut eine Standardsituation vorangegangen war. Nach einer von David Ulm getretenen Ecke rettete Ortega zunächst gegen Sandhausens Frank Löning, den Abpraller brachte dann Marco Pischorn über die Linie.
Vor dieser Aktion hatte der Bielefelder Trainer bereits einen Dreier-Wechsel angekündigt, um dem eigenen Spiel neue Impulse zu geben. Nach dem 0:3 erwies sich die Umstellung (Kullmann, Hille und Heithölter rückten für Riemer, Krük und Rahn aufs Spielfeld) als nicht mehr spielentscheidend.
Tormöglichkeiten werden zur Rarität
Nach Rzatkowskis Anschlusstreffer zum 1:3 (69.) keimte bei den Arminenfans noch einmal Hoffnung auf ein Wunder auf. Es sollte aber nicht stattfinden, weil die Gastgeber nicht mehr den erfrischenden Fußball aus den Monaten November und Dezember des vergangenen Jahres abrufen können und zwingende Tormöglichkeiten daher zur Rarität werden. "Wir haben unseren Rhythmus noch nicht gefunden", bestätigt auch Krämer.
Eine Ergebnisverbesserung zu Gunsten der Arminen verhinderte in der 81. Minute Nico Klotz, der auf der Torlinie einen Hornig-Kopfball klärte. Arminias sportlicher Leiter Samir Arabi sah noch eine weitere gute Möglichkeit für Arminia. Als Marco Pischorn DSC-Stürmer Fabian Klos (32.) im Strafraum zu Fall brachte, ließ Schiedsrichter Harm Osmers das Spiel weiterlaufen – sehr zum Ärger Arabis, der seinen Frust an einem Plastikstuhl ausließ und fortan das Spiel von der Tribüne aus verfolgen musste.
Arminias weiterer Weg bis zum Saisonende ist vorgezeichnet. "Für uns zählt nur der Klassenerhalt", bekräftigt Stefan Krämer. Eine Weltuntergangsstimmung nach dem 1:3 gegen Sandhausen wollte er jedoch nicht aufkommen lassen. "Wir sollten die Kirche im Dorfe lassen. Es sind immer noch die gleichen Spieler, die im Oktober 2011 mit großem Rückstand auf dem letzten Platz standen." Mit acht Punkten Vorsprung auf Tabellenplatz 18 ist das Polster zum ersten Abstiegsplatz aber noch nicht vollkommen beruhigend.
Das muss nicht sein, ihr habt es schwer genug