Halle (frz). Langsam wird’s zur Gewohnheit, dass fünf deutsche Spieler im Viertelfinale der Gerry Weber Open stehen." Benjamin Becker war bester Stimmung, als er eine Beurteilung des aktuellen Feldes der letzten Acht vornahm. Auch vor 12 Monaten hatte die neue deutsche Tennis-Welle die Konkurrenz aus dem Ausland weggespült,als erstmals ein Quintett aus dem Lande Boris Beckers in Halle in das Viertelfinale eingezogen war.
2009 gehörte auch Benjamin Becker zu diesem Zirkel, musste sich dann aber dem Belgier Olivier Rochus geschlagen geben. Heute heißt der Rivale Mischa Zwerew. "Ein unangenehmer Gegner. Es wird ein hartes Match, da Mischa ein Linkshänder ist und Serve and Volley spielt, während ich von der Grundlinie aus agiere." Als Favorit fühle er sich aber nicht, meinte Becker.#
Auf dem Weg ins Viertelfinale hatte der 28-jährige Saarländer leichtes Spiel gegen Nikolaj Dawidenko. Beim 6:3, 6:4-Sieg legte die Nummer 52 ein grundsolides Spiel hin. "Es kommt nicht alle Tage vor, dass ich einen Weltmeister bezwinge", sagte Becker und freute sich riesig über diesen Prestigeerfolg.
Becker und Dawidenko standen bereits vor zwei Jahren schon einmal auf einem Rasenplatz. In der ersten WimbledonRunde siegte der Deutsche damals 6:4, 6:4, 6:4. Dass Becker eine ausgesprochene Faible für das grüne Geläuf hat, unterstrich der Daviscupspieler 2009 in s’Hertogenbosch. Im niederländischen Rasentennis-Mekka gewann der Mann mit dem berühmten Familiennamen seinen ersten Titel auf der ATP World Tour überhaupt.
Schon nach den ersten Ballwechseln gegen Dawidenko spürte der Deutsche einen positiven Aspekt. "Dawidenko hatte Respekt vor mir." Dem Russen, der nach einem Kahnbeinbruch des linken Handgelenks drei Monate mit Tennis-Aktivitäten aussetzen musste, war die fehlende Matchpraxis deutlich anzusehen. "Er hatte keine Sicherheit in den Schlägen", so Becker.
Dawidenko, der sich im November 2009 in London erstmals den Weltmeistertitel sicherte, verlässt die Gerry Weber Open dennoch mit einem guten Gefühl. Wie schon in seinem Erstrundenspiel gegen Simon Greul blieb sein Handgelenk auch gegen Becker schmerzfrei. "Ich werde wieder der Alte", lautete sein Abschiedsversprechen.
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