Schrift

02.04.2013
Wohin geht die Reise bei Arminia?
Das schwache 0:0 gegen Darmstadt 98 wirft viele Fragen auf

Reichlich Diskussionsstoff | FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Bielefeld. Pfiffe zur Halbzeitpause in der Schüco-Arena hatte es schon lange Zeit nicht mehr gegeben. Am Ostersamstag war es wieder einmal der Fall, als 10.081 Zuschauer vor allem die Spieler des DSC Arminia nach einer enttäuschenden ersten Hälfte nicht gerade mit den freundlichsten Tönen zum Nachdenken in die Kabine schickten. Eine Stunde später war die Stimmung auf den Rängen auch nicht viel besser. Ein dürftiges 0:0-Remis war gegen Darmstadt 98 herausgesprungen, das viele Fragen aufwarf.

Bei der ersten Analyse waren sich zumindest alle Beteiligten einig: Das war nichts, was der alte und neue Tabellenzweite gegen die in Abstiegsgefahr steckenden Darmstädter zeigte. "Wir müssen an uns arbeiten", meinte Mannschaftskapitän Thomas Hübner. Mittelfeldspieler Tom Schütz sprach von "einem sehr schlechten Heimspiel", während Trainer Stefan Krämer einen "zu schweren Rucksack" sah, den seine Spieler auf ihre Rücken trugen. "Einige von ihnen waren blockiert und hatten Blei in den Beinen, so dass nur Stückwerk und keine Strukturen zu erkennen waren", übte der DSC-Coach harte Kritik. Seine Ostertage, so schien es, waren gründlich versaut.


Nicht viel hätte gefehlt und Arminia hätte die erste Niederlage in diesem Jahr kassiert, da die sehr aggressiven Gäste auch die klareren Torchancen erarbeiteten. DSC-Keeper Patrick Platins verhinderte aber mit Glück und Können mögliche Rückstände. Das eigene Bestreben, sich der Strafraumgrenze der Hessen zu nähern, misslang größtenteils. Statt dessen fabrizierten die Gastgeber zu viele Fehlpässe, da ihnen das frühe Stören der Gästespieler überhaupt nicht behagte.

Arminias sportlicher Leiter Samir Arabi sah "keine elf stressresistenten Spieler" und vertrat somit eine ähnliche Einschätzung wie Krämer, der erstmals von negativen Folgen der aktuellen Drucksituation sprach, aufsteigen zu können. "Wir müssen wieder zielorientierter denken und spielen", lautet Krämers Forderung. "Es zählt nur noch das nächste Spiel. Und das ist Rostock am Samstag", sagt der Trainer.

Arminias sportlicher Leiter Arabi stand auf Kriegsfuß mit dem Unparteiischen. In der Nachspielzeit verweigerte Thomas Stein den Gastgebern einen Foulelfmeter, als Darmstadts Keeper Jan Zimmermann Marc Lorenz umrannte. "Das war ein klarer Elfer", knurrte Arabi. Der Pfiff blieb aber aus.

Arminia steht in diesen Tagen an einem Wendepunkt. Drei Unentschieden aus den letzten vier Spielen sollten eine Warnung sein, dass bis zur Endabrechnung noch deutliche Leistungssteigerungen vonnöten sind, um das große Ziel zu erreichen. "Andererseits", so Krämer, "ist unsere Ausgangsposition immer noch super. Wir haben nichts verspielt, müssen aber befreiter in die restlichen Spiele gehen." Der Bielefelder Fußballlehrer hat mit dieser Aussage zweifelsfrei recht. Die 61 Punkte, die Arminia am 31. Spieltag aufweist, bedeuteten vor einem Jahr für den Tabellendritten Jahn Regensburg bereits die Eintrittskarte nach dem 38. Spieltag für die Relegation zur 2. Bundesliga.

Kommentare
Nach hochkonzentrierter, alle Richtungen, Ursachen und Möglichkeiten abarbeitender Kopfarbeit bin ich auf meine Meinung gestoßen, dass keiner hier auch nur einen Kommentar zur aktuellen Situation kundtun sollte. Das ist der Sache überhaupt nicht dienlich und führt zu keiner Verbesserung der Geschehnisse bei Arminia !
PSSST. Ruhig jetzt.

@sword. Verdient hat sich den Aufstieg, wenn er denn klappt und was wir uns (fast) alle wünschen, nur die Mannschaft.

