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23.01.2010
Mimi Kraus mit Oberschenkel-Blessur
TBV-Kollege Martin Strobel wird nachnominiert

Mimi Kraus verletzt | FOTO: DPA

Innsbruck (dpa). Bundestrainer Heiner Brand hat für die Hauptrunde bei der Handball-EM in Österreich Martin Strobel vom TBV Lemgo nachnominiert. Damit reagierte er einen Tag vor dem Hauptrunden-Auftakt an diesem Sonntag (16.30 Uhr/ARD) gegen Olympiasieger Frankreich auf eine Blessur von Spielmacher Michael Kraus. "Er hat eine Verletzung am Oberschenkel und es hat die Gefahr bestanden, dass er ausfallen könnte. Deswegen mussten wir in diesem Bereich reagieren", sagte Brand am Samstag im Mannschafts-Hotel Grauer Bär in Innsbruck.

Kraus hatte sich beim 30:29-Vorrundenerfolg gegen Schweden eine Verhärtung im rechten Oberschenkel zugezogen, gab aber Entwarnung. "Ich bin sehr optimitisch, dass ich spielen kann", sagte der Kapitän. Auch Brand baut auf den Lemgoer. "Ich gehe davon aus, dass er spielen kann. Aber wir mussten uns absichern. Das Risiko war zu groß", erklärte er. Strobel vom Kraus-Club Lemgo war wegen nicht ausreichender Form ursprünglich nicht für den EM-Kader berücksichtigt worden.

"Wir sind nicht Top-Favorit in der Gruppe"

Wegen der Nachnominierung des 23-Jährigen wird Torhüter Carsten Lichtlein auch in der Hauptrunde nicht zum Einsatz kommen, da Strobel als 16. Spieler für das Turnier gemeldet worden ist. "Für ihn tut es mir leid. Ich wollte ihn eigentlich nachnominieren", sagte der Bundestrainer. Lichtlein sei in der Vorbereitung ebenso gut gewesen wie die beiden anderen Schlussleute Johannes Bitter (Hamburg) und Silvio Heinevetter (Berlin). "Deswegen wollte ich ihm eine Chance geben. Nun kann ich das wieder nicht tun", sagte Brand.

Trotz der Trauer um den in der Nacht von Freitag zu Samstag verstorbenen Nationalspieler Oleg Velyky will der Bundestrainer seine Spieler weitgehend normal auf den Hauptrunden-Auftakt vorbereiten.

"Wir werden ein Training machen und Videos ansehen", erklärte er.
Gegen den Olympiasieger und Weltmeister sieht er seine Mannschaft nur in der Außenseiterrolle. "Wir sind nicht der Top-Favorit in der Gruppe", sagte der Bundestrainer. Im bislang letzten von 66 Länderspielen hatte die deutsche Mannschaft im "kleinen Finale" der EM 2008 gegen die Franzosen ein 26:36-Debakel erlitten.


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