Teistungen. Die ersten Eindrücke sind oft die besten, vor allem dann wenn die aktuelle Lebenssituation nach Veränderung schreit. Diese Erfahrung machte Pascal Testroet nach seinem ersten Gespräch mit Arminia Bielefelds sportlichem Leiter Samir Arabi. "Das war überzeugend", meint der 21 Jahre alte Stürmer.
Wenig später folgte eine Unterredung mit Arminias Trainer Stefan Krämer. "Das war wie der Deckel auf dem Topf", spricht der gebürtige Bocholter von einem prägenden Erlebnis. Trotz eines noch bis 2013 laufenden Vertrages in Offenbach ("Dort wollte man mich nicht mehr. Ich sah dort keine Perspektive.") entschied er sich für einen Wechsel nach Ostwestfalen.
Was sollte Arminias Zielsetzung für die Saison 2012/2013 sein?
Sein Enthusiasmus steigerte sich nach den ersten Trainingseinheiten an seiner neuen Wirkungsstätte. "Herr Krämer akzeptiert mich so, wie ich bin. In Offenbach beispielsweise wollte man mich verbiegen", sagt Testroet, der in der Saison 2008/09 Torschützenkönig in der A-Junioren-Bundesliga Nord war.
Arminias Neuzugang sieht sich als hängende Spitze, der sich die Bälle auch von hinten holt, "so wie der Ex-Schalker Raúl". In Offenbach musste er aber häufig den Part des Stoßstürmers übernehmen, was zu seiner gewohnten Spielweise konträr lief. Trotzdem kam er bei 21 Einsätzen auf sieben Tore für die Kickers.
Vor seinem Abstecher nach Offenbach gehörte Testroet zur Nachwuchsgarde von Werder Bremen. "Der letzte Schritt zu den Profis ist mir nicht gelungen. Die Konkurrenz dort war für mich zu groß", erzählt der Angreifer. Jetzt also ein Neuanfang in Bielefeld mit Feuereifer. Sein Lebensmotto (als Tattoo auf der rechten Wade) half ihm über die schwere Zeit hinweg: "Wer kämpft, kann verlieren.
Wer nicht kämpft, hat schon verloren." Dass sich mit Eric Agyemang, Fabian Klos, Christopher Kullmann und ihm gleich vier starke Stürmer um zwei Plätze in der Startelf kämpfen werden, ist für ihn Anreiz genug, täglich an seine Höchstgrenze zu gehen. "Fußballerisch sind wir alle auf einem Top-Niveau. Jeder muss daher im Training beißen", sieht er dem Konkurrenzdruck gelassen entgegen.
Teamgeist ist für ihn aber ein ebenso wichtiges Gut, der über Sieg oder Niederlage entscheidet. "Bei der EM sieht man doch sehr gut, wie es funktioniert", sagt Testroet. "Deutschland hat Erfolg, weil es ein Team ist. Holland ist ausgeschieden, weil dort zu viele Individualisten spielten." Deshalb freute sich Arminias neuer Angreifer auch beim 14:0-Kantersieg in Lage mehr über seine fünf Assists, die zu Toren führten, als über seine beiden eigenen Treffer. "Ich verspürte nach meinem ersten Einsatz im Trikot von Arminia Bielefeld große Zufriedenheit."