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17.12.2012
Arminias Bilanz der Hoffnung
Klos, Platins und das Trainerteam sind die Gewinner der 2012er-Saisonteils
VON JÖRG FRITZ

Fliegender Torhüter | FOTO: WEISCHE

Bielefeld. Nach Jahren der Entbehrungen und Enttäuschungen feiern die Anhänger des Drittligisten Arminia Bielefeld endlich wieder ein fröhliches Weihnachtsfest. Platz vier mit 39 Punkten ist ein deutlicher Beleg für erstklassig geleistete Arbeit in den vergangenen Monaten.

Der Gewinn des Westfalenpokals sowie zwei spektakuläre Pokalspiele gegen den SC Paderborn und Bayer Leverkusen runden den 2012er-Saisonteil ab. An diese Leistungen soll 2013 angeknüpft werden. Gerade in dieser vorweihnachtlichen Zeit sind Wünsche legitim. Warum soll Arminia nicht den Aufstieg in die 2. Liga schaffen? Die Antwort verrät Trainer Stefan Krämer: "Wir müssen in jedem Spiel mehr als 100 Prozent geben. Und das Glück muss auf unserer Seite sein."


Als am 24. Juni Fabian Klos in Lage das erste Saisontor beim 14:0-Sieg gegen eine lippische Auswahl erzielte, war die Spannung, wie die Arminia in ihrer zweiten Drittligasaison abschneiden würde, groß. Die stürmische Achterbahnfahrt der Serie 2011/12 sollte ein einmaliger Vorgang gewesen sein. In der Tat wurde es besser.

Die sportlichen Fakten:

Zur Freude der Vereinsanhänger mischten die Arminen gleich von Anfang an kräftig mit und eroberten nach dem 2:0-Sieg in Erfurt erstmals seit dem 7. November 2009 wieder die Tabellenführung in ihrer Spielklasse. Mit 39 Punkten nach 21 Spielen belegt Arminia Bielefeld eine hervorragende Ausgangsposition für die verbleibenden Begegnungen im kommenden Jahr. Eine große Anerkennung für diese nicht unbedingt zu erwartende Bilanz verdient sich das Trainerteam um Chefcoach Stefan Krämer, Co-Trainer Michael Bauer, Torwarttrainer Marco Kostmann sowie Athletikcoach Nils Haacke. Krämers Jahresbilanz 2012 als Verantwortlicher ist noch beeindruckender. Aus den 17 Spielen der Vorsaison (24 Punkte) und den 21 Spielen der aktuellen Serie (39) erkämpfte seine Mannschaft in 38 Begegnungen 63 Punkte, die 2011/12 zum dritten Platz gereicht hätten. Regensburg ging mit 61 Zählern in die Relegation gegen Karlsruhe.

Die Gewinner:

Mit Patrick Platins und Fabian Klos haben sich gleich zwei DSC-Spieler erheblich gesteigert. Der 29 Jahre alte Platins hat sich zu einem der besten Keeper der 3. Liga entwickelt und viele Punkte durch tolle Paraden gerettet. Sein Marktwert dürfte sich daher ebenso erhöht haben wie der von Fabian Klos. Der 25 Jahre alte Stürmer erzielte 13 Tore und leistete sechs Assists. Für Krämer ist "Klose" wie der DSC-Stürmer genannt wird, eine unverzichtbare Größe. Sowohl Klos als auch Platins haben Begehrlichkeiten bei anderen Klubs geweckt, die sicherlich Interesse an den beiden Arminen-Aufsteigern anmelden werden, zumal ihre Verträge am 30. Juni 2013 bei Arminia auslaufen. Die Vertragsverhandlungen werden schwierig.

Der Pechvogel:

Rechtsverteidiger Dennis Riemer zog sich am 3. November beim 2:2 in Halle einen Kreuzbandriss zu und wird in dieser Saison mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr zum Einsatz kommen.

Die Torschützen:

Klos (13), Hille (4), Appiah (3), Rahn (3), Testroet (3), Schönfeld (2), Salger (2), Hübener (1), Burmeister (1), Müller (1)

Die Sünder:

Nachverpflichtung Christian Müller, der am 13. September einen Vertrag bis 2014 unterschrieb, sah sowohl im Meisterschaftsspiel bei Darmstadt 98 als auch im Zweitrundenspiel des DFB-Pokals gegen Bayer Leverkusen die Gelb-Rote Karte. Rot bekam Manuel Hornig in Osnabrück gezeigt und wurde drei Spiele gesperrt. Gelbe Karten kassierten Klos (8), Schönfeld (5), Burmeister (5), Hille (4), Hübener (4), Hornig (4), Schütz (4), Salger (4), Riemer (2), Appiah (2), Platins (1), Ortega (1), Agyemang (1), Testroet (1), Rahn 1), Riese (1), Yesilyurt (1)

Die Dauerbrenner:

Patrick Platins und Stephan Salger haben nicht eine Sekunde verpasst und alle 21 Spiele von der ersten bis zur letzten Minute bestritten. Tom Schütz (21 Einsätze mit einigen Auswechslungen), Patrick Schönfeld, Sebastian Hille und Fabian Klos (jeweils 20) bestätigten ebenfalls Dauerbrenner-Qualitäten.

Die Zuschauerresonanz:

Arminias Fans honorierten nicht die Erfolge der Mannschaft. In elf Heimspielen strömten nur 86.790 Zuschauer in die Schüco-Arena, was einen Schnitt von 7.598 bedeutet. Kalkuliert haben Geschäftsführer Marcus Uhlig und Schatzmeister Hermann J. Richter mit 8.500 Besuchern.

Die Perspektive:

Stefan Krämer blickt erst nach dem 30. Spieltag auf die Tabelle. "Dann haben die Zahlen Aussagekraft." Arminias Trainer hat sich in Richtung Österreich verabschiedet, um mit seinem Appenzeller Sennenhund Oskar einige Tage der Erholung zu finden und Abstand vom hektischen Fußball-Alltag zu finden. Krämer: "Es gibt dort keinen Handyempfang."

Kommentare
Sie an,
da scheint schon einem der Schuh zu Passen........

@ der Tag wird kommen

Dann kauf dir mal 'ne Fahrkarte...

@ NW

86790 : 11 = 7.890

Und, dann ist der Schnitt halt über 9 000,
kann doch auch über 12 000 sein,
was ändert das?
nix, aber auch gar nix.

In Aachen kommen 14 000 im Schnitt, und was hat’s gebracht?
nix, als wen ein paar Männecken mehr einen so hoch verschuldeten
Verein wie Arminia vor der Pleite retten könnten.

Mit dem eigenen "Denken" scheint’s da auch nicht weit her zu sein.


"Mit dem Verstand ist es wie mit einer Fahrkarte,
sie macht nur Sinn wenn man sie benutzt"

hallo
Haching kommt auch noch.
Gruß Cougar



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