Halle/Westfalen - Philipp Petzschner und Benjamin Becker leisteten lange Widerstand, doch eine Überraschung blieb den Tennisprofis beim Rasenturnier in Halle/Westfalen verwehrt. Der Bayreuther Petzschner unterlag dem Favoriten Roger Federer aus der Schweiz im Halbfinale mit 6:7 (3:7), 4:6.
Federer trifft bei den mit 750 000 Euro dotierten "Gerry Weber Open" im Finale auf Lleyton Hewitt. Der Australier behauptete sich 6:7 (4:7), 7:6 (7:3), 6:2 gegen den Mettlacher Becker.
Petzschner begann furios und konnte Federer direkt im ersten Spiel den Aufschlag abnehmen. Doch der Schweizer konterte und entschied den ausgeglichenen ersten Satz schließlich im Tiebreak für sich. In der Folge überzeugte der 26 Jahre alte Petzschner weiter mit viel Einsatz und anspruchsvollem Tennis. Federer, der das Turnier in Halle bereits fünfmal gewinnen konnte, agierte aber souverän und nutzte nach 91 Minuten seinen ersten Matchball zum Sieg.
Petzschner verschwand nach der Partie für fünf Minuten, um abzuschalten. "Ich brauchte diese Zeit, um meine innere Ruhe wieder zu finden", sagte er. Stolz sei der Bayreuther, dass er gegen "den besten Rasenspieler der Welt mithalten konnte. Wenn er 40 ist, will ich eine Revanche. Dann kommt meine Zeit", meinte Petzschner scherzend. Auch Federer zollte Petzschner seinen Respekt. "Wenn er dieses Niveau hält, wird er in der Weltrangliste einige Plätze klettern", erklärte der Schweizer.
Im Endspiel ist Federer, der zuletzt 15 Spiele hintereinander gegen Hewitt gewinnen konnte, erneut Favorit. "Das zeigt die Qualität von Federer", meinte Hewitt. Durch den Finaleinzug habe er aber viel Selbstvertrauen gewonnen. "Obwohl ich gegen Becker über drei Sätze gehen musste, fühle ich mich nicht kaputt", sagte Hewitt, der im 120. Rasenspiel seiner Karriere den 97. Sieg schaffte.
Becker verlangte dem Australier allerdings einiges ab und konnte lange darauf hoffen, erstmals in seiner Karriere das Finale von Halle zu erreichen. Der 28-Jährige beeindruckte gegen den ehemaligen Wimbledon-Gewinner mit einem präzisen Spiel von der Grundlinie und hatte Hewitt mit starken Aufschlägen am Rand einer Niederlage. Becker, der im Tie-Break des ersten Satzes äußerst konzentriert agierte, gelangen insgesamt 20 Asse. "Er hat prima aufgeschlagen, erst im dritten Satz ließ Becker etwas nach", meinte Hewitt.
Die Enttäuschung über den verpassten Finaleinzug hatte Becker schnell überwunden. "Ich bin stolz, dass ich überhaupt das Halbfinale erreicht habe", sagte der Mettlacher. Hewitt schaffte sein erstes Break erst im zweiten Satz, doch Becker zeigte zunächst keine Nerven und nahm seinem Kontrahenten im Gegenzug ebenfalls den Aufschlag ab. Den entscheidenden Unterschied machte Becker im Tiebreak des zweiten Satzes aus: "Da hat Hewitt seine Weltklasse ausgespielt und ist anschließend mit einer ganz anderen Körpersprache aufgetreten."