"Abschied ist ein schweres Schaf", sang einst schon Roger Whitaker. Und auch mir ist heute doch ein wenig melancholisch zumute. Schließlich ist das hier die letzte von gefühlten 8.257 Kolumnen, die ich seit 1949 an dieser Stelle über unser aller Lieblingsverein geschrieben habe. Er wird mir fehlen, dieser kleine Text mit dem schrecklichsten Foto, das jemals von mir geschossen worden ist und auf dem mein inzwischen längst geliftetes Doppelkinn ungefähr doppelt so groß ist wie meine Augenpartie.
Und doch mischt sich in die Wehmut auch jede Menge Stolz. Auf die Redakteure, die all die Jahre freundlich geblieben sind, obwohl ich nahezu jeden Freitag die Kolumne für 14 Uhr angekündigt habe, um sie dann um 23 Uhr kurz vor Druckschluss per Maultierpost in die Redaktion zu schicken. Auf die Leser, die mir immer mal wieder nette Briefe schickten. Zum Beispiel Matson Westerwinter, der tatsächlich nach seiner Fußballkarriere noch was Vernünftiges geworden ist. Oder der Kollege von "Küchen-Pohl", mit dem ich nun eine Wiederauflage der legendären Arminia-Küche plane, vor der einst Fritz Walter hilflos posierte. Und dann bin ich natürlich auch stolz auf diesen Verein, in dem und bei dem Woche für Woche soviel Aufregendes, Lustiges, Absurdes, Spannendes passiert ist, dass ich damit bequem die Kolumne füllen durfte.
Fehlgeleitete Faxe, leere Haupttribünen, tragische Abstiege und umjubelte Aufstiege, komische Logos, alkoholisierte Hauptversammlungen und vieles mehr. Fehlte am Ende wirklich nur noch Lothar Matthäus als Trainer. Aber das kann ja noch kommen. Nur werde ich darüber dann nicht mehr schreiben. Arminia-Fan bleibe ich dennoch. Man kommt ja nicht los davon. Sein Leben lang. Mein Leben lang.