Halle (fus). Wenn die Zuschauer in Halle anfangen, anstelle Roger Federers dessen Gegner lautstark zu unterstützen, ist dies nicht mehr als der verzweifelte Versuch, die Verweildauer ihres Publikumslieblings auf dem Centre Court zu verlängern. 52 Minuten lang durften sich die Fans an der feinen Rasenkost des Schweizers ergötzen, dann hieß es Spiel, Satz und Sieg Federer. Und sein Gegenüber Alejandro Falla aus Kolumbien war beim 6:1, 6:2-Sieg Federers nicht mehr als ein Sparringspartner. "Ich muss ehrlich zugeben, das Ergebnis lügt diesmal nicht", urteilte Federer über sein Tagwerk. Er habe gut serviert, gut returniert, gut variiert, gut gesliced – "ich bin mit meinem Spiel rundum zufrieden."
Anders als in Matches gegen ebenbürtige Gegner ging es im Achtelfinale gegen Falla mehr um eine Konzentrationsarbeit als um Technik oder Taktik. Er habe bei seinem Aufschlag nicht groß kämpfen müssen, deshalb habe er nur geschaut, dass er gut variiert und den richtigen Schlag auswählt. Dabei griff er häufig in die Trickkiste und erhaschte allseits Bewunderung auf dem prall gefüllten Centre Court.
Der sechsmalige Wimbledonsieger genießt den Respekt, der ihm vom Publikum entgegengebracht wird. "Ich freue mich, wenn ich die Zuschauer mit Wunderschlägen entzücken kann."
Dass er die Gunst der Zuschauer im heutigen Viertelfinale gegen Philipp Kohlschreiber wird teilen müssen, ist für den Eidgenossen selbstverständlich. "Ich rechne damit, dass 60 Prozent der Leute auf seiner Seite sein werden und das gehört sich auch so. Sie sind ja dann für ihn und nicht gegen mich. Das ist ein Unterschied", meint er.
Federer erinnert sich noch gut an sein letztes Duell mit dem Deutschen 2009 in Wimbledon, als dieser ihm einen Satz abnahm. "Ich bin mir seiner Stärke bewusst", sagt’s und verteilt einen Nachschlag an die wartenden Autogrammjäger.
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