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26.11.2012
Dritte Liga von Pleitewelle bedroht
Aachen schon insolvent, Osnabrück, Rostock und Bielefeld hoch verschuldet

Insolvent | FOTO: DPA

 Leipzig (dapd). Der Traditionsverein Alemannia Aachen ist insolvent und steht schon als Absteiger fest. Die finanzielle Rettung von Tabellenführer VfL Osnabrück ist längst nicht sicher und andere Spitzenklubs wie Hansa Rostock und Arminia Bielefeld plagen sich mit einem hohen Schuldenberg aus eigentlich besseren Zeiten.

Der von Beginn an auch wegen magerer TV-Einnahmen finanziell auf wackligen Beinen stehende 3. Fußball-Liga droht eine Pleitewelle, die den sportlichen Wert erheblich beeinträchtigen könnte. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht die Entwicklung mit Sorge und prüft Hilfsmöglichkeiten.

Seit der Einführung der eingleisigen 3. Liga in der Saison 2008/09 mussten in Kickers Emden, Rot Weiss Ahlen, TuS Koblenz und nun auch Aachen bereits vier Vereine aus finanziellen Gründen ausscheiden. Bis auf Emden kamen die Vereine aus der Höherklassigkeit und hatten erhebliche Probleme, den sportlichen Abstieg auch finanziell zu vollziehen. Zudem kommen zum Beispiel im Falle von Aachen auch unbezahlbare Kosten für Um- beziehungsweise Neubau von Stadien, wobei der DFB gerade die Modernisierung alter Anlagen vehement anmahnt.

Stadien überdimensioniert

In Aachen freilich wurde das neue, etwa 50 Millionen Euro teure Projekt des Tivoli auf den Weg gebracht, als der Verein erstklassig und sogar im Europacup spielte. Das Stadion mit fast 33.000 Plätzen und Komfort auf internationalem Niveau braucht der Verein trotz einer großen Anhängerschar allerdings in der aktuellen Drittliga-Tristesse natürlich nicht. Die laufenden Kosten hängen der Alemannia wie ein Klotz am Bein, die aktuelle Deckungslücke im Etat von etwa 4,5 Millionen Euro war offenbar nicht mehr zu schließen.

Auch Arminia Bielefeld hatte sich in Bundesliga-Zeiten mit der Stadion-Modernisierung verhoben. Wie der aktuelle Schuldenberg von etwa 25 Millionen Euro in der Drittklassigkeit abgetragen werden kann, ist unklar. Der Aufstieg ist fast schon Pflicht.
Auf das Comeback in der Zweitklassigkeit, wo es statt aktuell 800.000 Euro TV-Gelder dann 4,3 Millionen geben würde, hofft auch der Tabellenführer VfL Osnabrück. Dort entscheiden noch im Dezember die städtischen Abgeordneten, ob die Stadt dem VfL Teile des ebenfalls modernisierten Stadions sowie Immobilien abkauft und so den Schuldenstand von aktuell rund neun Millionen Euro drastisch reduziert. Mit ähnlichen Entscheidungen haben bereits im Frühjahr in Rostock und zuvor auch bei den mittlerweile aufgestiegenen Dresdner Dynamos die Kommunen als letztmögliche Retter zugunsten der Fußballklubs und zuungunsten der Stadtkasse helfend eingegriffen.

Nachwuchs unterstützen

DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock kündigte im allgemeinen Dilemma zwischen Modernisierungs-Pflichten, zu teuren Spielerkadern und hohen Ansprüchen das Prüfen von Hilfsmöglichkeiten an. Direkte Zuwendungen des Verbandes an den Profi-Fußball seien aber nicht möglich. "Zu prüfen wären Modelle, nach denen zum Beispiel die Leistungszentren der Vereine unterstützt werden könnten", sagte Sandrock der dapd. Es gäbe ja Drittligisten wie zum Beispiel Rostock, die ihre Jugend-/Nachwuchs-Leistungszentren auch nach Abstieg aus der zweiten Bundesliga fortsetzen und damit natürlich im Sinne des DFB handeln.

