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23.04.2009
Neue Chance für Heckmann
Mohn vor kleinem Comeback
VON CLAUS-WERNER KREFT

Ein Kranz für die Siegerin | FOTO: KREFT

Bielefeld. Zwei ehemalige Hermannslaufsiegerinnen aus Bielefeld werden Sonntag an der Startlinie stehen. Doch Heike Mohn (42) vom Veranstalter TSVE 1890, die 2003 ihren dritten Titel gewann und 2005 noch mal Zweite wurde, will diesmal "nur" das Flair genießen und sich nicht quälen, zumal ihr die Trainingsgrundlage fehlt. Hingegen scheint Dr. Kirsten Heckmann (SVB) drei Jahre nach ihrem Triumph vor einer neuen Chance zu stehen.

Beim Paderborner Osterlauf steigerte sie sich – trotz Hitze und für sie selbst überraschend –auf 37:47 Minuten über 10 Kilometer. "Da klappte es. Ich war ohne Erwartung, beim Hermann gelingt mir das leider nie", verrät sie. Wegen der Ungewissheit um die Gegnerschaft könne man eine Platzierung ohnehin nicht planen. Persönliche Bestzeit ist deshalb ihr Ziel. Und da steht sie, passable Wetterverhältnisse vorausgesetzt, vor keiner allzu hohen Hürde: 2:13:52 Stunden – eher eine bescheidene Marke für eine Siegerin.

In Braunschweig, wo die in Didaktik der Mathematik promovierte Pädagogin seit kurzem als Redakteurin eines Schulbuchverlags arbeitet, steht ihr nur flaches Gelände zur Verfügung; sie trainiert dort nicht mit Top-Läuferinnen der LG, sondern in einer freien Laufgruppe. Daheim holt sie am Wochenende das Berglauftraining im Teuto nach.

Respekt vor der Konkurrenz


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Zum Glück geht es dem Knie, das so lange schmerzte und ihre Ambitionen bremste, wieder besser; aber erst Mitte Januar konnte sie wieder voll ins Training einsteigen. "Ich habe den Eindruck, dass die regelmäßige Physiotherapie erfolgreich war", freut sie sich. Ihr Respekt vor der Konkurrenz bleibt bestehen, am Wochenende rechnete sie noch stark mit der Gütersloherin Melanie Genrich. Doch inzwischen ist klar, dass die Vierte des Jahres 2007 wegen erneuter muskulärer Probleme verzichtet – ebenso wie ihre DJK-Kollegin Petra Peschke.

Überhaupt bröckelt der Block vermeintlicher Favoritinnen. Dr. Iris Reuter, bei ihrem Debüt 2004 gleich Siegerin und ein Jahr später Dritte, war zwar gemeldet, sagte inzwischen aber schweren Herzens ab: "Aus beruflichen Gründen konnte ich kaum trainieren. Als ich es dann im Dunklen wieder versuchte, rutschte ich in einem Loch unglücklich aus und habe seither Schmerzen an der Achillessehne", erklärte die in Gießen als Oberärztin tätige Neurologin.

Erst fünf Tage vor dem Rennen eingetragen


Heike Mohn ließ sich erst vor fünf Tagen für das Hauptrennen eintragen – Rudi Ostermann hatte sie überredet, das TSVE-Frauenteam zu verstärken. "Ich arbeite ja voll und habe, schon aus Zeitmangel und Rücksicht auf meine Tochter, lange nichts im Bereich Tempo oder Intervalle gemacht, sondern nur eine Trainingsgruppe bei Drei-Stunden-Läufen betreut", dämpft sie jede hohe Erwartung.

Vielleicht durchkreuzt ein 21 Jahre jüngerer Geheimtipp alle Prognosen: Die Bielefelderin Franziska Schmidt, deren Name noch nicht in der Teilnehmerliste steht, bestätigte Marcus Biehl ihre Startabsicht, als sich ihre Trainingswege zufällig kreuzten.

Im Winter verblüffte die talentierte Juniorin auch Experten, als sie den Borgholzhausener Weihnachtscross (16 Kilometer) als Zweite beendete.
    


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