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25.01.2012
"Spiele vom Kampf geprägt"
HANDBALL: TuS N-Lübbecke bei der Europameisterschaft in Serbien

EM-Beobachter | FOTO: S. POLLEX

Lübbecke (wib). Die Kontaktaufnahme gestaltet sich selbst mit den eigenen Spielern vor Ort schwierig, doch bieten sich ausreichend Möglichkeiten für Gespräche mit Offiziellen und Trainern rund um die Hauptrundenspiele der Handball-Europameisterschaft in Serbien. So auch am Montag in Belgrad, wo die Delegation des Bundesligisten TuS N-Lübbecke die Spiele der Gruppe I mit Deutschland und Polen verfolgte. "Anders als viele vorherige große Turniere ist diese EM sehr vom Kampf geprägt, es ist selten eine flüssige Spielweise zu verfolgen", urteilt TuS-Teamchef Zlatko Feric in einem Zwischenfazit.

Info

EM-Termine

Am heutigen Mittwoch wird der letzte Spieltag der EM-Hauptrunde parallel in Belgrad und Novi Sad ausgetragen.

Die Halbfinalspiele folgen am Freitag in Belgrad (Anwurf 17.45 und 20.15 Uhr), wo auch die Finalspiele steigen (14.30 Uhr um Platz drei, 17 Uhr Endspiel).

Die Delegation des TuS N-Lübbecke mit Wirtschaftsbeiratssprecher Armin Gauselmann und Geschäftsführer Uwe Kölling an der Spitze ist im Mannschaftshotel untergebracht. "Die Mannschaften sind hermetisch abgeschirmt. Allerdings suchen wir auch nicht unbedingt den Kontakt, denn wir wollen die Vorbereitung nicht stören", erzählt Zlatko Feric und meint vor allem Drago Vukovic, der mit Kroatien zum Abschluss der Hauptrunde zwei Spiele an zwei Tagen absolviert. Der Führungsspieler des TuS N-Lübbecke pausierte wegen einer Schulterverletzung noch in den ersten Gruppenspielen, ehe er wieder zum Einsatz kam. "Es ist wieder alles in Ordnung mit ihm", betont der Teamchef nach Rücksprache mit Kroatiens Trainer Slavko Goluza

"Die Niederlage gegen Spanien war ganz bitter für Kroatien. Es war das dritte Spiel der beiden Mannschaften innerhalb von sechs Monaten, und die beiden ersten hatte Kroatien gewonnen", schildert Feric die Stimmungslage bei Kroatien und vergisst nicht zu erwähnen, dass in den ersten beiden Spielen TuS-Torwart Nikola Blazicko mit von der Partie war. Wegen einer längeren Verletzungspause hatte der Kapitän des TuS N-Lübbecke bekanntlich die Nominierung für das EM-Turnier verpasst.

Eine zufällige Begegnung gab es mit dem polnischen Nationalspieler Michael Jurecki. "Er hat mir sofort erzählt, dass er zum zweiten Mal Vater wird", so Feric zum kurzen Gespräch mit den ehemaligem Rückraumspieler des TuS N-Lübbecke (Januar 2008 bis August 2010). Ein Wiedersehen gab es auch mit Roman Pungartnik (der Manager von RK Celje half bekannt beim Final Four 2010 beim TuS aus) und mit ehemaligen TuS-Spieler Branko Kokir (2006 bis 2009), der bei der EM auf Heimatbesuch ist und ansonsten auch weiterhin in Lübbecke anzutreffen ist.

Gestern verfolgte das TuS-Trio die Hauptrundenspiele der Gruppe II in Novi Sad. Heute geht es wieder in die 20.000 Zuschauer fassende Belgrad-Arena. "Wo wir unbedingt gegen Polen gewinnen müssen", wie Zlatko Feric betont und damit zeigt, dass sein Herz nicht nur für seine kroatische Heimat schlägt. "Favoriten wie Dänemark und Frankreich sind ohne Punkt in die Hauptrunde gekommen. Sie mussten sich richtig ins Turnier kämpfen. Polen ist das noch nicht gelungen", berichtet Feric von den wechselhaften Auftritten des heutigen deutschen Gegners, der gegen Schweden nach einem Elf-Tore-Rückstand noch ein Remis geschafft hatte. "Unser Glück war damit anscheinend aufgebraucht", so Trainer Bogdan Wenta nach dem 25:27 gegen Mazedonien.Tomasz Tluczynski, Linksaußen des TuS N-Lübbecke, spielte dabei in der ersten Halbzeit und erzielte 3/1 Treffer. Nach der Pause kam auf seiner Position Adam Wisniewski, während Tluczynski nur noch zu zwei Siebenmetern aufs Parkett zurück kehrte. Beim ersten setzte er den Ball an den Pfosten, den zweiten verwandelte er zum 19:24. Sowohl für Polen als auch für Deutschland geht es heute um den zweiten freien Platz in der Olympia-Qualifikation, wobei Polen noch eine Hoffnung mehr hat. Werden Spanien, Kroatien oder Dänemark Europameister, rückt Polen als Achter der letzten WM direkt in die Qualifikation nach.

Qualifikation bleibt kompliziert

Der Europameister qualifiziert sich direkt für das olympische Handballturnier. Die drei Erstplatzierten sind für die nächste Weltmeisterschaft 2013 in Spanien gesetzt (ist Gastgeber Spanien dabei, rückt der Vierte nach). Im Vordergrund steht jedoch zunächst einmal die Teilnahme an der Olympia-Qualifikation. Die Lage ist allerdings nach wie vor kompliziert. Sollte ein bereits für ein solches Turnier qualifiziertes Team Europameister werden, würde Polen als letztjähriger WM-Achter nachrücken und ein ein drittes der noch nicht qualifizierten Teams (Deutschland, Serbien, Polen, Mazedonien, Slowenien) wäre dabei.

Die deutschen Handballer wären in diesem Fall sogar als Gruppenvierter - sofern Slowenien in der parallel ausgetragenen zweiten Hauptrundengruppe schlechter abschneidet und Mazedonien nicht gegen Serbien gewinnt - für das Turnier im Frühjahr (6. bis 8. April) qualifiziert. Die derzeitige Besetzung der drei Olympia-Qualifikationsgruppen, aus denen sich jeweils zwei Mannschaften qualifizieren,

Gruppe I: Dänemark, Ungarn, Algerien und der beste noch nicht qualifiziere EM-Teilnehmer.

Gruppe II: Spanien, Island, Brasilien und der zweitbeste noch nicht qualifizierte EM-Teilnehmer.

Gruppe III: Schweden, Kroatien, Japan, Chile. Bereits beim olympischen Turnier sind Weltmeister Frankreich, Gastgeber Großbritannien sowie die Kontinentalmeister Tunesien, Argentinien und Südkorea.

Apropos Qualifikation: Erstmals steht der Europameister nicht automaitsch als Teilnehmer der nächsten EM 2014in Dänemark fest.




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