Bielefeld (jr). Es war der richtige Anlass und der richtige Zeitpunkt, um sich erstmals seit dem Antritt den eigenen Fans zu präsentieren. Arminia-Trainer Ernst Middendorp war der Stargast des Fan- und Mitgliederabends anlässlich des 102-jährigen Bestehens des DSC Arminia Bielefeld. Und entsprechend drängelig war es im VIP-Raum der Schüco-Arena.
"Es ist hier wie im Stadion, wir haben Sitz- und Stehplätze", rief Christian Venghaus, Fan-Beauftragter des DSC, zur Begrüßung. "Über 250 Fans habe ich hier gezählt. So viele waren hier noch nie da." Entsprechend lautstark bejubelten die Anwesenden ihren Jahrhundert-Trainer. Venghaus musste die Fans beim nicht endenden Applaus sogar ein wenig bremsen. "Halt, halt, ein paar Punkte brauchen wir auch jetzt noch."
Angesichts dieser Euphorie fühlte sich Ernst Middendorp sichtlich wohl. Auf die Frage nach seinen selbst bezeichneten "bekloppten" Trainerentscheidungen sagte er: "Ich verspüre bei Tag und Nacht einen gewissen Wahnsinn. Ich hatte einfach das Gefühl, dass man im Kampf gegen den Abstieg mit Risiko fahren muss." Beim Stichwort "fahren" (Middendorp verlor kürzlich wegen Trunkenheit am Steuer den Führerschein), brach großes Gelächter aus, dass nochmal deutlich stärker wurde, als Middendorp mit einem Lächeln hinzufügte: "Und das habe ich eben auch bei Tag gemacht."
Noch vor dem launigen Auftritt des Cheftrainers stellte Venghaus die übrigen anwesenden DSC-Vertreter wie etwa die Geschäftsführer Reinhard Saftig und Roland Kentsch sowie das gesamte Trainergespann der Arminia vor. Dabei verlieh Venghaus Middendorps Vorgänger und jetzigen Co-Trainer Frank Geideck spontan einen neuen Titel: "Jahrhundert-Co-Trainer".
Der tosende Applaus der Fans zeigte, dass die Arminia trotz 8.500 Mitgliedern immer noch eine große Familie ist und ihre Mitglieder nicht fallen lässt. Und so resümierte auch Middendorp über die Zukunftschancen der Arminia: "Wir bleiben erstklassig, weil die Truppe Qualität hat, weil alle Spieler den nötigen Charakter besitzen, um sich für sich und den Verein reinzuhängen und weil wir ein tolles Publikum haben." Ein drittes Mal brandete Applaus auf.







