Halle. "Das kommt, wenn man älter wird", sagte Benjamin Becker und dann konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen. Gemeint war seine unglaubliche Ruhe beim Viertelfinal-Sieg gegen Mischa Zwerew. Eine Ruhe, die den Saarländer früher nicht so auszeichnete. Aber das war ja früher. Jetzt ist Becker 28 Jahre alt und vielleicht auf der Höhe seines Schaffens als Tennisspieler angekommen. Der einstige US-Collegespieler steht bei den Gerry Weber Open zum ersten mal im Halbfinale.
Die letzte Hürde nahm er souverän. Landsmann Mischa Zwerew war nur im ersten Satz ein starker Gegner. Aber da blieb ja Benjamin Becker so ruhig. Grund zur Aufregung hätte er gehabt: Der Aufschlag kam nicht richtig, an der Grundlinie häuften sich die Fehler, ein Schmetterball landete im Netz. Prompt gab’s sofort ein Break für Zwerew. "Aber wenn du schon ein Break auf Rasen kassierst, dann am besten früh", verriet der spätere Sieger. So bleibe Zeit, um zurück zu kommen. Genau das tat er zum 4:4. Nun geriet Zwerew unter Druck. Becker ließ sich von den Netzattacken des 22-Jährigen nicht aus der besagten Ruhe bringen, passierte eiskalt. Bei 5:4 vergab der Mann mit der Baseballkappe sage und schreibe fünf Satzbälle und ließ da doch mal ein bisschen Ärger zu. Für ein paar Sekunden nur, versteht sich. Beim nächsten Aufschlagspiel war er wieder seelenruhig, brachte es zu Null durch.
Danach ging alles ganz schnell: Becker gewann den Tie-Break zu 4. Zwerew rief den Physiotherapeuten, hatte Schmerzen in der Schulter. Beim Seitenwechsel nach dem ersten Spiel des zweiten Satzes sah es fast so aus, als wolle er auf Becker zugehen und aufgeben. Tat er aber nicht. Der angeschlagene Zwerew ertrug die Demontage beim 6:0 im zweiten Satz tapfer.
Benjamin Becker trifft im Halbfinale auf Lleyton Hewitt: "Da muss ich voll drauf los spielen, sonst nimmt der mich auseinander wie 2009 in Cincinatti."










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