@Exprofi: So sieht es aus! Es gibt echt Leute die kriegen den Hals nicht voll. Mit einer Manschaft die etwas besseres Mittelmaß ist so eine Punktausbeute ist schon bemerkenswert - und es wird so weitergehen, wenn nicht dann geschiet es den dauernörglern nur recht. Verdient haben die Nörgler den Aufstieg sicherlich nicht.

Ich habe lange überlegt, ob ich zu der derzeitigen Situation der Mannschaft was schreiben. Ich habe mich dazu entschlossen es nicht zu tun. Nur ein Satz.
Schaut alle mal bitte in die Tabelle !!!!!!! Danke !

Sie vergleichen hier Äpfel mit Birnen! Das ist doch grotesk. Dass Filetsteaks angegammelt sind, oder ein Chirurg bei seiner Arbeit pfuscht, darf schlichtweg nicht vorkommen. Fleisch hat frisch zu sein und der Chirurg muss einen perfekten Job machen. Fußball ist jedoch ein Spiel, bei dem es dazugehört, dass einer verliert und der andere gewinnt. Was sword sagen will ist - und da stimme ich ihm auch voll und ganz zu - dass Arminia in dieser Saison schon tolle Leistungen vollbracht hat und der Mannschaft auch mal ein schlechtes Spiel zugestanden werden muss. Es geht nicht immer gut aus und ich habe in dieser Saison weißgott schon schlechtere Teams auf der Alm gesehen. Nicht, dass ich nicht auch furchtbar enttäuscht war nach der Leistung. Und die erneut gefühlte Niederlage schmerzt noch immer, da der Abstand zu den Preußen um weitere 2 Punkte hätte vergrößert werden können, ja müssen. Mit einem Blick auf die Tabelle, kann ich nur immer wieder sagen: Weitermachen! Gas geben. Und damit meine ich Fans genauso wie die Mannschaft.

Die Pfiffe sehe ich im übrigen nicht so negativ wie viele hier. Immer nur Klatschen und Fahnen schwenken bringt einfach nix. Ich halte diese Stadion-Monotonie der zumeist maximal 18jährigen "Ultras" kaum noch aus. Das rüttelt eine Mannschaft nicht wach und dient letztlich nur der Selbstdarstellung. Pfiffe tun sicher mal weh, sind aber ehrlich und können sehrwohl einen motivierenden Effekt haben, wenn man sie nur richtig auffasst.



 Seite 1 von 7
weiter >
  >>


Das könnte Sie auch interessieren
Schwolow ist bei Arminia längst mittendrin
Zwei knallhart und platziert verwandelte Elfmeter kassiert, dazu noch ein Eigentor und einen Konter in viertletzter Minute, alles unhaltbar. Für einen Torwart, der fehlerlos agierte wie Alexander Schwolow in Rostock, müssen solche Niederlagen doppelt ärgerlich sein. Das Gefühl der Ohnmacht, der Arminen-Keeper lernte es beim 2:4 (0:2) intensiv kennen. "Nach dem Spiel war ich ganz schön geladen", bestätigt er, "kein Torwart kriegt gerne vier Gegentore". mehr



DSC Arminia: Meistgeklickt heute vor ...

Anzeige

Anzeige
Anzeige
Videos
Umfrage
In welchem Mannschaftsteil muss Arminia sich noch verstärken?








Meistgeklickt Arminia

50 Arminia-Fans randalierten am Bielefelder Hauptbahnhof
Bielefeld (jr). Im Anschluss an die bittere Drittliganiederlage am Samstag in Rostock haben sich einige der zurückreisenden Arminia-Fans heftig... mehr

Schwolow ist bei Arminia längst mittendrin
Bielefeld. Zwei knallhart und platziert verwandelte Elfmeter kassiert, dazu noch ein Eigentor und einen Konter in viertletzter Minute... mehr

Arminia: Meiers grimmiger Geburtstag
Rostock. Um Mitternacht von Freitag auf Samstag überraschte das Funktionsteam den DSC-Trainer mit einer Torte. Das sollte aber schon das einzige... mehr

Arminia in der Einzelkritik
Alexander Schwolow: Einziger Armine in Topform. Reaktionsschnell und mit gutem Stellungsspiel. Chancenlos bei den Gegentoren. Note: 2 Peer Kluge: Nach... mehr

Rostock besiegt Arminia couragiert mit 4:2
Rostock (nw). Rostocks Heimfluch ist beendet, aber ausgerechnet Arminia Bielefeld hat ihn beendet. In einem turbulenten Spiel agierten die Rostocker... mehr

Norbert Meier vor dem Spiel in Rostock



3:0 gegen Dortmund II: Die Stimmen zum Arminia-Sieg



Fabian Klos erhält optisches Andenken für Tor des Monats



Stimmen zum Westfalenpokalspiel Arminia Bielefeld - SV Rödinghausen



Norbert Meier vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund II




Aktuell im Forum: Diskutieren Sie mit!