Zudem sind die Vereine aufgerufen, ihre Bauvorhaben auf ein kalkulierbares Risiko herabzuschrauben. Drittliga-Aufsteiger Hallescher FC beispielsweise hat sich beim Neubau auf 15.000 Plätze beschränkt, während Erzrivale 1. FC Magdeburg eine Liga tiefer eine fast doppelt so große Arena natürlich nicht annähernd füllen kann.

In Chemnitz soll das neue Stadion auch nur 15.000 Zuschauer fassen und dafür aber dann weit besser besucht sein als das alte. Dieser Trend ist allenthalben offensichtlich: Die Zuschauer wollen besseren Komfort und nehmen neue Arenen sehr gut an.

Kommentare
@DSC Pierre: Du willst anscheinend auch nichts verstehen. Scheint unter den restlichen Arminen ein Krankheit zu sein. Wenn Du möchtest rede ich Dir mal ein wenig nach dem Munde: Arminia Bielefeld forever. Der wahre Arminia Fan geht durch Dick und Dünn. Paderborn ist ein Retortenclub (Bielefeld lebt zwar auch nur von Almosen und privaten Geldspritzen). Arminia hat das tollste Stadion (Stehr zwar meistens leer, aber egal). Ist es so recht ?

@Pit der Traumtänzer : Paderborn passt zu Dir. Is gut jetzt.

@Traumtänzer: Dein Nick scheint Programm zu sein. Ich weiß auch, dass Arminia etwas gegen den Lärmschutz tun musste. Aber zeig mir bitte, wo steht, dass es eine solch überdimensionierte Tribüne mit Sky Offices und einem völlig überzogenen VIP-Bereich sein musste. Es hätte auch gereicht, wenn das Stadion ringsum geschlossen worden wäre durch Anpassung der alten Tribüne auf die Höhe der vorhandenen Tribünen. Aber bei Arminia war man schon immer etwas abgehoben und deshalb sollen die ihre Suppe selbst auslöffeln. Auch wenn ein "wahrer Armionia Fan" es nicht hören will (das ist das Problem vieler), man sollte sich den SCP mit seinem vergleichsweise bescheidenen Stadion als Beispiel nehmen. Tatsache ist, dass dort vernünftig gewirtschaftet wird und man sportlich die Bielefelder längst überholt hat.

@STOLPERHARRY

ob bewusst oder unbewusst, verbreite hier bitte nicht solche Legenden über das Stadion und das Fasssungsvermögen. 30000 sind es aus einem einzigen Grunde nicht und dieser Grund heisst "Anwohner" ! Wir durften nicht mehr als 27300 Plätze, basta !

Leute, ist doch klar wenn ein Verein absteigt, er riesige Probleme hat. Der Verein muss Geld einsparen. Vereine die aufgestiegen sind wie z. B. Preussen M......r haben jetzt keine Probleme, da sie ja von einer unteren Liga kommen. Da ist noch weniger Geld vorhanden. Solche Vereine können aufbauen und müssen aber solide planen. Wenn da die falschen Leute sitzen, bekommen die Ihre Probleme. Wenn Preussen M.....r absteigen würde, oder Paderboring, dann geht es denen so wie Aachen, Rostock, etc. und leider wie unserer Arminia.

Ich finde es übrigens gut, dass Arminia versucht den Mist selber wieder auszubügeln. Auch wenn es ein langer harter Weg wird. Viele die sich zurück gezogen haben beobachten den Verein. Wenn es so seriös (Vermute ich mal) weiter geht, kommen viele wieder. Es wurde viel kaputt gemacht, aber die jetzigen handelnden Personen scheinen einen guten Job zu machen.

Auf gehts Arminia



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