Essen (nw). Vom Dauer-Zaungast zurück auf den Fußballplatz: Innenverteidiger Maik Rodenberg, bis Sommer 2011 bei Arminia Bielefeld unter Vertrag, nimmt bei Regionalligist Rot-Weiß Essen nach vielen Verletzungsproblemen einen weiteren Anlauf zur erfolgreichen Fußballerkarriere. Mit RWE geht Rodenberg in den nächsten Wochen erstmals schmerzfrei in eine Saisonvorbereitung.
Während seiner Zeit beim DSC galt der mittlerweile 23 Jahre alte Rodenberg lange als großes Talent. Der gebürtige Mindener spielte sich seit seiner Ankunft im Jahr 2003 bei den Bielefelder Junioren ins Rampenlicht und durchlief die DFB-Auswahlteams U18, U19 und U20.
Der große Durchbruch im Profikader der Arminen blieb jedoch aus: "Ich bin nicht dorthin gekommen, wo ich hinwollte. Ich war wohl zu lieb, hätte mehr die Ellbogen ausfahren müssen und sagen müssen: Hier bin ich! Das hat mir gefehlt," berichtete Rodenberg dem Online-Portal derwesten.de.
"Ich habe nie ernsthaft daran gedacht, aufzuhören"
Ein Kreuzbandriss sowie ein Bänderriss im Knie warfen das Nachwuchtstalent im Jahr 2010 schließlich weit zurück. "Es hat richtig gekracht. Ich wusste, dass ich lange Pause haben würde", so Rodenberg. Der Heilungsprozess verlief schleppend, immer wieder schmerzte das lädierte Knie. Zur Spielzeit 2011/2012 wechselte Rodenberg schließlich zu Rot-Weiß Essen, um einen Neustart zu wagen.
Nach nur vier Ligaspielen kam dann aber der erneute Rückschlag: Da das Knie der starken Belastung nicht standhielt und ständig anschwoll, war Rodenberg seitdem weitere neun Monate bei verschiedenen Ärzten in Behandlung. Während der schwierigen Zeit konnte Rodenberg auf sein stabiles Umfeld bauen. Eltern, Freunde und Freundin unterstützten ihn. "Ich habe nie ernsthaft daran gedacht, aufzuhören."
Die langwierige Therapie war schließlich erfolgreich. Am 24. Juni stößt Rodenberg beschwerdefrei zum Kader der Essener Mannschaft. Der Klub gibt dem Rekonvaleszenten eine erneute Chance und hat den auslaufenden Vertrag um ein Jahr verlängert. Rodenberg: "Es waren beschissene neun Monate. Die letzten zweieinhalb Jahre haben mir gezeigt, dass Fußball nicht alles ist im Leben."