Halle (frz). Lleyton Hewitt marschiert unangefochten in Richtung Endspiel – zum erhofften Traumfinale gegen Roger Federer. Solche Zukunftsmusik will der 29 Jahre alte Australier aber noch nicht hören. "Ich denke nur von Spiel zu Spiel", sagte Hewitt nach seinem leicht erkämpften 7:6 (0), 6:1-Sieg im Viertelfinale gegen Andreas Beck.
Der deutsche Wildcard-Inhaber schied somit zum dritten Mal in Folge im Viertelfinale aus, nachdem er 2008 an James Blake (USA) und vor zwölf Monaten an Philipp Kohlschreiber gescheitert war. Beck gab den rund 4.000 Zuschauern Mitte des ersten Satzes ein großes Rätsel auf. Bis zum Spielstand von 4:2 und einem folgenden eigenen Aufschlagspiel hatte der Deutsche Hewitt im Griff. Beeindruckend bei Beck, der wegen einer chronischen Ellenbogenentzündung fünf Monate pausieren musste und erst Mitte März wieder ins Turniergeschehen zurückkehrte, waren die Wucht seiner Aufschläge und die peitschende Vorhand. Hewitt fand kein Gegenmittel.
Für den Riss, der sich im siebten Spiel mit dem Break einstellte, hatte Beck keine plausible Erklärung. Gereizt meinte er nur: "Das war halt so." Dass er den Tiebreak des ersten Satzes auch noch zu Null verlor, erwies sich als Klebstoff für das geschnürte Frustpaket. Auch im zweiten Satz war die Resignation Becks bester Freund. Die Folge: ein 1:6 und ein Abgang mit hängendem Kopf.
Ein ganz anderes Bild vermittelte Lleyton Hewitt, der mit einem strahlenden Lächeln Bälle in Richtung Zuschauerränge schlug. "Ich komme immer besser in den Rhythmus", sagte die ehemalige Nummer eins der Weltrangliste (2001), die in Halle in drei Matches noch keinen Satz abgegeben hat.
Der zweifache Familienvater hat nach zwei Hüftoperationen wieder Mut gefasst und glaubt, noch einmal an die Rasenform von 2002 anknüpfen zu können, als er in Wimbledon siegte. "Solche Ziele motivieren mich." Andreas Beck hingegen fliegt direkt nach London, um sich eine Woche lang auf Wimbledon vorzubereiten.










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