Arminia-Fotos
Fabian Klos macht das Tor des Monats August 2014
Fabian Klos macht das Tor des Monats August 2014
Rostock: Hansa Rastock schlägt Arminia Bielefeld 4:2
Rostock: Hansa Rastock schlägt Arminia Bielefeld 4:2
Unterhaching - Arminia Bielefeld 1:3
Unterhaching - Arminia Bielefeld 1:3
Arminia Bielefeld - Borussia Dortmund II 3:0
Arminia Bielefeld - Borussia Dortmund II 3:0
Westfalen-Pokal: Arminia Bielefeld  schlägt den SV Rödinghausen mit 1:0
Westfalen-Pokal: Arminia Bielefeld schlägt den SV Rödinghausen mit 1:0
Arminia-Physio Schweika und Voss eröffnen neues "Bodystreet"-Fitnessstudio
Arminia-Physio Schweika und Voss eröffnen neues "Bodystreet"-Fitnessstudio


SC Paderborn 07
SC Paderborn: NW-Gewinner fliegen zum SC Paderborn-Spiel nach München
Als Gewinner von zwei Tickets für dasSCP-Spiel gegen München, die der Flughafen Paderborn über die Neue Westfälische verlost hat... mehr

Pep spioniert beim SC Paderborn
Paderborn (-sg-). Sportlich schlanke Figur, kahl rasierter Kopf, Dreitagebart, Trainingsanzug von Bayern München und drum herum ein Kamerateam - auf... mehr

SC Paderborn kickt als Erstliga-Spitzenreiter beim großen FC Bayern München
Paderborn. Michael Heinloth strahlte wie ein kleiner Junge, der soeben sein Geschenk unterm Weihnachtsbaum entdeckt hatte. "Das Gefühl ist... mehr

Bayern-Bezwinger Stein sieht gute Ausgangsposition für den SC Paderborn
Bielefeld. Wenn Ostwestfalens Fußballer in der Vergangenheit zum FC Bayern gereist sind, gab es so gut wie nie etwas zu holen. So gilt auch der SC... mehr

SC Paderborn ohne Bakalorz nach München
Paderborn (hakl).Am Morgen nach nach dem 2:0-Erfolg über Hannover 96 meldete sich Mittelfeldspieler Marvin Bakalorz krank. Der 25-Jährige konnte am... mehr


Fußball
Guardiola adelt Paderborn: "Kein Glück"
München - "Ozapft is" - und passend zum Oktoberfest würden die Paderborner Fußball-Himmelsstürmer auch dem Münchner Weltmeister Manuel Neuer liebend... mehr

Kaum Protest von Bayer nach Rot und 1:4 in Wolfsburg
Wolfsburg - Der Protest gegen den spielentscheidenden Pfiff fiel fast schon pflichtschuldig aus. "Das ist ein bisschen zu hart"... mehr

FC Valencia mit 3:0-Sieg in Getafe auf Platz zwei
Nadrid - Der FC Valencia hat in der Primera Division Platz zwei hinter Spitzenreiter FC Barcelona erobert. Der Europa-League-Halbfinalist der vorigen... mehr

Schon wieder verletzt - Verpatzter Saisonstart für Gomez
Florenz - Es hätte der Tag des Mario Gomez werden sollen: Beim Spiel des AC Florenz gegen Sassuolo Calcio wollte der deutsche Fußball-Nationalstürmer... mehr

Braungebrannter Strippenzieher: Finke lenkt Paderborn
Paderborn - Während der Spiele zeigt der Macher keine Emotionen. Wilfried Finke verfolgt die Heimduelle im Stadion des SC Paderborn vom komfortablen... mehr


Anzeige
Anzeige



Jobs bei der NW


Zeitungsdruck Rotationsdruck Rheinisches Format   NW Logistik