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mal wieder halbherzige Versuche, ein gesellschaftliches Problem, das sich auf Kosten des Fussballs eine Bühne verschafft, in den Griff zu bekommen.
Da Selbstheilungskräfte und Verstand auf Vereins- und Fanseite scheinbar nicht vorhanden oder zum Scheitern verurteilt sind, kann es kann für mich als jahrzehntelangen durch-und-durch-Arminen und Fussballfan nur eine erziehende Lösung geben:
Konzertierte Aktion auf Vereins- und DFL/DFB-Seite. Neutrale Beobachter mit Entscheidungsbefignis in die Stadien. Die jeweiligen Fanblöcke sind bekannt. Sobald dort politisch radikale, gewaltverherrlichende oder -verniedlichende Gesänge, überzogen feindseelige Fahnen, Pyros oder ähnliches auftauchen, das Spiel unterbrechen, die jeweiligen Blöcke räumen und das Spiel nur für die friedlichen Fans und echten Fussballfreunde fortsetzen, Punkt.
Nichts gegen verhöhnenden Chöre. Aber nur wenn derartige Aktionen über ein/zwei Spielzeiten durchgezogen werden, kann Menschenverachtung aus dem Fussball verdammt werden, kann der Fussball zu seinem eigentlichen Sinn und Zweck zurückkommen. Und der deutsche Fussball kann nebenbei europaweit ein Zeichen setzen.
Wenn der Verachtung IN DEN STADIEN der Boden entzogen wird, wird sie auch außerhalb der Stadien verschwinden.
Wir wollen keine Verletzen oder Tote in oder um die Stadien oder im Zusammenhang mit dem Fussball. Wir wollen die wahnsinnigen Bilder aus anderen europäischen Ligen nicht in deutschen Stadien. Wir wollen Spaß, Unterhaltung, uns mit unserem Verein identifizieren und zu ihm stehen können. Das fällt angesichts dieser Ereignisse immer schwerer.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Aber sie stirbt, leider! Ich wage mir jetzt schon vorzustellen, welche Begleiterscheinungen uns zur EM bevorstehen. Ich höre jetzt schon die 'Tod und Hass dem SCP'-Gesänge vom Westfalenpokalfinale am 08.07..
Und sehe jetzt schon die Krokodilstränen der Verantwortlichen, wenn es irgendwann in nicht mehr so ferner Zukunft nicht mehr um Platzwunden oder um ihr Leben kämpfende Opfer gehen wird, sondern Tote zu beklagen sind.
Es ist nunmal eine Tatsache, das es in punkto Gewalt in letzter Zeit keine Grenzen mehr gibt. Ein Massenphänomen wie der Fussball hat die Chance, sich zu positionieren und Vorbild zu sein. Wann nutzt man diese Chance endlich???
Alles erdenklich Gute dem Bremer Gewaltopfer und meine Hochachtung der Mutter für ihren sehr differenzierten Brief!!!